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D7200 - Nikons Mini-Update in der DSLR-Mittelklasse im Test

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Kurz nach der zweitgrößten Fotomesse der Welt, der CP+ in Japan, stellte Nikon Anfang März die D7200 vor: Nach Zahlen eine äußert moderate Modellpflege der eigenen Mittelklasse mit Bildsensor im DX-Format. Ob sich das Update trotzdem lohnt klärt unser Test. Auch die Konkurrenz schläft natürlich nicht und hat überaus spannende Gegenspieler im Gepäck.Nikon D7200: Das Gehäuse unterscheidet sich nicht vom Vorgänger

Design und Verarbeitung

Beim Design lässt Nikon nichts anbrennen und orientiert sich stark am Vorgänger - sehr stark. Nach eigenen Angaben haben sich die Abmessungen auch nicht um den Zehntel eines Millimeters verändert und auch das Gewicht ist mit 765 Gramm identisch zu dem der D7100. Dementsprechend lassen sich auch am Bedienkonzept keinerlei Änderungen feststellen. Wer sich mit dem Bedienkonzept von Nikons Einsteiger- bis Mittelklasse-DSLRs auskennt, wird auch mit der D7200 schnell zurechtkommen.

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Das Display auf der Oberseite zeigt die gleichen Werte wie der Vorgänger an und bietet so einen Überblick über alle entscheidenden Einstellungen im Fotobetrieb. So werden unter anderem die "Basiswerte" (Belichtungszeit, Blende, ISO), die übrigen Bilder auf der Speicherkarte, das eingestellte Format sowie die zugehörige Speicherkarte und der Akkustand angezeigt. Das rückseitige, 3,2" große Display löst wie gehabt mit knapp über einer Million Bildpunkten auf und auch die Farbdarstellung sowie der Kontrast sind auf sehr hohem Niveau. Auf die Integration eines Touch-Displays verzichtet Nikon leider.

Bildqualität

Mit 24 Megapixeln löst die Nikon D7200 nicht höher auf als der Vorgänger, nur der Bildprozessor wurde auf den EXPEED 4 aktualisiert. So ist es wenig verwunderlich, dass die Bilder von der Nikon D7100 und D7200 rein visuell eine sehr ähnliche Qualität aufweisen.Testbild Nikon D7200 + AF-S Nikkor 70-200 mm f/4G ED VR | 70 mm, f/5, 1/400 s, ISO-100

Dank des, abermals, fehlenden Tiefpass-Filters kann die Detailschärfe durchweg überzeugen. Mit dem richtigen Objektiv vor der D7200 entstehen bis auf den Pixel gestochen scharfe Bilder. Speziell bei niedrigen ISO-Werten liefert der Bildsensor in der Nikon D7200 eine exzellente Bildschärfe ab und kann auch mit einem guten Dynamikumfang punkten.Testbild Nikon D7200 + AF-S Nikkor 70-200 mm f/4G ED VR | 100 mm, f/5, 1/500 s, ISO-200

Jedoch verliert auch die D7200 verhältnismäßig schnell an Schärfe bei höheren ISO-Werten und auch das Bildrauschen wird (in der 100-Prozent-Ansicht) bei RAW-Bildern früh sichtbar. Glücklicher Weise lässt sich letzteres gut filtern und so auch noch mit Empfindlichkeiten von ISO-3.200 passable Ausdrucke auf DIN-A3-Größe anfertigen.

Serienbild und Autofokus

Als DSLR mit Crop-Sensor in der gehobenen Mittelklasse ist die Nikon D7200 prädestiniert für den Einsatz als Kamera für Sport- und Wildlife-Aufnahmen. Der Verlängerungsfaktor von 1,5 ermöglicht auch den Einsatz kleinerer Tele-Objektive und für gewöhnlich sind auch Serienbildaufnahmen in schneller Folge möglich.Testbild Nikon D7200 + AF-S Nikkor 70-200 mm f/4G ED VR | 200 mm, f/4.5, 1/640 s, ISO-400

Gegenüber dem Vorgänger hat Nikon die Größe vom Pufferspeicher verdoppelt und kommt auf immerhin 12 RAW-Bilder in bester Qualität (14 bit, verlustfrei komprimiert) und voller Geschwindigkeit (5 Bilder/s). Wer den zusätzlichen 1,3-fach-Crop-Modus aktiviert und die Qualität reduziert (12 bit, verlustbehaftete Kompression) kommt sogar auf bis zu 25 Bilder mit maximal 7 Bildern je Sekunde. Dank des sehr guten UHS-I-Speicherkarten-Controllers schreibt die Nikon D7200 auf SD-Speicherkarten mit bis zu 75 MB/s (etwa 3 Bilder/s in voller Qualität).Testbild Nikon D7200 + AF-S Nikkor 70-200 mm f/4G ED VR | 200 mm, f/4.5, 1/1600 s, ISO-400

Der Autofokus steht der sehr guten Serienbildgeschwindigkeit zum Glück in nichts nach und arbeitet auch unter nicht optimalen Rahmenbedingungen zuverlässig und schnell. Dies verdankt die Nikon D7200 ganzen 51 Phasen-AF-Sensoren, davon 15 Kreuzsensoren. Leider sind die Sensoren alle sehr zentral angelegt und decken nicht den Bildrand ab. Nur die Motivverfolgung (3D-Tracking im AF-C-Modus) verliert ab und an einmal das zu fokussierende Objekt.

HD-Videomodus

An der Seite der Nikon D7200 befinden sich Anschlüsse für ein externes (Stereo-)Mikrofon und auch der Kopfhörer-Anschluss ist geblieben. Der Tonpegel kann, wie bei allen aktuellen Nikon-Kameras, natürlich auch manuell eingestellt werden. Damit legt man bereits einen wichtigen Grundstein um für ambitionierte Filmer interessant zu sein.

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Eine Funktion hat Nikon (abermals) nicht integrieren können: Die Möglichkeit den Wert der Blende direkt im LiveView verändern zu können. Möchte man beispielsweise mit einer Blende von f/5.6 anstelle von f/4 filmen, so ist weiterhin ein Wechsel in den Suchermodus zum Verstellen der Blende notwendig. Full-HD-Aufnahmen können nun auch mit 50 oder 60 Vollbildern je Sekunde (1080p50/60) aufgenommen werden, leider hat Nikon die hohen Bildraten auf den 1,3-fach-Crop-Modus beschränkt.

Fazit und Empfehlung

Streng genommen handelt es sich bei der Nikon D7200 um eine Nikon D7100 mit aktualisiertem Bildprozessor, der WiFi (inkl. NFC) und Videos in 1080p50/60 ermöglicht, sowie einem vergrößerten Pufferspeicher. Lohnt sich ein Kauf? Das seichte Update macht die [[ASIN:B00U5W8HFI|Nikon D7200]] wieder etwas konkurrenzfähiger, aber nicht zur uneingeschränkten Kaufempfehlung. Insbesondere Sonys Alpha 77 Mark II kann in Sachen Geschwindigkeit zum gleichen Preis eher punkten.Nikon D7200: Bis auf den Namen hat sich nicht viel getan

Starke Konkurrenz kommt auch aus dem eigenen Hause: Die [[ASIN:B00BJCTHHK|Nikon D7100 inklusive Kit-Objektiv]] kostet derzeit (Stand: 05.04.2015) 200 Euro weniger als der D7200-Body alleine. Wer auf die o.g. Änderungen verzichten kann, sollte auf jeden Fall zum Vorgänger greifen.


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