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LG L Fino - Kompaktes Einsteigergerät mit guter Kamera im Test

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Nachdem wir bereits die letzten beiden Modelle aus LGs G-Serie im Test hatten, feiert nun die L-Serie bei uns ihr Debüt: Das LG L Fino machte bereits zur Vorstellung auf der diesjährigen IFA bereits einen guten ersten Eindruck, nun muss es sich auch bei genauerem Hinsehen beweisen. Zu viel erwarten sollte man nicht, schließlich handelt es sich um ein klassisches Einsteigergerät im Bereich von unter 200 Euro. Wie bereits beim Motorola Moto E könnte sich daraus dennoch ein sehr interessantes Preis-Leistungs-Paket ergeben.

LG L Fino: Die strukturierte Rückseite gibt es neben Weiß und Schwarz auch in Dunkelgrün und Weinrot

Design und Verarbeitung

Wer das Fino zum ersten Mal in die Hand nimmt, der wird wohl kaum an ein elegantes, schlankes Gerät denken – viel eher fühlt es sich etwas klobig an, dafür aber auch sehr robust. Grund dafür ist die Dicke von 11,9 Millimetern, auch das Gewicht von 145 Gramm trägt seinen Teil dazu bei. Im Vergleich dazu ist das Nokia Lumia 630, das ebenfalls einen 4,5-Zoll-Bildschirm besitzt, merklich kompakter. Um dem Einheitsbrei etwas entgegenzuwirken besitzt das Fino eine Rückseite mit einer karierten Struktur, die sich gut anfühlt. Interessanterweise hat man sich auch dazu entschieden neben der NFC-Spule auch die Taster der Rear Keys direkt in die Rückseite zu integrieren – das macht sie leichter austauschbar, erhöht aber auch den Preis der Schale als Ersatzteil.

LG L Fino: Unter der abnehmbaren Rückseite befinden sich Slots für microSD- und Micro-SIM-Karte sowie ein wechselbarer Akku

Unter der abnehmbaren Rückseite verbergen sich je ein microSD- und Micro-SIM-Karten-Slot, dazu ein auswechselbarer Akku. Unserer Meinung nach sind die vom G3 übernommenen Rear Keys hier allerdings nicht so praktisch, da das Gerät deutlich kleiner ist und der Zeigefinger damit nicht so schön auf den Tasten liegt. Insgesamt ist das LG L Fino ein schönes, kompaktes Handy, welches sich wohl eher durch seine Robustheit als ein elegantes Design auszeichnet. Dazu passen auch die gedeckten Farben: Weiß, Schwarz, Dunkelgrün und Weinrot sind das ganze Gegenteil der bunten Lumias.

Leistung

Zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit haben wir einen neuen Testparcours, speziell auf Smartphones und Tablets abgestimmt, erarbeitet. Bei der Zusammenstellung der Testprogramme wurde auf eine möglichst gute Vergleichbarkeit geachtet, auch über mehrere Plattformen hinweg. Nichts desto trotz ist auch weiterhin ein Vergleich zwischen Geräten mit Apple iOS, Google Android und Windows 8 (Tablet) respektive Windows Phone nicht einfach. In den Gesamtwert fließen folgende drei Themenkomplexe mit jeweils gleicher Gewichtung ein:

  1. Ausstattung: Speicherkapazität, Arbeitsspeicher und Pixeldichte
  2. 3D/Spiele: GFX-Bench 2.5/2.7/3.0
  3. Internet: SunSpider (1.0.2) und Rightware BrowserMark 2.0/2.1

GFXbench 2.7 T-Rex HDDes Weiteren finden sie im Diagramm auch Werte für Futuremarks aktuellen 3DMark Ice Storm - da dieser jedoch nicht unter Windows Phone verfügbar ist, fließen die entsprechenden Werte nicht in den Mittelwert ein (die Geräte werden im Diagramm nicht angezeigt). Betrugsversuche der Hersteller, wie Beispielsweise die "Optimierungen" von Samsung und HTC am Futuremark 3DMark, werten wir mit 0 Punkten im entsprechenden Test ab.

[[CHAR:14_phone|4,6-7,11,14,16-17,20,23,25,29-31,32§fff,33]]

Anmerkung: Um eine bessere Übersichtlichkeit zu gewährleisten, werden nur neue Produkte sowie ältere Produkte, auf welche Bezug genommen wird, angezeigt. Eine komplette Übersicht aller getesteten Smartphones und Tablets entnehmen Sie bitte unserer Rangliste.

