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Sigma [A] 20 mm f/1.4 DG HSM - Eines der besten UWW-Objektive im Test

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20-mm-Objektive gibt es viele am Markt, die neuste Version für Vollformatkameras kommt vom japanischen Hersteller Sigma und entstammt der hauseigenen Art-Serie [A], die besonders hochwertige Objektive kennzeichnen soll. Die UVP von 1.049 Euro zeigt bereits gut die Ausrichtung aufs Premium-Segment und kommt nicht zuletzt von der sehr hohen Lichtstärke von f/1.4.

Sigma A 20 mm f/1.4 DG HSM. Gut zu erkennen: Die gekrümmte FrontlinseFast ein Kilo (genauer: 950 g) wiegt das Sigma [A] 20 mm f/1.4 DG HSM, neben der Lichtstärke setzt man auch hier einen neuen Rekord in der Ultraweitwinkel-Objektivklasse (UWW). Das stabile Metallgehäuse und der gewohnt große, manuelle Fokusring sind gewiss mitverantwortlich für das hohe Gewicht, hauptverantwortlich dürften jedoch die 15 Linsen in 11 Gruppen sein, darunter zwei FLD- und fünf SLD-Glaselemente sowie zwei asphärische Linsen.Objektivkonstruktion vom Sigma [A] 20 mm f/1.4 DG HSM [Bildmaterial: Sigma Deutschland]

Die äußeren Abmessungen liegen mit 91 x 130 mm (Durchmesser x Länge) über dem Niveau der Konkurrenz, dafür ist die Streulichtblende jedoch fest integriert. Ein Nachteil teilt Sigma bei seinem neuen Objektiv leider mit einigen weiteren UWW-Objektiven der Konkurrenz: Es lassen sich keine Gewindefilter montieren. Wie bei allen bisherigen Objektiven aus der Art-Serie verzichtet Sigma auch beim neuen 20 mm f/1.4 DG HSM auf einen Staub- und Spritzwasserschutz. Für die Reportagefotografie im rauen Umfeld empfiehlt sich das Sigma so leider nicht.

Autofokus (HSM)

Der Autofokus ist bei Ultraweitwinkelobjektiven, aufgrund der physikalisch bedingt größeren Schärfentiefe bei kleinen Brennweiten, generell als unkritisch anzusehen. Nichts desto trotz spart Sigma hier nicht und integriert einen praktisch lautlosen und schnellen Ultraschall-Autofokus (HSM). Spielt der Autofokus der Kamera mit, stellt das Sigma A 20 mm f/1.4 DG HSM in maximal einer halben Sekunde (volle Distanz von Naheinstellgrenze bis unendlich) scharf.

SIGMA Optimization-Pro: Einstellmöglichkeiten des Sigma A 20 mm f/1.4 DG HSM am PCWie nicht anders in dieser Preisklasse zu erwarten, lässt sich, falls notwendig, auch jederzeit manuell in den Fokus eingreifen. Ferner lassen sich über SIGMA Optimization Pro am PC/Mac auch ein MF-Override und Korrekturen am Autofokus (AF-Microadjust) einstellen.

Bildqualität

Die Kombination aus Ultraweitwinkel, Vollformat und hoher Lichtstärke ist eine Herausforderung für Konstrukteure, ergeben sich aus der Kombination doch viele Probleme und potentielle Fallstricke. Die Bildschärfe ist, im Bildzentrum, bereits bei komplett geöffneter Blende (f/1.4) ausgezeichnet. Zum Rand hin sind indes Blenden von f/4-5.6 notwendig um eine gute Bildschärfe zu erreichen.

Testbild Sigma A 20 mm f/1.4 DG HSM + Canon EOS 5D Mark III | f/4, 1/30 s, ISO-400

Sehr erfreulich: Mit Verzeichnung hat das Sigma [A] 20 mm f/1.4 DG HSM praktisch nicht zu kämpfen. Selbst zum äußersten Bildrand sind Linien schnurgerade, auch im Bildzentrum lässt sich nur eine minimale Wölbung feststellen. Das Bokeh - die "Schönheit des Hintergrunds" - kann dank der neun abgerundete Blendenlamellen ebenfalls überzeugen. Aufgrund der kleinen Brennweite sind jedoch kurze Fokusdistanzen notwendig um eine nennenswerte Unschärfe im Hintergrund zu erzeugen.Testbild Sigma A 20 mm f/1.4 DG HSM + Canon EOS 5D Mark III | f/4, 1/50 s, ISO-400

Die Chromatische Aberration (Farbquer- und längsfehler) hat Sigma abermals sehr gut in den Griff bekommen: Sowohl an Kameras mit APS-C-Bildsensor als auch an der Canon EOS 5D Mark III mit 22-Megapixel-Vollformatsensor konnten wir nur minimale Farbsäume feststellen - selbst bei komplett geöffneter Blende.Testbilder Sigma A 20 mm f/1.4 DG HSM + Canon EOS 5D Mark III | Blendenreihe 'Vignettierung' von f/1.4 bis f/5.6

Mit der Vignettierung (Randabschattung) hat Sigma zu kämpfen, wie nicht anders zu erwarten sind jedoch nur Besitzer einer Vollformatkamera davon im nennenswerten Umfang betroffen. Bei Offenblende (f/1.4) ist die Randabschattung deutlich sichtbar, schon ein Abblenden auf f/2 reduziert die Vignettierung jedoch enorm und spätestens ab f/2.8 ist ein nahezu homogener Helligkeitsverlauf erkennbar.

Fazit und Empfehlung

Lohnenswert erscheint uns Sigmas jüngster Spross nur für Nutzer von Vollformat-Kameras: Für Kameras mit APS-C-Bildsensor gibt es leichtere und vor allem günstigere Alternativen. Am Vollformat verwendet kann das [[ASIN:B016OI8EEA|Sigma A 20 mm f/1.4 DG HSM]] jedoch zweifelsohne überzeugen. Die Kombination aus Brennweite, Bildschärfe (vor allem im Bildzentrum), Lichtstärke und Verarbeitung sucht derzeit seinesgleichen.

[[YT:eLm3xvxiik8]]

Weniger lichtstark aber deutlich flexibler geht es mit dem Tamron SP 15-30 mm f/2.8 Di VC. Neben dem 2-fach-Zoom warten hier ein optischer Bildstabilisator als auch ein Staub- und Spritzwasserschutz.


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