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LG G Watch R: Runde Smartwatch mit Android Wear im Test

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Seit der ersten Ankündigung von Android Wear, Googles Betriebssystem für tragbare Geräte, ist bereits einige Zeit vergangen. Inzwischen arbeiten die meisten Smartwatches schon mit Version 2.0, aber auch die Hardware-Entwicklung ging voran und so hat nun auch LG mit der G Watch R eine Uhr mit rundem Display im Angebot. Damit will man der Motorola Moto 360 starke Konkurrenz machen, die zur damaligen Ankündigung bereits für einiges an Aufsehen sorgte. Wir kombinieren aus Einfachheit heute gleich den Test der G Watch R mit einem ersten Praxis-Check von Android Wear.Die LG G Watch R kann mit jedem 22-mm-Armband ausgerüstet werden

Design und Verarbeitung

Gerade bei Smartwatches bleibt die Kompaktheit eine der größten Herausforderungen für die Hersteller. LG meistert diese Aufgabe an dieser Stelle mit einer Dicke von 11 Millimetern ganz gut – Liebhaber von dünnen Uhren müssen jedoch noch etwas warten. Das Gehäuse misst, ohne Krone, eine Breite von 46 Millimetern und auch das Gewicht hält sich mit 62 Gramm noch im Rahmen wie wir finden. Das Gewicht kommt unter anderem durch das mattschwarze Edelstahlgehäuse zustande, das die LG G Watch R besonders robust machen dürfte, sie aber äußerlich eher nach einer Herrenuhr aussehen lässt. Mit der IP67-Zertifizierung ist die G Watch R offiziell gegen Staub und Wasser geschützt.

Das Standard-Armband der G Watch R besteht aus schwarzem Leder und lässt sich mit etwas Geschick schnell austauschen

Ausgeliefert wird sie mit einem schwarzen Lederarmband, welches für den Anfang ausreichend und besser als Gummi ist, wer sich allerdings nach etwas Hochwertigem sehnt kann sich problemlos bei jedem Uhrmacher ein neues 22-mm-Band besorgen. Insgesamt sieht sie im Vergleich zu anderen Smartwatches deutlich mehr "nach Uhr" aus, vor allem aufgrund des runden Displays und des "Sekundenrings".

Auf der Unterseite aus Kunststoff verstecken sich ein Pulsmesser und die passenden Kontakte für die Ladeschale

Weiterhin findet sich an der Seite besagte Krone, um wenigstens ein Bedienelement neben dem Touchscreen zu haben, darunter ist in der Unterseite aus Kunststoff der Pulsmesser eingelassen. Da die Zifferblätter frei wechselbar sind und für jeden Geschmack etwas dabei ist lassen wir diesen Punkt hier außen vor.

Display & Hardware

Bereits beim ersten Blick dürfte klar werden, dass das runde Display das absolute Highlight an der LG G Watch R ist. Mit einem Durchmesser von 1,3 Zoll ist sie etwas größer als die Moto 360, zum Einsatz kommt ein Plastic-OLED-Panel, welches wir so schon vom LG G Flex kennen. Dementsprechend bietet man ein tiefes Schwarz, einen hervorragenden Kontrast und bunte Farben. Die maximale Helligkeit war für uns ebenfalls zu jeder Zeit ausreichend. Die Auflösung beträgt 320 Pixel im Durchmesser, woraus sich eine Pixeldichte von 246 PPI ergibt. Filigrane Zeiger und Linien neigen trotzdem zu ein paar "Treppchen" und unscharfe Kanten.Sehr dünne Zeiger sehen etwas verpixelt aus: LG G Watch R mit POLED-Display

Als Hardware dient ein Snapdragon 400 mit einem 1,2 GHz schnellen Quad-Core-Prozessor und 512 MB Arbeitsspeicher, wodurch die Smartwatch butterweich arbeitet. Dazu kommen 4 GB Massenspeicher, die sich etwas umständlich mit Musik befüllen lassen - so kann zum Joggen auf das Smartphone verzichtet werden, stattdessen reichen Smartwatch und Bluetooth Headset. Der Akku bietet eine im Vergleich zu Smartphones mickrige Kapazität von 410 mAh, bei uns reicht die Ladung jedoch für zwei volle Tage im Betrieb.

Android Wear 2.0

Wie auf den meisten anderen Smartwatches läuft auch auf unserem Modell bereits Android Wear 2.0, weches diverse Verbesserungen mit sich bringen soll. Dabei sollte man nicht zu viel von einer solchen Uhr erwarten: Die Hauptaufgabe besteht darin per Bluetooth 4.0 Low Energy Informationen vom Smartphone zu ziehen und darzustellen. Dazu gehören natürlich die Uhrzeit, neue Benachrichtigungen, die nächsten Navigationsschritte für Google Maps oder auch die neuesten Nachrichten von WhatsApp, Facebook & Co. Je nach App kann darauf auch direkt per Sprachbefehl geantwortet oder die Anwendung auf dem Smartphone geöffnet werden.

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Leider sind genau diese Befehle noch sehr künstlich. Interessiert man sich für seinen Puls lautet das exakte Kommando: "Meine Herzfrequenz anzeigen." Wer "meine Herzfrequenz messen" oder ähnliche Anweisungen gibt, öffnet nicht mehr als ein Fenster mit Google-Suchergebnissen zum brav aufgesagten Satz. Dazu werden an den runden Ecken oftmals noch Bilder abgeschnitten, obwohl Google betonte, dass Android Wear auch für runde Displays optimiert ist. Positiv ist der Fakt, dass das Display immer eingeschaltet ist, jedoch nach ein paar Sekunden in eine stromsparende Darstellung wechselt. So hat man die Uhrzeiz immer zur Hand, obwohl die Laufzeit nur wenig beeinträchtigt wird. Nebenbei bemerkt leistet auch Bluetooth Low Energy eine gute Arbeit, da sich auf unserem Smartphone die Laufzeit ebenfalls kaum vermindert hat.

Insgesamt erleichtert eine Smartwatch das Leben, da man sein Handy öfter in der Tasche lässt. Aktuell kommt man sich noch recht blöd vor, mit einer Uhr zu reden, doch mit der Zeit verbessert sich hoffentlich noch die Kommunikation mit der Uhr.

Fazit

Für uns ist die [[ASIN:B00P2K6N2M|LG G Watch R]] wirklich ein fast "rundes Ding": Man verbaut ein Spitzen-Display, einen Akku der tatsächlich zwei Tage hält und auch das Design kann sich sehen lassen. Zugegeben, von einer Breitling ist man optisch noch weit entfernt, aber so erweitert sich die Zielgruppe etwas abseits der Techies. Nur die Ladeschale beeinträchtigt weiter die Mobilität – ein zweites Ladegerät, ein zweites Kabel und dann noch die Schale, für die Zukunft wäre uns Wireless Charging (Qi) hier deutlich lieber. Auch Android Wear 2.0 braucht noch den letzten Feinschliff

Die Ladeschale der G Watch R ist magnetisch und zieht die Uhr automatisch in die passende Position, angeschlossen wird ein Micro-USB-KabelBei einer kurzen Umfrage konnten wir feststellen, dass junge Leute eher zu "270 Euro für ein paar Extra-Funktionen sind mir zu viel" tendieren, ältere Personen hingen zu "270 Euro für eine schicke Uhr, dazu mit den Funktionen, sind okay". Wer sparen, unbedingt aber mal Android Wear ausprobieren möchte kann auch zur normalen [[ASIN:B00LWUGLP0|LG G Watch]] greifen, die inzwischen weniger als die Hälfte kostet.


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