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Wiko Highway Signs - Mittelklasse-Leistung im Einsteigergewand

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Bereits zur vergangenen IFA im Herbst 2014 fanden wir am Stand des französischen Smartphone-Herstellers Wiko zahlreiche vielversprechende Modelle, die wir uns genauer anschauen wollten. Gesagt, getan. Und obendrauf hatte das Highway Signs sogar das Glück uns zur CP+ nach Japan zu begleiten zu dürfen. Als etwas verkleinerte und abgespeckte Version des normalen Wiko Highway haben wir unsere Ansprüche nicht zu hoch geschraubt, aber seit dem Moto G weiß man, dass man auch in der unteren Preisklasse positiv überrascht werden kann.

Design und Verarbeitung

Das Grundkonzept vom Wiko Highway und Highway Signs erinnert uns etwas an Sonys Xperia Z3 oder das Huawei Ascend P7: Vorn und hinten Glas, dazwischen ein Rahmen aus Metall – hier leider nur in Alu-Optik. Auch insgesamt wirkt die Verarbeitung nicht wirklich hochwertig, sodass beispielsweise die recht scharfe Kante des weißen Rahmens übersteht. Ergebnis ist ein Smartphone, das nicht angenehm in der Hand liegt. Zudem ist uns im Dunkeln aufgefallen, dass an der linken Seite des Rahmens Licht austritt. Alle relevanten Tasten sind an der rechten Seite platziert, was die Bedienung prinzipiell vereinfacht, allerdings ist uns die intuitive Unterscheidung zwischen Lautstärkewippe und Power- Button im Dunkeln schwer gefallen.

Wiko Highway SignsAn der Oberseite des Smartphones ist wie so oft der Kopfhöreranschluss angebracht, an der Unterseite findet sich der micro USB 2.0-Port. Um dem Unibody-Design gerecht zu werden ist an jeder Seite je ein Slot untergebracht – einer für eine Micro-SIM-Karte, einer wahlweise für eine Nano-SIM-Karte oder eine microSD-Karte. Typisch für Wiko ist auch die Farbauswahl mit Schwarz, Weiß, Blau, Rot und Violett umfangreich gehalten.Wiko Highway Signs: Die Kamera auf der Rückseite löst mit 8 MP auf

Eines muss man dem Highway Signs allerdings lassen: Mit einer Dicke von 7,8 Millimetern und einem Gewicht von 124 Gramm wäre es durchaus fit für "Germany's Next Topmodel". Zum Abschluss grob zusammengefasst: Auf den ersten Blick schön anzusehen, jedoch macht sich schnell ein "Billig-Gefühl" breit.

Leistung

Zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit haben wir einen neuen Testparcours, speziell auf Smartphones und Tablets abgestimmt, erarbeitet. Bei der Zusammenstellung der Testprogramme wurde auf eine möglichst gute Vergleichbarkeit geachtet, auch über mehrere Plattformen hinweg. Nichts desto trotz ist auch weiterhin ein Vergleich zwischen Geräten mit Apple iOS, Google Android und Windows 8 (Tablet) respektive Windows Phone nicht einfach. In den Gesamtwert fließen folgende drei Themenkomplexe mit jeweils gleicher Gewichtung ein:

  1. Ausstattung: Speicherkapazität, Arbeitsspeicher und Pixeldichte
  2. 3D/Spiele: GFX-Bench 2.5/2.7/3.0
  3. Internet: SunSpider (1.0.2) und Rightware BrowserMark 2.0/2.1

GFXbench 2.7 T-Rex HDDes Weiteren finden sie im Diagramm auch Werte für Futuremarks aktuellen 3DMark Ice Storm - da dieser jedoch nicht unter Windows Phone verfügbar ist, fließen die entsprechenden Werte nicht in den Mittelwert ein (die Geräte werden im Diagramm nicht angezeigt). Betrugsversuche der Hersteller, wie Beispielsweise die "Optimierungen" von Samsung und HTC am Futuremark 3DMark, werten wir mit 0 Punkten im entsprechenden Test ab.

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Anmerkung: Um eine bessere Übersichtlichkeit zu gewährleisten, werden nur neue Produkte sowie ältere Produkte, auf welche Bezug genommen wird, angezeigt. Eine komplette Übersicht aller getesteten Smartphones und Tablets entnehmen Sie bitte unserer Rangliste.

