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ZOTAC ZBOX CI540 nano Plus: Passiver mini-PC im Kurztest

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PCs fürs Heimkino (HTPCs) sind genauso wenig eine Neuheit wie die Mini-PC-Serie ZBOX von ZOTAC. Bereits auf der CeBIT 2014 konnten wir einen Prototypen der neuesten Kreation unter die Lupe nehmen: Die ZOTAC ZBOX CI540 nano, heute in der Plus-Version mit vorinstalliertem RAM und SSD. Was in dem von Waben umhüllten Gehäuse steckt und ob man trotz des Verzichts auf eine aktive Kühlung überzeugen kann?ZOTAC ZBOX CI540 nano - Die Oberseite ist mit einer Wabenstruktur versehen und dient als Luftauslass für den Passiv-PC

Design und Verarbeitung

Kunststoff dominiert den ca. 350 Euro günstigen Mini-PC (Stand 15.06.2014, ohne SSD/RAM) an der Außenseite, dankbarerweise hat man aber zumindest auf den Einsatz einer Hochglanzlackierungen verzichtet. Dementsprechend unempfindlich ist das Gehäuse für Fingerabdrücke und Wischkratzer. Direkt unter dem Kunststoffgehäuse ist an vielen Stellen ein Wabengitter aus Metall vorhanden. Da bis auf die Front alle Seiten des Gerätes mit entsprechenden "Luftlöchern" ausgestattet sind, funktioniert die passive Kühlung sowohl stehend als auch vertikal am Monitor montiert (eine VESA-Halterung ist im Lieferumfang).

Die Rückseite bietet alle Anschlüsse, die man sich für einen aktuellen mini-PC nur wünschen kann: 4x USB 3.0, 2x USB 2.0 und ein Gigabit-Netzwerkanschluss sorgen für den Datenaustausch mit der Außenwelt. Monitore können wahlweise via HDMI oder DisplayPort angeschlossen werden, 4K- und Full HD 3D-Video sind dabei problemlos möglich. Fotos und Videos können über den integrierten SD-Kartenleser schnell wiedergegeben werden.ZOTAC ZBOX CI540 nano Leider gibt es an der Vorderseite wieder nur USB 2.0-Anschlüsse. Für den schnellen Datentransfer muss man also immer zur Rückseite navigieren, je nach Aufstellungsort auf Dauer etwas unbequem. Ein Headset kann ebenfalls über die beiden 3,5-mm-Klinke-Anschlüsse verbunden werden, wer es lieber kabellos mag, kann aber auch auf Bluetooth 4.0 zurückgreifen. NFC wird leider nicht geboten, dafür verbaut man jedoch einen aktuellen W-LAN-Adapter mit Unterstützung für die Standards 802.11 a/b/g/n/ac im 2,4- sowie 5-GHz-Band. Unter W-LAN ac konnten wir so immerhin reale Transferraten von über 200 Mbit/s erreichen - mehr als ausreichend um sogar Videos in UHD-Auflösung flüssig zu streamen.

Hardware und Einrichtung

Im Inneren werkelt ein Prozessor, der eigentlich für leistungsstarke Tablet-PCs gedacht ist: Intel Core i5-4210Y heißt der äußerst sparsame und mit 1,5 GHz getaktete Zwei-Kern-Prozessor (bis zu 1,9 GHz im Turbo-Modus). Die restliche Hardware kann entweder beliebig gewählt werden (Barebone-Version), oder man greift zur teureren Version mit vorinstallierter 60-GB-SSD und 4 GB Arbeitsspeicher (DDR3-1600L).Windows 8.1 lässt sich bequem und vor allem schnell via USB-Stick installieren Bei etwas Geschick raten wir zum Selbstbau, da die verbaute 60-GB-SSD der Plus-Version viel zu knapp bemessen ist und auch eher aus alten Restbeständen zu stammen scheint: Der TRIM-Befehl wird nicht unterstützt, was die Leistung der SSD auf Dauer stark mindern kann. Wir empfehlen eine SSD mit mindestens 240 GB Speicherplatz, dank des starken Preisverfalls der letzten Monate zahlen Sie selbst für sehr leistungsfähige Modelle nur etwa 80 bis 90 Euro.

Wer auf Windows 8(.1) setzt und selbiges im UEFI-Modus installiert (mehr Informationen dazu im Artikel zur ZOTAC ZBOX Sphere), erreicht schnell Startzeiten von unter 10 Sekunden, das aufwecken aus dem Stand-By-Betrieb geschieht praktisch sofort.

Leistung

Inwiefern das System abseits des schnellen Systemstarts auch für den produktiven Einsatz zu gebrauchen ist, hängt nicht zuletzt vom typischen Arbeitsalltag ab. Jedoch sehen wir aufgrund der eher mäßigen Rechenleistung das Haupteinsatzgebiet eher als Heimkino-, Surf- oder Office-PC. Dazu passt auch die sehr geringe Leistungsaufnahme von 5,8 Watt im Leerlauf sowie etwa 10 bis 13 Watt im Multimedia-Betrieb. Wer die ZBOX CI540 nano an die Grenzen treibt, kommt auch nicht über 25 Watt.

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Denn für den multimedialen Einsatz ist die ZOTAC ZBOX CI540 wie geschaffen: Videos in Ultra HD-Auflösung brachten das Testsystem zwar beinahe an seine Grenzen, jedoch ließen sich die Videos ruckelfrei abspielen und mit neuen Treibern und Video-Decodern sollte sich dies in den kommenden Monaten noch bessern. Auch Full HD-Videos in 3D können unkompliziert auf dem Fernseher wiedergegeben werden. Der Besuch von aufwendigen Webseiten, Umgang mit klassischer Office-Software und ähnliche "leichte Kost" sind ebenfalls unproblematisch und werden lautlos erledigt.

Fazit und Empfehlung

Dementsprechend sicher sollte man sich über den Einsatzzweck des neuen PCs sein. Allein wer häufiger Bilder oder Videos im größeren Stil bearbeiten will, bringt das System schnell an seine Grenzen. Wenn es hingegen nur um das Surfen im WWW, Schreiben von Text und Ansehen von Filmen geht, kann man sich mit der [[ASIN:B00KQCOSZ0|ZOTAC ZBOX CI540 nano]] jegliche Lärmbelästigung ersparen und schont auf Dauer auch Gehör und den Geldbeutel durch die geringere Stromkosten.

Wer hingegen die (RAW-)Bilder aus dem letzten Urlaub bearbeiten und anschließend in eine Foto-Show stecken will (und dabei noch ein paar Videoaufnahmen mit einarbeitet) und trotzdem ein kleines und sparsames System sucht, sollte sich eher die leistungsstärkere [[ASIN:B00KHIW1LQ|ZBOX Sphere]] ansehen.


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