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Tamron SP 70-200 mm Di VC USD G2 - Neuauflage eines Bestsellers im Test

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Gutes kann man ruhig noch besser machen. Das dachte sich wohl auch der japanische Objektiv-Hersteller Tamron und aktualisiert seinen langjährigen Verkaufserfolg 70-200 mm VC aus der Super Performance-Serie. Viereinhalb Jahre nach der Erstauflage spendiert man dem Neuling das frische SP-Design und auch an der Bildqualität, Bildstabilisator sowie dem Autofokus wurde kräftig geschraubt.

Tamron SP 70-200 mm f/2.8 Di VC USD G2 [Bildmaterial: Tamron]

Äußerlich passt sich das Tamron SP 70-200 mm f/2.8 Di VC USD G2 (Modellnummer: A025) perfekt in die neue SP-Serie ein, wirkt zweifelsohne moderner als der Vorgänger und ist weiterhin gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet. Dazu gibt es eine spannende Neuerung: Die Stativschelle ist nun Arca Swiss-kompatibel. Einen passenden Stativkopf vorausgesetzt, lässt sich das Objektiv so auch ohne Schnellwechselplatte montieren. Alternativ steht natürlich auch weiterhin eine Fassung für 1/4"-Schrauben zur Verfügung.

Autofokus (USD) und Bildstabilisator (VC)

Die richtige Kamera und die richtigen Einstellungen vorausgesetzt, arbeitet der Autofokus sehr flott und präzise, Geräusche sind ebenfalls kaum wahrzunehmen. Auch die gute Naheinstellgrenze von 95 cm (max. Abbildungsmaßstab 1:6 bei f = 200 mm) wird dem Objektiv dabei nicht zum Verhängnis. Selbst ein kompletter Suchlauf von der Naheinstellgrenze bis unendlich dauert selten länger als eine halbe Sekunde. Wer den Fokusbereich auf 3 m bis ∞ begrenzt, erzielt damit noch einmal bessere Ergebnisse. Auch während der Autofokus aktiv ist, kann der Fotograf jederzeit manuell in den Fokus eingreifen.

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Ein optischer Bildstabilisator ist bei sehr langen Brennweiten praktisch Pflicht, andernfalls wären Belichtungszeiten für ein scharfes Bild (unter ISO-400) nur im prallen Sonnenlicht möglich. Tamron spendiert dem Bildstabilisator nun drei Modi (1 = Standard, 2 = Mitzieher, 3 = keine Stabilisierung im Sucherbild) und verbessert die Leistung gegenüber dem Vorgänger noch einmal. Selbst an hochauflösenden DSLR-Kameras wie der Canon EOS 5Ds R (50 Megapixel) sind bei 200 mm noch scharfe Bilder bei 1/20 Sekunde aus der Hand möglich.

Bildqualität

Die Bildschärfe wurde ebenfalls (deutlich) verbessert, vor allem am Bildrand zeigen sich zum Teil erhebliche Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger. Bei 70 mm macht das Tamron 70-200 mm G2 einen eher kleinen Sprung nach vorne und fordert weiterhin ein leichtes Abblenden, um auch am Bildrand eine gute Schärfeleistung zu erzielen. Ganz anders das Bild ab etwa 130 mm Brennweite.

Tamron SP 70-200 mm f/2.8 Di VC USD G2 | Bildschärfe bei 200 mm am Bildrand (li. f/2.8; r. f/5.6)

Selbst bei komplett geöffneter Blende (f/2.8) lässt sich bei langen Brennweiten mit dem Auge eine extrem hohe Auflösung erkennen. Auch den anspruchsvollen 50-Megapixel-Sensor der Canon EOS 5Ds R versorgt Tamrons Neuauflage mit gestochen scharfen Bildern, inklusive hohem Mikrokontrast für knackige Strukturen. Das Bild oberhalb zeigt im Vergleich zwischen f/2.8 und f/4 praktisch keinerlei Änderungen in der Bildschärfe – und das am äußersten Vollformat-Bildrand in der 200-Prozent-Ansicht. Gratulation!

Testbild Tamron SP 70-200 mm f/2.8 Di VC USD G2 + Canon EOS 5Ds R | 200 mm, f/2.8, 1/100 s, ISO-640

Das Bokeh - die "Schönheit des Hintergrunds" kann sich ebenfalls sehen lassen. Egal ob im Nahbereich oder auf weite Distanzen: Das Tamron SP 70-200 mm G2 zeichnet einen sehr schön weichen Hintergrund. Selbst bei sehr unruhigen Hintergründen (siehe Bild unterhalb) und einer Blende von f/8 wirkt das Bokeh noch angenehm und ruhig.

Testbild Tamron SP 70-200 mm f/2.8 Di VC USD G2 + Canon EOS 5Ds R | 200 mm, f/8, 1/200 s, ISO-200

Die Chromatische Aberration (Farbquer- und längsfehler) ist eher bei weiten Fokus-Distanzen ein kleines Problem. An einer Vollformat-Kamera montiert sind in den Bildecken nur minimale Farbsäume zu erkennen, die sich problemlos im RAW-Konverter korrigieren lassen. Auch hier wurde die Leistung noch einmal etwas verbessert.

Testbild Tamron SP 70-200 mm f/2.8 Di VC USD G2 + Canon EOS 5Ds R | 70 mm, f/2.8, 1/10 s, ISO-1600

Die Vignettierung (Randabschattung) lässt sich, wie auch die chromatische Aberration, sehr einfach im Nachhinein beheben, und ist nur an Vollformat-Kameras bei komplett geöffneter Blende mit bloßem Auge deutlich sichtbar. Besitzer von Kameras mit APS-C-Bildsensor profitieren indes vom großen Bildkreis und haben selbst bei Offenblende keine Einschränkungen zu befürchten.

Fazit und Empfehlung

Vieles hat Tamron beim neuen G2 richtiggemacht: Das Design wurde modernisiert und das Objektiv um sinnvolle Ausstattungsmerkmale (Arca Swiss-Stativschelle, kurze Naheinstellgrenze und neue VC-Modi) erweitert, kombiniert mit einer zum Teil deutlich verbesserten Abbildleistung – Top! Das [[ASIN:B01N3CCXZR|Tamron SP 70-200 mm f/2.8 Di VC USD G2]] ist damit erneut ein echter Kauftipp geworden. Vorbehaltliches eines Ladenpreises von etwa 1.500 Euro auch eine Preis/Leistungs-Empfehlung.

Testbild Tamron SP 70-200 mm f/2.8 Di VC USD G2 + Canon EOS 5Ds R | 200 mm, f/2.8, 1/200 s, ISO-1600

Zu viel Konkurrenz hat Tamron derzeit auch nicht zu erwarten. Zwar gibt es diverse Objektive mit vergleichbaren Spezifikationen, die gebotene Leistung und Ausstattung zum zu erwartenden Ladenpreis (1.300 bis 1.600 Euro) ist jedoch ein sehr attraktives Paket. Vor allem Sigma dürfte nun unter Zugzwang gesetzt werden, die seit einiger Zeit erwartete Neuauflage in der Sport-Serie zu veröffentlichen.


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