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LG L Bello: Günstiges Smartphone für 170 Euro im Test

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Unser Smartphone-Jahr 2015 beginnen wir an dieser Stelle mit einem Test des LG L Bello, welches neben dem L Fino als günstiges Einstiegsgerät auf Kundenfang gehen soll. Während letzteres jedoch kompakt und robust wirkt versucht das L Bello sich an das edle Äußere der G3-Reihe heranzutasten, indem man dessen geschliffene Optik nachahmt. Abgesehen davon bleibt die Hardware des zur IFA 2014 vorgestellten Smartphones auf dem Niveau vergleichbarer Geräte in der Preisklasse – ob sie uns überzeugen kann?

LG L Bello: Leider hat man sich hier die NFC-Spule gespart, Speicher- und SIM-Karte nutzen einen gemeinsamen Schacht

Design und Verarbeitung

Wie bereits erwähnt fällt das L Bello mit einer Dicke von 10,7 Millimetern etwas schlanker aus als das Fino, mit 137 Gramm ist es zudem noch ein gutes Stück leichter, um ein Mager-Model handelt es sich deswegen aber dennoch nicht unbedingt. Dafür liegt es durch die gerundete Rückseite zu jeder Zeit gut in der Hand. Durch das 5,0 Zoll große Display ist eine gewisse Ähnlichkeit zum LG G3 s vorhanden – die Rückseite in gebürsteter Optik, die Rear Keys, auch die Farben – Weiß, Schwarz und Gold – sind ähnlich. Alles in allem wirkt die Verarbeitung durch diverse kleine Details nicht ganz so hochwertig wie bei der G-Serie.

LG L Bello: Die geschliffene Optik erinnert an die G-Serie, auch die Rear Keys sind wieder mit dabei

Unter dem Deckel verstecken sich ein austauschbarer Akku sowie ein Doppeleinschub für je eine microSD- und Micro-SIM-Karte, eine NFC-Spule ist hier nicht aufzufinden. Durch das große Display liegen die Rear Keys hier wieder perfekt unter dem Finger, darüber befindet sich die Kamera zusammen mit einem LED-Blitz. Weiterhin ist an der Unterseite des L Bello eine Micro-USB-Buchse verbaut, Kopfhörer oder Headset werden an der Oberseite eingesteckt. Insgesamt macht das Bello eine gute Figur und gibt ein schönes, günstiges Smartphone ab.

Leistung

Zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit haben wir einen neuen Testparcours, speziell auf Smartphones und Tablets abgestimmt, erarbeitet. Bei der Zusammenstellung der Testprogramme wurde auf eine möglichst gute Vergleichbarkeit geachtet, auch über mehrere Plattformen hinweg. Nichts desto trotz ist auch weiterhin ein Vergleich zwischen Geräten mit Apple iOS, Google Android und Windows 8 (Tablet) respektive Windows Phone nicht einfach. In den Gesamtwert fließen folgende drei Themenkomplexe mit jeweils gleicher Gewichtung ein:

  1. Ausstattung: Speicherkapazität, Arbeitsspeicher und Pixeldichte
  2. 3D/Spiele: GFX-Bench 2.5/2.7/3.0
  3. Internet: SunSpider (1.0.2) und Rightware BrowserMark 2.0/2.1

GFXbench 2.7 T-Rex HDDes Weiteren finden sie im Diagramm auch Werte für Futuremarks aktuellen 3DMark Ice Storm - da dieser jedoch nicht unter Windows Phone verfügbar ist, fließen die entsprechenden Werte nicht in den Mittelwert ein (die Geräte werden im Diagramm nicht angezeigt). Betrugsversuche der Hersteller, wie Beispielsweise die "Optimierungen" von Samsung und HTC am Futuremark 3DMark, werten wir mit 0 Punkten im entsprechenden Test ab.

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Anmerkung: Um eine bessere Übersichtlichkeit zu gewährleisten, werden nur neue Produkte sowie ältere Produkte, auf welche Bezug genommen wird, angezeigt. Eine komplette Übersicht aller getesteten Smartphones und Tablets entnehmen Sie bitte unserer Rangliste.

