ValueTech
Technik. Einfach. Verstehen.

Sony Alpha 57 (SLT-A57Y) mit Sony SAL50F18 im Test

|

Sony's Alpha-Serie zählt im Vergleich zu Canon und Nikon zu den weniger verbreiteten DSLR-Kameras, doch an Innovationen mangelt es sicherlich nicht. Die SLT-A57 (Single Lens Translucent [Mirror]) setzt nicht wie die restliche DSLR-Konkurrenz auf einen Schwing-, sondern auf einen halbdurchlässigen Spiegel und ermöglicht somit einen ruhigeren Betrieb und schnelle Serienbildaufnahmen. Doch was bringt der etwas andere Ansatz im Alltag wirklich und wie sieht es mit der Bildqualität aus?

Verarbeitung und Bedienung

Wir haben das Modell A57Y getestet. Dies bedeutet: neben der eigentlichen Kamera, der [[ASIN:B007KZRSNU|Sony Alpha 57]], werden auch ein 18-55 mm sowie ein 55-200 mm Kit-Objektiv mitgeliefert. Zusätzlich haben wir auch den allseits beliebten Brennweiten-Klassiker für Einsteiger mit getestet - Das 50 mm Objektiv Sony SAL50F18.

Die Verarbeitungsqualität ist dem Preisbereich entsprechend gut, kommt jedoch nicht an die der teureren Modelle heran. Wer auf der Suche nach Staub- und Spritzwasser-geschützten Gehäusen aus Magnesium ist, muss auch bei Sony tiefer in die Tasche, respektive zu den höheren Modellreihen greifen.

Sony auf dem IFA Innovations Media Briefing

Ein Unterschied fällt, im wahrsten Sinne des Wortes, direkt ins Auge. Da die Sony A57 keinen Schwingspiegel besitzt, bietet sie auch keinen optischen Sucher. Der (kleine) Teil des nach oben hin reflektierten Lichts wird ausschließlich für die Autofokus-Sensoren (Phasen-AF) benutzt, der Sucher ist hingegen rein digital ausgeführt und wird - wie die LiveView-Ansicht auf dem großen Display - mit Bilddaten vom Sensor her versorgt.

Dabei macht es Sony dem Anwender recht leicht mit der Kamera umzugehen, denn beide Displays zeigen exakt das gleiche Bild und bieten die gleichen Einstellmöglichkeiten. Qualitativ gehört der digitale Sucher zu den aktuell besten am Markt, von der Qualität eines optischen Suchers, besonders bei wenig Licht oder harten Kontrasten, ist auch die Sony Alpha 57 noch weit entfernt.

Auch sonst ist die Steuerung intuitiv gelöst und orientiert sich vornehmlich an den Bedürfnissen von Einsteigern und ambitionierten Hobby-Fotografen. Die wenigen Bedienelemente sind gut positioniert und ohne besondere Fertigkeiten mit den eigenen Fingern schnell und intuitiv zu erreichen. Auch die gummierte Daumenablage ist wohl positioniert als auch rutschfest.

Bildqualität Foto

Mit einer Auflösung von 16 Megapixeln und einem CMOS-Sensor im APS-C Format bietet Sony erst einmal gewöhnliche Kost auf dem Papier und auch im Alltag ist die Leistung durchaus solide. Die beiden getesteten Kit-Objektive machen bereits von der Verarbeitung her nicht den besten Eindruck und dieser Eindruck setzt sich auch bei der Optik fort. Zwar lässt sich über die generelle Bildschärfe nicht klagen, schwierige Lichtsituationen wie Gegenlicht oder Situationen mit hohem Kontrast liegen aber weder dem Sony SAL1855 (18-55 mm) noch dem SAL55200 (55-200 mm).

Testbild von der Sony Alpha 57 mit SAL50F18 (50mm; f/3.2; 1/2500s; ISO 100)Das [[ASIN:B002CQB4J6|Sony SAL50F18]] wiederum reizt die Möglichkeiten des Sensors deutlich eher aus. Nun lässt sich auch mit dem vorhandenen Licht sehr gut arbeiten, Aufnahmen im Dunklen sind kein größeres Problem - auch dank des geringen Bildrauschens des Sony-Sensors - und das sehr weiche Bokeh ermöglicht auch dem Einsteiger in vielen Lebenslagen schöne Bilder aufzunehmen. Für knapp 150 Euro eine absolut lohnende Investition, sofern man sich denn für die Sony Alpha 57 entschieden hat.

Im Bereich Serienbildaufnahmen sind die von Sony angegebenen "Bis zu 12 Bilder/Sekunde" durchaus wörtlich zu verstehen. In voller Auflösung sowie im RAW-Modus werden "nur" etwa 8 Bilder je Sekunde erreicht. Dank eines großen internen Speichers kann die A57 immerhin 21 RAW-Bilder im vollen Tempo aufnehmen, anschließend limitiert jedoch die Speicherkarte. Leider unterstützt die Sony A57 noch keine UHS-I Speicherkarten, trotzdem raten wir zu einer schnellen Speicherkarte um die großen Datenmangen sowohl schnell abspeichern als auch auf den heimischen PC übertragen zu können.

Bildqualität Video

Eine weitere Besonderheit ist der Videomodus der Alpha 57. Zugegeben, FullHD ist heute mehr Plicht als Kür. Einen FullHD-Modus mit 50 Vollbildern je Sekunde (1080p50) bieten jedoch nur wenige Kameras. Der Vorteil liegt in sehr fließend wirkenden Bewegungsabläufen sowie einer hohen Bildschärfe, auch und besonders bei schnellen Bewegungen. Leider unterstützten noch nicht viele Videoplattformen derartiges Material - So mussten auch wir feststellen, dass das YouTube-Video auf den Servern von YouTube wieder auf 25 Vollbilder "zusammengestutzt" wurde.

[[YT:Lu5TxvEmOUw]]

Fazit

Die [[ASIN:B007KZRSNU|Sony Alpha 57]] richtet sich sowohl an absolute DSLR-Einsteiger als auch an ambitionierte Nutzer mit etwas mehr Erfahrung und konkreten Vorstellungen an ihre neue Kamera. Für Einsteiger eignet sich wahrscheinlich eher die Variante [[ASIN:B007KZRT0M|Sony SLT A57Y]] mit den beiden Kit-Objektiven. Zwar bieten diese weder eine gehobene Verarbeitung noch eine herausragende optische Qualität, dafür jedoch ein hohes Maß an Flexibilität.

Ambitionierteren Nutzern kann dagegen nur zum Kauf "spezieller"  Objektive geraten werden. Wer sich gerne im Bereich Portraitfotografie probieren möchte, erhält mit dem [[ASIN:B002CQB4J6|Sony SAL50F18]] ein äußerst leistungsfähiges Werkzeug zum fairen Preis von knapp 150 Euro.


Kommentare