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Olympus M.ZUIKO DIGITAL ED 7-14 mm f/2.8 PRO - UWW-Zoom-Objektiv im Test

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Wer atemberaubende Landschaften oder große Plätze in ihrer Gänze aufnehmen will, der muss zu Ultraweitwinkel-Objektiven greifen. Ist die Auswahl für Canon (EF), Nikon (F) und Sony (A) durchaus üppig, haben Nutzer von Kameras mit Micro-Four-Thirds-Bajonett (Olympus, Panasonic) kaum Alternativen zum heute getesteten Olympus M.ZUIKO DIGITAL ED 7-14 mm f/2.8 PRO - für 1.200 Euro.

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Die Verarbeitung weiß bereits direkt nach dem Auspacken zu gefallen: Abseits der Streulichtblende und Objektivdeckel setzt Olympus praktisch durchweg auf Metall, als AF/MF-Schalter kommt erneut der Fokusring zum Einsatz und auch der Zoom-Ring weist einen angenehmen Widerstand auf. Interessantes Detail: Wie Canon beim ersten 24-70 mm f/2.8L setzt auch Olympus auf eine Konstruktion, bei der der Objektiv-Tubus beim hineinzoomen (7 -> 14 mm) nach hinten einfährt. Der Vorteil liegt in der effektiveren Nutzung der integrierten Streulichtblende, die so Lens Flares bei den längeren Brennweiten stärker reduzieren kann.

Bildqualität

Die Bildschärfe ist, im Bildzentrum, bei komplett geöffneter Blende (f/2.8) über den gesamten Brennweitenbereich exzellent und lässt sich auch durch Abblenden kaum noch steigern. Problematischer sind da schon eher die Bildränder: Reicht bei 14 mm noch ein leichtes Abblenden auf f/4 für eine sehr ordentliche Bildschärfe, sollte es im Ultraweitwinkel (7 mm) schon Blende f/8 sein.

Olympus M.ZUIKO DIGITAL ED 7-14 mm f/2.8 PRO + Panasonic Lumix DMC-G70 | 7 mm, f/4, 1/1600 s, ISO-200

Die Verzeichnung wird, logischer Weise, vor allem bei kürzeren Brennweiten problematisch. Bei 7 mm erzeugt die tonnenförmige Wölbung einen "Beinahe-Fish-Eye-Effekt", die JPEG-Bilder aus der Kamera werden jedoch stark korrigiert und zeigen so nur noch eine marginale Verzeichnung auf. Die chromatischen Aberration (Farbquer- und längsfehler) hat Olympus indes auch ohne Software-Korrektur ausgezeichnet in den Griff bekommen: Bereits bei Offenblende lassen sich kaum Farbsäume an Kontrastkanten ausmachen.

Olympus M.ZUIKO DIGITAL ED 7-14 mm f/2.8 PRO + Panasonic Lumix DMC-G70 | 7 mm, f/2.8, 1/1250 s, ISO-200

Das Bokeh - die "Schönheit des Hintergrunds" - ist aufgrund der Kombination aus kurzer Brennweite und kleinen Bildsensoren (Crop-Faktor: 2) nebensächlich: Bereits bei 14 mm sind sehr kurze Fokusdistanzen notwendig um eine nennenswerte Unschärfe im Hintergrund zu erzeugen. Bei 7 mm lässt sich selbst im Pseudo-Makro nur mit Müh und Not ein wenig Unschärfe erzeugen. Immerhin: Wenn einmal ein wenig Bokeh vorhanden ist, dann auch weich.

Olympus M.ZUIKO DIGITAL ED 7-14 mm f/2.8 PRO + Panasonic Lumix DMC-G70 | 7 mm, f/4, 1/160 s, ISO-200

Vignettierung (Randabschattung) ist indes kein großes Problem. Bei Offenblende (f/2.8) liegt die Randabschattung in den Bildecken bei noch akzeptablen 1,5 Blendenstufen (EV), bereits ein Abblenden auf f/4 reduziert die Randabschattung jedoch auf nahezu 0. Sehr gut!

Fazit und Empfehlung

Wie eingangs bereits angesprochen: Die Auswahl an Ultraweitwinkel-Zoom-Objektiven für MFT-Kameras ist nicht sonderlich groß, soll es dann auch noch eine möglichst hohe Lichtstärke sein, bleibt derzeit nur das [[ASIN:B00X6BSGC4|Olympus M.ZUIKO DIGITAL ED 7-14 mm f/2.8 PRO]] für knapp 1.200 Euro (Stand: 20.03.2016). Adapterlösungen über Speed-Booster sind effektiv nicht günstiger.

Olympus M.ZUIKO DIGITAL ED 7-14 mm f/2.8 PRO

Etwa 300 Euro weniger wären, unserer Einschätzung nach, ein fairer Preis. So zeigt Tamron beispielsweise mit dem SP 15-30 mm f/2.8 Di VC USD, dass selbst ein bildstabilisiertes UWW-Zoom für Vollformat-Kameras mit sonst vergleichbaren Parametern für unter 1.000 Euro machbar ist.


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