Wie bereits beim Wiko Rainbow setzt man wieder auf ein Standard-Android ohne eigene Oberfläche, hier in Version 4.4.2 "KitKat", was noch als aktuell durchgeht. Lediglich Kleinigkeiten wie ein Datei-Manager oder eine Back-up-App sollen das gewisse Extra bieten. Insgesamt fällt der Funktionsumfang im Vergleich mit Geräten von LG oder Samsung recht dünn aus, auch die Verwendung einer Menü-Taste weicht ab vom Einheitsbrei.

Wiko Highway Signs: Die eingesetzte Android-Version unterscheidet sich nur geringfügig von der auf Nexus-Geräten

Die leistung reicht für eine flüssige Bedienung, haut uns aber auch nicht unbedingt aus den Socken. Wie auch das Kazam Tornado 2 5.0 setzt man hier auf einen MediaTek MT6592 Octa-Core-Prozessor mit 1,4 GHz, doch die schwächelnden Cortex-A7-Kerne kommen schnell an ihre Grenzen. 1 GB Arbeitsspeicher sowie 8 GB Massenspeicher passen in den Durchschnitt, bei Bedarf lässt sich letzterer via microSD-Speicherkarte um bis zu 32 GB erweitern.

Multimedia

Als eine der Stärken des Wiko Highway Signs stellte sich interessanterweise das Display heraus: Mit einer Diagonale von 4,7 Zoll ist es noch angenehm groß, die Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln (312 PPI) für den Preis in Ordnung. Vor allem die positiven Eigenschaften des IPS-Panels – gute Blickwinkelstabilität, naturgetreue Farben und ein hoher Kontrast – überzeugen uns im Test. Für den Schutz ist das inzwischen nicht mehr ganz aktuelle Gorilla Glass 2 zuständig, über das rückseitige Glas gibt man keine Auskunft.

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Eins der Opfer der kompakten Bauweise ist auf jeden Fall der Akku: Gerade mal 2.000 mAh stehen für die acht Rechenkerne und das HD-Display bereit – immerhin etwas mehr als beim Modell von Kazam. Für einen Tag Betrieb ist die Ladung ausreichend, etwas mehr wäre aber als Puffer wünschenswert. Gefunkt wird beim Highway Signs mit HSPA+ (bis zu 21 Mbit/s), für LTE müsste man stattdessen zum Highway 4G greifen. Als kleines Extra stellt man Dual-Band WLAN a/b/g/n bereit, ebenso GPS und Bluetooth 4.0. NFC fehlt hingegen.

Die Bildqualität reißt 2015 niemanden mehr vom Hocker: Wiko Highway SignsWer hätte es gedacht: Auch das Highway Signs verfügt über zwei Kameras, rückseitig ein Modell mit 8 Megapixeln und Blitz, vorn sind es gleich 5 Megapixel für den Selfie-Trend. Full HD-Videos werden von beiden unterstützt, die Kamera-App ermöglicht Panorama- und HDR-Aufnahmen. Auch ein Lächelauslöser ist mit dabei, funktioniert aber nicht so ganz wie gewünscht. Die Qualität der Fotos und Videos hält sich in Grenzen, Details gehen schnell verloren. Vor allem abends werden die Aufnahmen unscharf und verrauscht. Hier hat LG in der Preisklasse eindeutig die Nase vorn. Auch der Lautsprecher klingt dünn, die Dynamik fehlt ebenso wie die Tiefen – immerhin übersteuert er nicht.

Fazit und Empfehlung

Einer der größten Minuspunkte des [[ASIN:B00NABOVCE|Wiko Highway Signs]] ist leider die Verarbeitung – der Rahmen des Gerätes konnte uns absolut nicht überzeugen, das Display dafür umso mehr. Kameras, Performance und Speicherausstattung liegen irgendwo im Durchschnitt. Wirklich schade ist der Punkt, dass sich Käufer für eine zweite SIM- oder eine Speicherkarte entscheiden müssen, beides geht nicht.Entweder Dual-SIM oder microSD: Das Wiko Highway Signs kann nur eine der beiden Karten aufnehmen

Der Preis ist mit ca. 160 Euro (Stand 20.02.2015) aktuell interessant gewählt, gerade im Vergleich zu Geräten wie dem LG L Bello. Insgesamt macht man mit dem Gerät nicht viel falsch, mit einem Bumper oder einer Hülle kann man auch über den Rahmen hinwegschauen. Wer noch etwas mehr Ausstattung und Design braucht kann auch zum [[ASIN:B00IF11FWI|Wiko Highway]] für ca. 300 Euro greifen.


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