Wie der Rest des aktuellen Smartphone-Portfolios von LG setzt auch das L Fino auf Android 4.4.2 "KitKat" mitsamt der vom G3 bekannten Optimus UI. Leider merkt man schnell, dass das System nicht auf die geringe Pixeldichte ausgelegt ist, da beispielsweise die "Benachrichtigungsleiste" überfüllt mit Optionen ist und kaum noch dem eigentlichen Zweck dient. Abseits davon läuft das System allerdings meist flüssig und wir konnten spontan keine Fehler erkennen, zudem integriert man auch hier wieder den Knock Code, durch den sich das Smartphone per Klopfzeichen entsperren lässt.

LG L Fino: Durch die geringe Pixeldichte bleibt von der Benachrichtigungsleiste nicht viel übrig, zudem fehlt ein Helligkeitssensor

Als Leistungsspender im L Fino dient ein Qualcomm Snapdragon 200 mit einem 1,2 GHz schnellen Quad-Core-Prozessor und 1 GB RAM, womit sich das Fino über dem Moto E und dem Lumia 630 positionieren kann. Leider sind nur 4 GB Massenspeicher verbaut, die sich schnell per microSDHC-Karte mit bis zu 32 GB erweitern lassen.

LG L Fino: Auch der Knock Code ist wieder mit dabei, zudem lässt sich die Farbe der unten Button-Leiste einstellen

Multimedia

Als Fertiger für Displays jedweder Art kann LG auch hier wieder mit seiner Erfahrung punkten und bietet hier ein IPS-Display, welches durch guten Kontrast und bunte Farben auffällt. Wie in diesem Preisbereich üblich beträgt die Auflösung hier nur 800 x 480 Pixel (207 PPI), was leider nicht mehr ganz zeitgemäß ist – selbst das günstigere Moto E kommt hier auf 256 PPI. Das lässt das Display bei genauerem Hinsehen etwas unscharf wirken, zudem fehlt gehärtetes Glas. Alles in allem ist die Bildqualität für den Preis okay.

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Ein Akku mit 1.900 mAh ist für ein solches Einsteigergerät mehr als ausreichend, wenn man bedenkt, dass das kürzlich getestete Kazam Tornado 2 5.0 mit HD-Bildschirm und Acht-Kern-Prozessor nur auf 1.800 mAh kam. Dadurch ergibt sich auch eine ordentliche Laufzeit von etwa anderthalb Tagen. Leider legt man nur ein Netzteil mit 0,85 Ampere bei, welches das Handy etwas langsamer als gewöhnlich lädt. Gefunkt wird übrigens nur im 3G Netz mit HSDPA bis 21 Mbit/s im Download, zudem verbaut man WLAN b/g/n, Bluetooth 4.0 und – ungewohnt in dem Preisbereich – NFC.

LG L Fino: Bei ausreichend Licht liefert die rückseitige Kamera gute Ergebnisse ab

Ein kleines Highlight bildet die Kamera des LG L Fino: Rückseitig bietet man eine Kamera mit 8 Megapixeln samt Blitz, die bei ausreichend Licht sogar durchaus brauchbare Bilder produziert. Filter und Effekte werden bis auf den Panoramamodus kaum geboten, dafür integriert man einen Sprachauslöser, der auf Befehle wie "Cheese" reagiert. Die Frontkamera fällt mir 0,3 Megapixeln weniger berauschend aus, Videos werden nur mit 800 x 480 (hinten) respektive 640 x 480 Pixeln (vorn) aufgenommen. 

Fazit

Um es auf den Punkt zu bringen: Uns gefällt das [[ASIN:B00LPQCM04|LG L Fino]]. Es ist ein schickes, kompaktes Einsteigergerät, welches perfekt "für Mama oder Papa". Es ist robust, bietet eine aktuelle Software und ist sogar in der Lage gute Fotos aufzunehmen. Wie beim LG G3 s bleibt auch hier der "bitte Nachgeschmack" des fehlenden Helligkeitssensors und der Status-LED, auch die Auflösung konnte höher sein, doch in Anbetracht des Preises von aktuell ca. 150 Euro kann man darüber hinwegsehen.

LG L Fino: Die Front des Smartphones wirkt sehr aufgeräumt und simpel

Im Vergleich zur Konkurrenz in Form von Motorola Moto E und Nokia Lumia 630 ist es zwar ein Stück teurer, bietet dafür aber bessere Kameras und NFC. Eine weitere Alternative wäre das Huawei Ascend Y550 zu einem ähnlichen Preis, dafür aber mit einem deutlich stärkeren Chip und LTE.


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