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Samsung Galaxy Tab S 10.5 - Das Display-Wunder im Test

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Samsungs Tradition, bei seinen High-End-Smartphone der Galaxy S-Serie Super AMOLED-Displays zu verbauen, besteht schon seit einigen Jahren – ein Tablet mit einem solchen Bildschirm gab es bisher jedoch nicht. Das änderte sich mit der Ankündigung der Galaxy Tab S-Serie, von der wir heute das Modell mit 10,5-Zoll-Bildschirm im Test haben. Als Tablet Flaggschiff versprechen wir uns davon einerseits ein hervorragendes Display, welches auch für Fotografen geeignet ist, aber auch eine hohe Leistung. Ob Samsung diese Erwartungen erfüllen kann lesen Sie hier. Auf den ersten Blick ist das Galaxy Tab S 10.5 kaum von anderen Samsung-Tablets zu unterscheiden

Design und Verarbeitung

Wie der gewiefte Leser bereits festgestellt hat, fällt das Tab S mit 10,5 Zoll etwas größer aus als das "Otto-Normal-Tablet" mit 10,1 Zoll Display-Diagonale. In der dritten Dimension misst unser Testgerät gerade einmal 6,6 Millimeter, womit es nur wenig dicker ist als das Sony Xperia Tablet Z2 – das Gewicht fällt mit 467 Gramm allerdings etwas höher aus. Die Front ist Samsung-typisch gestaltet und beinhaltet neben einer Frontkamera auch die drei obligatorischen Android-Tasten, darunter der physische Home-Button inklusive Fingerabdrucksensor. Auf der Rückseite findet sich natürlich ebenfalls eine Kamera samt Blitz, zudem ist sie wie schon beim Galaxy S5 wieder perforiert.

Eine kleine Besonderheit sind die beiden Kreise, über die im Vorfeld viel spekuliert wurde. Sie dienen der Befestigung des separat erhältlichen Flipcovers, welches somit nicht das Tablet umschließen muss, um festzusitzen. Stattdessen klickt man es einfach dort ein und alles sitzt perfekt. Farblich hat man die Qual der Wahl zwischen einer Rückseite in Weiß oder Bronze, unsere weiße Version verfügt zudem über einen goldenen / bronzenen Rahmen.

An der rechten Seite befinden sich beim Tab S 10.5 die Slots für SIM- und Speicherkarte sowie der USB-Anschluss

An der Oberseite des Tablets sind mit Power Button und Lautstärkewippe alle relevanten Tasten angeordnet, zusätzlich verbaut man hier wieder eine Infrarot-LED, um eine Nutzung als Fernbedienung zu ermöglichen. Auf der linken Seite versteckt sich der Kopfhöreranschluss, rechts hingegen sind die Schächte für micro-SIM- und microSD-Karte sowie der micro-USB-Anschluss untergebracht. Diese Schächte sind für uns auch der einzige Kritikpunkt am Design des Tablets, da es uns einiges abverlangt hat, bis die SIM-Karte endlich fest verstaut war. Etwas mehr Metall wäre natürlich auch wünschenswert, insgesamt macht es aber eine gute Figur und fühlt sich angenehm an.

Leistung

Zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit haben wir einen neuen Testparcours, speziell auf Smartphones und Tablets abgestimmt, erarbeitet. Bei der Zusammenstellung der Testprogramme wurde auf eine möglichst gute Vergleichbarkeit geachtet, auch über mehrere Plattformen hinweg. Nichts desto trotz ist auch weiterhin ein Vergleich zwischen Geräten mit Apple iOS, Google Android und Windows 8 (Tablet) respektive Windows Phone nicht einfach. In den Gesamtwert fließen folgende drei Themenkomplexe mit jeweils gleicher Gewichtung ein:

  1. Ausstattung: Speicherkapazität, Arbeitsspeicher und Pixeldichte
  2. 3D/Spiele: GFX-Bench 2.5/2.7/3.0
  3. Internet: SunSpider (1.0.2) und Rightware BrowserMark 2.0/2.1

GFXbench 2.7 T-Rex HDDes Weiteren finden sie im Diagramm auch Werte für Futuremarks aktuellen 3DMark Ice Storm - da dieser jedoch nicht unter Windows Phone verfügbar ist, fließen die entsprechenden Werte nicht in den Mittelwert ein (die Geräte werden im Diagramm nicht angezeigt). Betrugsversuche der Hersteller, wie Beispielsweise die "Optimierungen" von Samsung und HTC am Futuremark 3DMark, werten wir mit 0 Punkten im entsprechenden Test ab.

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Anmerkung: Um eine bessere Übersichtlichkeit zu gewährleisten, werden nur neue Produkte sowie ältere Produkte, auf welche Bezug genommen wird, angezeigt. Eine komplette Übersicht aller getesteten Smartphones und Tablets entnehmen Sie bitte unserer Rangliste.

Wie es sich für ein typisches Flagship-Device gehört kommt natürlich auch das Galaxy Tab S 10.5 mit dem halbwegs aktuellen Android 4.4.2 "KitKat" und der hauseigenen TouchWiz UI. Interessanterweise ist hier weniger App-Müll, sog. Bloatware, vorinstalliert, was wir natürlich begrüßen. Dass das Betriebssystem flüssig läuft sollte selbstverständlich sein, als kleine Extras bietet man zudem eine Magazinansicht für diverse Inhalte und einen Kindermodus, falls das Tablet mal als Spielzeug für den Nachwuchs herhalten muss.

