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Rode Wireless Go - Funk-Mikrofon für unter 200 Euro im Test

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Bis vor kurzem noch waren Funk-Mikrofone vor allem eines: Teuer. Und damit einhergehend zumeist im professionellen oder semi-professionellen Umfeld anzutreffen. Dabei bieten Lavalier- und Handmikrofone mit Funksendern eine Flexibilität, von der auch Vlogger, Hobby-Filmer und Co. profitieren. Mit dem Rode Wireless Go ist nun ein neues Einsteiger-System für unter 200 Euro verfügbar.

Lieferumfang, Design und Akku

Das Rode Wireless Go ist aktuell bereits für knapp 190 Euro im Handel erhältlich und kostet damit nur etwa ein Drittel dessen, was Profis für "Klassiker" wie Sennheisers EW-100-Serie investieren müssen. Auffällig ist insbesondere die kompakte Bauform: Je 44 x 44 x 14 mm klein sind Sender und Empfänger, knapp fünf Millimeter dicker, wenn man den integrierten Clip zur Befestigung an Hemd, Hose, Kameragurt oder Blitzschuh mitzählt. Auch das Gewicht von je etwas über 30 g fällt im Fotorucksack nicht weiter auf.

Lieferumfang des Rode Wireless Go

Im Vergleich zu professionelleren Modellen sind die Einstellmöglichkeiten überschaubar: Ein/Aus, Ausgangspegel in drei Stufen, Sender und Empfänger koppeln – fertig. Immerhin lassen sich auf dem kleinen OLED-Display des Empfängers der Tonpegel und die Akkustände von Empfänger und Sender einfach ablesen.

Eine weitere, für einige Anwender womöglich wichtigere Einschränkung liegt in den fest verbauten Li-Ion-Akkus. Zwar ist die Akkulaufzeit mit bis zu sieben Stunden ausreichend, selbst für etwas längere Drehtage. Jedoch altern Li-Ion-Zellen neben Ladezyklen auch im Laufe der Zeit, wodurch das Rode Wireless Go spätestens mit dem Lebensende des Akkus nicht mehr nutzbar ist.

Einen großen Vorteil, neben der kompakten Bauform, bietet die Li-Ion-Lösung jedoch: Geladen werden Sender und Empfänger über eine moderne USB-C-Schnittstelle in etwa zwei Stunden, was auch das Aufladen unterwegs über USB-Powerbanks ermöglicht. Zwei passende Kabel von USB-A auf USB-C sind im Lieferumfang enthalten.

Tonqualität und Reichweite

Eine weitere Besonderheit des Rode Wireless Go: Der Sender verfügt über ein eingebautes Mikrofon, sodass kein Ansteckmikrofon benötigt wird. Natürlich lässt sich optional auch ein Lavalier via 3,5-mm-Klinke anschließen. Leider verzichtet Rode beim Klinke-Anschluss auf ein Schraubgewinde, weshalb Einsätze mit viel Bewegung (Hochzeiten, Bühnenauftritte o.ä.) nicht empfehlenswert sind.

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Das integrierte Mikrofon überrascht derweil mit einer soliden Tonqualität, die sich nicht vor Mittelklasse-Lavalier-Mikrofonen wie dem Sennheiser ME-2 zu verstecken braucht. Einzig störend bei Videoaufnahmen: Wird das Wireless Go mit dem Clip an Hemd, Sakko oder Jacke montiert, sind das Rode-Logo sowie zwei leuchtende LEDs deutlich erkennbar. Weniger ist eben manchmal doch mehr.

Das Rode Wireless Go funkt im 2,4-GHz-Frequenzband und ist damit praktisch weltweit nutzbar. Die Kehrseite: Im gleichen Frequenzbereich sind auch andere Funktechnologien wie W-LAN und Bluetooth unterwegs, die die Reichweite deutlich einschränken können. Im freien Feld und bei Sichtkontakt stellen 90-95 m Entfernung das Limit dar – gut 20 m mehr als von Rode versprochen. Aber: Menschen, Bäume, Sträucher, Fahrräder, Bänke... Jede Behinderung kann die Reichweite schnell auf 10 m oder weniger senken.

Fazit und Empfehlung

Das [[ASIN:B07QGGBNMN|RØDE Wireless Go]] ist klein, kompakt und mit unter 200 Euro unschlagbar günstig für eine Marken-Funkstrecke. Eine der wenigen Verbesserungsmöglichkeiten wäre ein Schraubgewinde für das optionale Lavalier. Der integrierte Akku ist Fluch und Segen in einem: Den kompakten Abmessungen steht eine potentiell kürzere Lebensdauer gegenüber.


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