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TransferJet - Die Übertragungstechnik der Zukunft im Test

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Eigentlich ist es fast erschreckend: Wir sind im Jahr 2014 angekommen und doch steht uns keine schnelle und einfache Möglichkeit zum Datenaustausch zwischen zwei Geräten zur Verfügung. Bluetooth – zu langsam. WLAN Ad-hoc-Netzwerk – zu umständlich. Cloud-Speicher – produziert unterwegs unnötiges Datenvolumen im Mobilfunknetz und ist ebenfalls umständlich in der ersten Einrichtung. Ein Kabel spannen – nicht zeitgemäß oder ohne spezielle Kabel gar nicht erst möglich. Jedoch gibt es gute Nachrichten, denn mit TransferJet existiert eine Lösung, die hierzulande kaum bekannt ist, aber in Zukunft einiges leisten könnte. Wir haben einen Blick darauf geworfen.

Ausstattung und Features

Um eben diese Problemstellung zu erfüllen eignet sich TransferJet hervorragend dazu, Daten zu übertragen, jedoch nur über kurze Distanzen von ca. 5 – 10 cm, was der Technologie auch den Spitznamen Turbo-NFC einbrachte. Besonders einfach wird die Technologie dadurch, dass Geräte nicht direkt gekoppelt werden müssen, sondern einfach aneinander gehalten werden. Bei Bedarf lässt sich aber auch einstellen, dass nur bestimmte Sender akzeptiert werden.Die rudimentäre TransferJet-App unter Android in Aktion

Mit der aktuellen Revision sind auf dem Papier 560 Mbit/s Brutto und damit effektiv 375 Mbit/s Netto machbar, was einer Übertragungsrate von ca. 46 MB/s entsprechen würde. In unserem Test sind Sender um Empfänger jedoch zusätzlich an USB 2.0 gekoppelt, was sich negativ auf diese Werte auswirkt. Zukünftig soll TransferJet direkt in Notebooks und Smartphones integriert sein wie es heute schon NFC und Bluetooth sind.

Nutzung im Alltag

Als einer der Vorreiter der Technologie liefert Toshiba natürlich ein paar Beispiele für die Anwendung: So plant man das "Einkaufen" von E-Books oder Musikalben in Läden, die dann sofort auf das Handy übertragen werden können. Aber natürlich bleibt die Übertragung zwischen zwei Geräten – sei es Laptop oder Smartphone – das wichtigste Gebiet. Aktuell ist TransferJet noch etwas dürftig implementiert, da man die Adapter und eine passende App bzw. ein Programm benötigt, um Daten zu übertragen, später dürfte es jedoch tief in das System integriert sein.

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Mit unseren beiden Testmustern konnten wir "nur" Datenraten von 12,5 MB/s (100 Mbit/s) erreichen, was aber trotzdem ausreicht, um einen kurzen HD-Film oder mehrere Bilder vom Smartphone in wenigen Sekunden zu übertragen. Auch hier bleibt die Hoffnung auf bessere Ergebnisse, sobald die Technologie zum festen Umfang eines Smartphones gehört. Schon jetzt ist TransferJet deutlich schneller als Bluetooth, allerdings weniger komfortabel, da man für die Zeit der Übertragung die Geräte quasi direkt aneinander halten muss.

Fazit und Empfehlung

Nach einem ausgiebigen Test stellen wir fest, dass TransferJet in der Form noch nicht unbedingt praktikabel und so auch nicht zu kaufen ist. Aber es gibt einen netten Ausblick, was uns in Zukunft noch mit TransferJet erwartet. Der Micro-USB-Adapter - für den das Handy übrigens USB-OTG unterstützen muss - wird noch ein gutes Stück schrumpfen, aber das wichtigste wird sowieso ein Gerät mit integriertem Chip. Diese erwarten wir jedoch nicht vor dem Mobile World Congress 2016. Anderthalb Jahre klingen nach einem langen Zeitraum, dafür können wir 2016 (mit hoher Wahrscheinlichkeit) schon die nächste Generation mit höheren Übertragungsraten erwarten. Wir freuen uns darauf!


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