Die TouchWiz-Oberfläche wirkt modern und bietet neben einem Kindermodus auch praktische Features wie die Magazinansicht für aktuelle Nachrichten

Für die hohe Leistung sorgt der von Samsung hergestellte Exynos 5420 SoC mit einem Octa-Core-Prozessor: Im Gegensatz zum Kazam Tornado 2 5.0 werkeln hier allerdings vier potente Cortex-A15-Kerne und vier sparsame Cortex-A7-Kerne, um den bestmöglichen Kompromiss aus Laufzeit und Leistung zu bieten, wir kennen dieses Konzept bereits vom Samsung Galaxy K Zoom. Dazu verbaut man 3 GB Arbeitsspeicher sowie 16 GB Massenspeicher, der sich per microSDXC-Speicherkarte um bis zu 128 GB erweitern lässt. Somit erreicht man hier eine hohe Performance, vor allem beim Multitasking, muss sich jedoch im direkten Vergleich der Snapdragon-Konkurrenz mit den höheren Taktraten geschlagen geben.

Die zahlreichen Optionen überfordern Einsteiger vielleicht, sind aber aufgeräumt dargestellt

Multimedia

Als bisher einziges Tablet auf dem Markt, das über ein Super AMOLED-Display verfügt, muss das Tab S natürlich hohe Erwartungen erfüllen. Und das tut es überraschenderweise auch: Während sonst immer von übersättigten Farben die Rede ist, ist das Display hier sehr gut kalibriert und deckt nahezu den gesamten sRGB-Farbraum ab, womit es ideal für Fotografen oder Designer ist, die ihre Ideen präsentieren. Durch die Auflösung von 2.560 x 1.600 wirkt es sehr scharf, die maximale Helligkeit fällt – sofern man den Helligkeitssensor nutzt – ebenfalls sehr hoch aus. Gorilla Glass ist im Datenblatt des Tablets dafür nicht zu finden.

Als Energiespender dient dem Galaxy Tab S 10.5 ein Akku mit einer Kapazität von 7.900 mAh – im Vergleich zur Konkurrenz liegt das im oberen Mittelfeld und beschert dem Tablet eine ordentliche Laufzeit von, je nach Nutzung, mehreren Tagen. Durch das beigelegte 2-Ampere-Netzteil kann das Tablet deutlich schneller als mit normalen Netzteilen geladen werden. Bei den kabellosen Verbindungen erreicht man mit LTE (150 Mbit/s) bzw. HSPA+ (42 Mbit/s) im Mobilfunknetz sowie Dual-Band WLAN a/b/g/n/ac und Bluetooth 4.0 nahezu Vollausstattung – nur auf NFC muss unnötigerweise verzichtet werden.

[[YT:g17KbFu6ptA]]

Die rückseitige Kamera mit 8 Megapixeln und Blitz produziert bei Tageslicht durchaus brauchbare Fotos, idealerweise unterstützt man hier auch HDR, Action-Fotografie und den Dual Camera Modus, bei dem beide Kameras gleichzeitig genutzt werden. Bei wenig Licht verlieren die Fotos jedoch schnell an Qualität, außerdem unterstützt man weder Slow-Motion- oder 4K-Aufnahmen. Die 2,1-Megapixel-Kamera auf der Vorderseite ist für Selfies zwischendurch zu gebrauchen, erzeugt aber ebenfalls keine Kunstwerke. Schade, dass man hier nicht die Kamera des Galaxy S5 verbaut hat, aber das hätte wohl den Preis noch weiter in die Höhe getrieben. Immerhin liefern die Stereo-Lautsprecher eine gute Leistung ab, sodass man mit dem Tab S bei Bedarf seiner Musiksammlung lauschen darf.

Fazit und Empfehlung

Mit dem [[ASIN:B00L5HK24Q|Samsung Galaxy Tab S 10.5]] haben es die Koreaner ohne Zweifel geschafft, ein exzellentes Tablet zu produzieren. Das Display sucht aktuell seinesgleichen und auch die restliche Ausstattung mit Octa-Core-Prozessor und WLAN ac hat es in sich. Der Verzicht auf NFC ist schade, aber zu verkraften. Unserer Meinung kann allerdings das [[ASIN:B00IN1N66I|Xperia Tablet Z2]] mit einer etwas höherwertigen Verarbeitung punkten.

Sowohl die weiße als auch die bronzene Version sind von einem goldenen Kunststoffrahmen umrahmt

Wie bereits erwähnt ist es damit gerade für Fotografen und Designer geeignet, wenn eine farbechte Darstellung benötigt wird. Das hat aber auch seinen Preis: Knapp 440 Euro muss man aktuell für die WLAN-Version auf den Tisch legen, für das [[ASIN:B00L5HA04S|Samsung Galaxy Tab S 10.5 mit LTE]] werden ca. 500 Euro fällig. Dafür bekommt man aber auch ein rundes Paket mit solider Laufzeit und einer genialen Halterung für Cover.


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