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Tamron 18-400 mm Di II VC HLD - Reise-Objektiv mit Rekord-Zoom im Test

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Viel mehr geht nicht: Mit einem Brennweitenbereich von 18-400 mm deckt das Tamron 18-400 mm einen 22,2-fachen Zoom-Bereich ab. Bei Kompaktkameras gibt es freilich noch deutlich mehr, für Kameras mit Wechselobjektiv (DSLR) ist Tamron indes neuer Platzhirsch. Ob das Tamron 18-400 mm Di II VC HLD auch in Sachen Bildqualität überzeugen kann, klärt unser Test.

Tamron 18-400 mm Di II VC HLD

Das Design orientiert sich an Tamrons neuer Premium-Serie, im Vergleich zu den "echten" SP-Objektiven (Super Performance) kommt beim 18-400 mm Reisezoom-Objektiv jedoch vor allem Kunststoff statt Metall zum Einsatz und auch auf eine Fokusskala muss verzichtet werden. Negativ anzumerken ist der ungleichmäßige Widerstand beim Zoomen: Ab etwa 30 mm ist ein deutlicher Anstieg des Widerstands zu bemerken, bei etwa 250 mm nimmt der Widerstand dann wieder ruckartig ab. Die restliche Verarbeitung kann sich indes sehen lassen. Auch die im Preis inbegriffene Streulichtblende ist längst nicht selbstverständlich.

Autofokus (HLD) und Bildstabilisator (VC)

Vor allem bei langen Brennweiten gibt es, trotz der recht geringen End-Lichtstärke von f/6.3, viel zu tun für den Autofokus. Mit der exzellenten Geschwindigkeit eines Canon 70-300 mm IS II USM kann Tamron bei weitem nicht mithalten, in der Klasse der Reisezoom-Objektive ist man jedoch gut aufgehoben. Störend ist da schon eher der sehr kurz übersetzt manuelle Fokusring (ca. 30° Drehwinkel).

[[YT:9qvwXy6qJw4]]

Der Bildstabilisator neigt vor allem bei sehr langen Brennweiten zum Zucken im Sucherbild, macht das Arbeiten dennoch deutlich angenehmer als gänzlich ohne Bildstabilisierung zu arbeiten. Etwas störend ist hier das zwar nicht wirklich laute, aber dennoch deutlich wahrnehmbare "Surren" des Bildstabilisators im Betrieb. Wer Feinheiten am Autofokus und Bildstabilisator selbst einstellen will, kann dies über die optional erhältliche [[ASIN:B00CBQ5YOS|TAP-in-Konsole]] von Tamron tun.

Bildqualität

Die gute Nachricht direkt vorweg: Im Gegensatz zu vielen anderen Reisezoom-Objektiven geht der sehr weite Zoom-Bereich nicht mit extremen Verlusten der Bildschärfe einher. Gänzlich ohne Schwächen ist aber natürlich auch das Tamron 18-400 mm Di II VC HLD nicht.

Testbild Tamron 18-400 mm Di II VC HLD + Canon EOS 80D | 22 mm, f/5.6, 1/400 s, ISO-100

Das größte Problem sehen wir vor allem in der Weitwinkel-Einstellung, also bei 18 mm Brennweite. Insbesondere am Bildrand ist es praktisch unmöglich wirklich scharfe Aufnahmen zu erzielen – auch beherztes Abblenden hilft hier wenig (siehe Bild unten). Im normalen "Arbeitsalltag" eines Reisezoom-Objektivs sind aber dennoch schöne Bilder möglich (siehe Bild oben).

Testbild Tamron 18-400 mm Di II VC HLD: Die Bildqualität am Bildrand bei 18 mm ist unterdurchschnittlich

Sehr positiv überrascht waren wir hingegen von der Bildschärfe bei langen Brennweiten. Selbst bei 400 mm liefert Tamron noch eine ansehnliche Auflösung im Bildzentrum (Bild unten), etwas abgeblendet (f/8) kann dann selbst der Bildrand noch überzeugen. Viele andere Reisezoom-Objektive liefern unter solchen Umständen, salopp formuliert, nur noch unansehnlichen "Bildbrei" ab.

Testbild Tamron 18-400 mm Di II VC HLD: Die Bildqualität bei 400 mm ist erstaunlich gut

Auch andere, potentielle Problemstellen wie die Vignettierung (Randabschattung), chromatische Aberration (Farbsäume) und die Weichheit sowie Ruhe der Unschärfe (Bokeh) hat Tamron, für ein Reisezoom-Objektiv, gut umschifft. Natürlich erfüllt das Tamron 18-400 mm Di II VC HLD keine Ansprüche von Profifotografen, die ausschließlich Premium-Festbrennweiten gewöhnt sind. Für den avisierten Einsatzzweck, mit einem oder maximal zwei Objektiven unterwegs zu sein, leistet das Objektiv aber gute Dienste.

Fazit und Empfehlung

Fehlerfrei ist es ganz sicher nicht, für ein Reisezoom-Objektiv mit rekordverdächtigem Zoom-Bereich verhält sich das [[ASIN:B073361VDH|Tamron 18-400 mm Di II VC HLD]] aber schon auffällig unauffällig. Der Bildstabilisator könnte, optisch wie akustisch, gerne noch etwas ruhiger sein, die Bildschärfe vor allem im Weitwinkel etwas höher und der Zoom noch ein klein wenig runder laufen.

Tamron 18-400 mm Di II VC HLD

Ein echtes Ausschlusskriterium ist aber keines der genannten Probleme. Auf der Haben-Seite steht ein tolles Immerdrauf-Objektiv für DSLR-Kameras von Canon und Nikon, das von 18 bis 400 mm einen weiten Bereich abdeckt, vor allem im Tele noch viele Details behält und auch gut verarbeitet ist. Als Erweiterung für Foto-Einsteiger empfiehlt sich unserer Ansicht nach noch eine Lichtstarke Festbrennweite, beispielsweise das Canon EF 50 mm f/1.8 STM oder das Nikon AF-S Nikkor 50 mm f/1.8G.


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