Nach einigen Tests von LG-Geräten sind wir das Programm inzwischen gewohnt: Google Android 4.4.2 samt eigener Optimus UI wird als Betriebssystem genutzt, eine Kombination, die sich bewährt hat. Durch die etwas höhere senkrechte Auflösung ist von den Benachrichtigungen mehr zu sehen als noch beim LG L Fino, leider kommt es stellenweise zu kleinen Rucklern, das gewisse Etwas zum Prädikat "butterweich" fehlt hier. Dafür sind alle unsere beliebten Features an Bord: Der Knock Code zum Entsperren, KnockOn zum Aufwecken des Smartphones durch Antippen des Displays und natürlich auch eine verstellbare Tastatur und individuelle Navigationstasten.

LG L Bello: Das Einstellungsmenü ist aufgeräumt, die Navigationsleiste lässt sich nach belieben verändern

Mekrwürdigerweise verbaut LG beim L Bello einen MediaTek MT6582 SoC mit einem 1,3 GHz schnellen Quad-Core-Prozessor und 1 GB Arbeitsspeicher, was dem Gerät eine ähnliche Leistung wie dem L Fino beschert. Dafür fällt der verfügbare Speicher mit 8 GB etwas größer aus, zudem kann über den microSDHC-Slot eine Speicherkarte mit bis zu 32 GB nachgerüstet werden.

Multimedia

Das Display verfügt über eine mit 854 x 480 Pixeln leicht gesteigerte Auflösung, doch durch die ebenso größere Bildschirmdiagonale fällt die Pixeldichte mit 196 PPI ungewöhnlich klein aus. Das lässt das Display beim genaueren Hinsehen unscharf wirken und ist nicht mehr auf dem Stand der Technik – zu diesem Preis gibt es bereits Geräte mit HD-Display. Immerhin macht das IPS-Panel optisch eine gute Figur und kann einer guten farblichen Darstellung punkten. Leider fehlen auch hier wieder gehärtetes Glas und ein Helligkeitssensor, sodass die Helligkeit ständig per Hand nachgeregelt werden muss.

LG L Bello: Über die Task-Leiste lassen sich schnell Einstellungen vornehmen, die Kamera reagiert zudem auf Sprachbefehle

Der mitgelieferte Energiespeicher fällt mit 2.540 mAh genauso groß aus wie beim LG G3 s, was für die verbaute Hardware auch mehr als ausreichend ist. Im Test kamen wir mit einer Ladung problemlos über einen ganzen Tag, bei sparsamer Nutzung schafft man auch einen halben zweiten. Zwecks Datenübertragung stehen HSPA+ mit bis zu 21 Mbit/s im Download bereit, alternativ kann man auch auf WLAN b/g/n zurückgreifen. Weiterhin bietet man auch Bluetooth 4.0 an, NFC sucht man jedoch vergebens.

Während man auf der Rückseite des Smartphones auf das bekannte 8-Megapixel-Modell mit Blitz setzt wurde die Frontkamera auf 1,0 Megapixel aufgerüstet, um hier nun auch HD-Aufnahmen zu ermöglichen. Beide produzieren bei ausreichend Licht wirklich ansehnliche Fotos, sobald es dämmert beginnen Fotos jedoch zu rauschen und unscharf zu werden. Auch der Sprach- und Gestenauslöser ist wieder mit dabei, dafür sind quasi keine Effekte und Filter vorhanden. Die rückseitige Kamera unterstützt Full HD-Videos, die vorderseitige ist in der Lage HD-Videos aufzunehmen. Schlussendlich ist der Lautsprecher durchaus in der Lage laut zu sein, die Qualität klingt allerdings eher blechern.

Fazit und Empfehlung

Uns gefällt das [[ASIN:B00NY6056Q|LG L Bello]]: Es bietet ein gutes Ausstattungspaket, sieht schön aus und ist relativ günstig zu haben. Einmal mehr fehlen uns Helligkeitssensor und Status-LED, NFC wäre hier auch "nice to have", einzig und allein die geringe Auflösung des Displays ist für uns ein richtiger Minuspunkt. Wir sind gespannt, was LGs neue Generation zum Mobile World Congress Anfang März mit sich bringt.

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Bis dahin bietet das Bello mit einem Preis von 160 bis 180 Euro einen interessanten Einstieg in die Smartphone-Welt, Alternativen wären das HTC Desire 516 oder das Wiko Rainbow 4G mit LTE, auch das aktuelle Motorola Moto G wäre einen Blick wert.


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