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Canon LEGRIA HF M52 - Viel technisches Know-How trifft auf eine umfangreiche Ausstattung

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Camcorder gibt es, zumindest gefühlt, wie Sand am Meer und immer wieder wollen sich die Hersteller mit neuen technischen Rekorden übertrumpfen. Umso erstaunlicher hier Canon mit dem LEGRIA HF M52: "nur" 2,07 Megapixel würde man gemeinhin als schlechtes Argument für einen Camcorder der gehobenen Preisklasse ansehen. Zurecht?

Ausstattung, Handhabung und Design

Doch zuerst zum nicht weniger wichtigen Teil rund um das Thema Ausstattung. Hier lässt sich Canon nicht bitten und agiert beim [[ASIN:B006WZZLTC|LEGRIA HF M52]] getreu dem Kredo "Nicht kleckern, klotzen!". 32 GB eingebauter Speicher reichen für knappe vier Stunden Videoaufnahmen in höchster Qualität und lassen sich zudem noch mit einer SDXC-Karte um aktuell bis zu 128 GB erweitern. Dies sollte dann auch für den nächsten Urlaub mehr als genügen.

Ebenfalls erwähnenswert ist ein eingebautes W-LAN Modul mitsamt zugehöriger DLNA-Funktionalität. Der LEGRIA HF M52 muss dementsprechend nicht mit einem Kabel an den heimischen HDTV angeschlossen werden, sondern kann sich alternativ auch in das (einmalig einzurichtende) W-LAN Netz einwählen. Anschließend können alle DLNA-fähigen Geräte (Computer, Tablets sowie Fernseher und Blu-Ray Player mit Netzwerkschnittstelle) auf den Camcorder zugreifen und sowohl Bilder als auch Videos wiedergeben - Ein weitere Konfiguration ist nicht von Nöten. Leider müssen Videos oft von der Kamera in ein "verträgliches" Format umgewandelt werden. So können, je nach Videolänge und Format/Qualität, vom "Klick" auf das Video bis zur Anzeige einige Sekunden oder gar Minuten vergehen. Hier heißt es für Canon und die Firmen im DLNA-Konsortium: nacharbeiten!Canon LEGRIA HF M52

Alternativ kann natürlich auch ein mini-HDMI Kabel herhalten. Neben eben jenen Anschluss bietet der LEGRIA HF M52 ebenfalls einen Mikrofon-Eingang als auch Kopfhörer-Ausgang. Somit lassen sich die, auch manuell einstellbaren, Audio-Pegel  während der Aufnahme überwachen und die Tonqualität mittels eines externen Mikrofons zugleich massiv steigern. Leider scheint es nicht möglich Mikrofone zu betreiben die zwingend eine so genannte Phantomspannung benötigen - exemplarisch seien hier einmal die meisten Lavalier-Mikrofone genannt.

Nahezu alle Einstellungen werden über das drei Zoll Touchdisplay vorgenommen. Selbiges lässt sich besser bedienen als die meisten anderen berührungsempfindlichen Bildschirme der Camcorder-Konkurrenz. Jedoch ist man leider immer noch weit entfernt von der Bildschärfe und besonders der Reaktivität von AMOLED Displays mit kapazitiven Touchscreens, wie sie heute fast durchweg in Smartphones und Tablets vorkommen. So lassen sich beispielsweise Schieberegler nur mehr schlecht als recht justieren.

Bild- und Tonqualität

Wie bereits eingangs erwähnt setzt Canon auf einen CMOS Sensor mit lediglich 2,07 Megapixel Auflösung. Was im ersten Moment wenig klingen mag, ist für einen Camcorder genau richtig. Denn FullHD löst mit 1920x1080 Bildpunkten auf und dies macht ~2,07 Megapixel. Der Vorteil sind generell größere Pixel, was zu einer besseren Bildqualität bei wenig Licht führt und dem Camcorder ebenfalls Interpolation erspart - und Letztere geht meistens zu Lasten der Bildschärfe.

Wirklich "nativ" wären zwar 8,29 Megapixel, doch dies würde an dieser Stelle zu weit führen. Interessierten seien aber die Stichwörter Bayer-Matrix sowie Demosaicing genannt.

Was am Ende zählt ist die Bildqualität und diese kann sich mehr als sehen lassen. Die Videos sind farblich neutral, bieten einen guten, nicht übertriebenen Kontrast und sind beinahe durchweg als sehr scharf zu bezeichnen. Lediglich im Nahbereich mangelt es dem zehnfach Zoom-Objektiv etwas an Bildschärfe.

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Einschnitte muss man jedoch im Bereich der Tiefenschärfe-Effekte machen. Denn an die mögliche Freistellung sowie die einfache, manuelle Fokussierung - wie es (lichtstarke) Objekte an den immer mehr in Mode kommenden DSLR-Kameras ermöglichen - kommt der Canon LEGRIA HF M52 nicht im Ansatz heran. Zwar gibt es einige Effektfilter, jedoch nicht mit vergleichbaren Resultaten. Der Autofokus (AF) arbeitet meist zuverlässig, nur Schwenks in und aus den Makro-Bereich setzt der LEGRIA HF M52 eher träge um.

Der Zoom lässt sich sehr weich bedienen und ist nicht ohne weiteres zu ruckartigen Bewegungen zu bringen. Der Bildstabilisator arbeitet bis in die mittleren Zoomstufen hinein gut bis sehr gut. Wer jedoch den zehnfach-Zoom voll ausnutzen möchte, sollte unbedingt ein Objektiv zur Hand nehmen. Denn hier neigt der Bildstabilisator zu "eiernden" Bewegungen.

Fazit

Der große Vorteil des [[ASIN:B006WZZLTC|Canon LEGRIA HF M52]] liegt in seiner einfachen Handhabung, dem großen Funktionsumfang als auch einer als üppig zu bezeichnenden Ausstattung. Ambitionierte Filmer werden sich am Audio-Monitoring, externen Mikrofonen und manuellen Audio-Pegeln erfreuen. Tiefere Eingriffe in das Bildgeschehen, wie es DSLR-Kameras mit lichtstarken Optiken bieten, bleiben jedoch außen vor.

Hier hängt es einzig und allein vom Fokus des Anwender ab: Für das Urlaub- oder Familienvideo "zwischendurch" ist der LEGRIA HF M52 vorzuziehen, kleinere "Hobby-Filmprojekte" lassen sich mit einer DSLR-Kamera jedoch weitaus cineastischer gestalten.


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