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Tamron SP 15-30 mm Di VC USD - UWW-Zoom-Objektiv mit Bildstabilisator

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Es war schon eine kleine Sensation als Tamron zur photokina 2014 das damals noch in Entwicklung befindliche 15-30-mm-Objektiv ankündigte. Ungewöhnlich war nicht die Brennweite, sondern die durchgängige Lichtstärke von f/2.8 sowie der integrierte Bildstabilisator. Spätestens beim Stichwort "Vollformat-tauglich" leuchteten die Augen vieler potentieller Käufer und auch Journalisten. Zurecht?

Design und Verarbeitung

Später wurde dann auch die UVP bekannt: 1.699 wirken hoch, wie bei Tamron üblich ist der Preis jedoch bereits wenige Monate nach Ankündigung stark gefallen und liegt derzeit (Stand: 12.07.2014) bei rund 1.150 Euro. Entsprechend wertig ist auch das Gefühl beim ersten Kontakt. Die Streulichtblende ist beim Tamron SP 15-30 mm direkt in die Konstruktion integriert. Besonderer Clou: Das Objektiv fährt, im Gegensatz zur sonst üblichen Bauweise, bei kürzeren Brennweiten nach vorne aus und ermöglicht so bei längeren Brennweiten einen effektiveren Einsatz der Streulichtblende. Ein identisches Konzept setzte Canon bei seinem ersten EF 24-70 mm f/2.8L USM ein.Tamron SP 15-30 mm f/2.8 Di VC USD - Die gebogene Frontlinse macht den Einsatz konventioneller Filter unmöglich.

Mit satten 1.100 Gramm fällt das Gewicht in die Spitzenklasse - leider. Angesichts der für diese Konstruktion notwendigen Menge an Glas sowie dem gegen Staub und Spritzwasser geschützten Gehäuse nicht verwunderlich. Auch die Abmessungen fallen mit 98 x 145 mm (Durchmesser x Länge) überaus üppig aus.

Autofokus (USD) und Bildstabilisator (VC)

Der Autofokus ist bei (Ultra-)Weitwinkelobjektiven, aufgrund der physikalisch bedingt größeren Schärfentiefe bei kleinen Brennweiten, generell als unkritisch anzusehen Nichts desto trotz spart Tamron hier nicht und integriert einen praktisch lautlosen und sehr schnellen Ultraschall-Autofokus. Wie nicht anders in dieser Preisklasse zu erwarten lässt sich, falls notwendig, auch jederzeit manuell in den Fokus eingreifen.

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Ein optischer Bildstabilisator ist bei derart kurzen Brennweiten nicht zwingend von Nöten, Tamron hat ihn trotzdem integriert und bietet damit einen interessanten Mehrwert: An einer Vollformat-DSLR-Kamera montiert erlaubt der Bildstabilisator im Tamron SP 15-30 mm Belichtungszeiten von bis zu 1/2 Sekunde stabil aus der Hand. Damit lassen sich bedingt sogar mit Langzeitbelichtungen aus der Hand experimentieren! Auch im Videomodus reduziert der Bildstabilisator merklich das leichte Zittern der Hände, welches sich aufgrund des Gewichts (ca. 2 kg mit einer üblichen Vollformat-DSLR) bereits nach kurzer Zeit einstellt.

Bildqualität

Die Bildschärfe war ein Punkt, der von uns im Test mit besonders viel Spannung erwartet wurde. Nicht zuletzt da Ultraweitwinkel-Zoom-Objektive in dieser Disziplin meist eher durchschnittliche Resultate liefern. Umso überraschender das Ergebnis: Bereits bei komplett geöffneter Blende finden wir im Bildzentrum viele Details wieder, Architekturfotografen erreichen ab etwa Blende f/4 sogar am äußersten Rand vom Vollformat bis aufs Pixel scharfe Bilder. Ausgezeichnet!

Testbild vom Tamron SP 15-30 mm f/2.8 Di VC USD + Canon EOS 5D Mark III | 15 mm, f/4, 1/1250 s, ISO-100Das Bokeh - die "Schönheit des Hintergrunds" - fällt beim Tamron SP 15-30 mm Di VC USD kaum ins Gewicht: Aufgrund der kurzen Brennweite sind sehr nahe Fokusdistanzen für eine nennenswerte Unschärfe im Hintergrund nötig. Auch dürfte sich der Einsatz primär auf Landschafts- oder Architekturaufnahmen beschränken. Sollten doch einmal Portraits oder ähnliche Aufnahmen angesagt sein, erreicht Tamron hier noch gute Resultate, muss sich jedoch erstmals Festbrennweiten geschlagen geben.Testbild vom Tamron SP 15-30 mm f/2.8 Di VC USD + Canon EOS 5D Mark III | 15 mm, f/2.8, 1/1000 s, ISO-100

Die Chromatische Aberration (Farbquer- und längsfehler) hat Tamron sehr gut in den Griff bekommen: Weder an Kameras mit APS-C-Bildsensor noch an der Canon EOS 5D Mark III mit 22-Megapixel-Vollformatsensor konnten wir bei längeren Brennweiten entsprechende Bildfehler feststellen - selbst bei komplett geöffneter Blende. Lediglich die Kombination aus Vollformat, kurzen Brennweiten (15 bis etwa 24 mm) und maximal geöffneter Blende kann zu leichten Farbsäumen führen.Testbild vom Tamron SP 15-30 mm f/2.8 Di VC USD + Canon EOS 5D Mark III | 15 mm, f/4, 1/1250 s, ISO-100

Mit der Vignettierung (Randabschattung) hat auch Tamron zu kämpfen, Auch Besitzer einer Kamera mit APS-C-Sensor sind davon betroffen. Besonders kritisch sind beim Tamron SP 15-30 mm die längeren Brennweiten (über 24 mm). Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte mindestens auf Blendenwerte von f/4 setzen, am Vollformat eher f/5.6. Alternativ kann in der Nachbearbeitung natürlich auch auf den RAW-Konverter zurückgegriffen werden.

Fazit und Empfehlung

Tamron füllt mit dem SP 15-30 mm f/2.8 eine (kleine) Lücke, die Kombination aus UWW-Zoom, Bildstabilisator, hoher Lichtstärke und Vollformat-Tauglichkeit weiß jedoch zu gefallen. Interessenten sollten das [[ASIN:B00R5RHCDE|Tamron SP 15-30 mm Di VC USD]] auf jeden Fall in Betracht ziehen, vor allem da sich die Bildqualität nicht vor Festbrennweiten zu verstecken braucht.Tamron SP 15-30 mm f/2.8 Di VC USD

Das hohe Gewicht sowie die wenig kompakten Abmaße sind hingegen nicht für Jedermann geeignet. Auch die fehlende Option klassische Filter einsetzen zu können schränken die Einsatzmöglichkeiten ein. Mit etwas Bastelarbeit sollten sich jedoch zumindest Cokin-Filter o.ä. Konstruktionen verwenden lassen.


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