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Irix 15 mm f/2.4 Firefly - Günstiges UWW-Objektiv für Vollformat-Kameras im Test

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Irix? Nie gehört? Das sollte sich schnellstmöglich ändern! Das offiziell bei der Schweizer LAUNCHOFFICE GmbH (Bereitstellung von c/o-Geschäftsadresse, aka "Briefkastenfirmen") ansässige Unternehmen mit polnischen Wurzeln vertreibt in Korea produzierte Objektive: Globalisierung in Reinkultur. Transparenz geht anders, das Ergebnis sind jedoch vergleichsweise günstige Objektive.

Irix 15 mm f/2.4 Firefly: An der Front lassen sich klassische Schraubfilter anbringen - mit gewaltigen und kostspieligen 95 mm Durchmesser

Knappe 450 Euro ruft Irix zum Zeitpunkt der Artikelveröffentlichung für das 14 mm f/2.4 Firefly auf. Firefly (dt. Glühwürmchen) steht dabei für die günstigere Variante mit Kunststoffgehäuse. Die knapp 200 Euro teurere Blackstone-Version bietet einen vollen Staub- und Spritzwasserschutz und ein Aluminium-Magnesium-Gehäuse mit eingravierten, UV-aktiven Markierungen.

Manueller Fokus, elektronische Blende

Der vergleichsweise geringe Preis für ein vollformattaugliches Ultraweitwinkelobjektiv mit hoher Lichtstärke hat jedoch auch einen Nachteil: Auf einen Autofokus muss gänzlich verzichtet werden. Dafür bietet Irix einen MF-Ring mit langem Weg und justierbarer Unendlich-Position. Vor allem Astro-Fotografen dürfte letztere Funktion die Arbeit erleichtern.

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Nichts desto trotz ist das Objektiv nicht gänzlich ohne Elektronik: Die Blende wird über die Kamera eingestellt und EXIF-Daten (Brennweite, Blende, Objektiv-ID) an selbige gesendet. Wer einen RAW-Konverter mit passendem Korrekturprofil einsetzt, muss folglich nicht erst manuell das Objektiv auswählen. Ein guter Kompromiss aus analog und digital.

Bildqualität

Wie alle lichtstarken Ultraweitwinkel-Objektive hat auch das Irix 15 mm f/2.4 Firefly vor allem zwei Probleme: Die Bildschärfe bei maximaler Lichtstärke, insbesondere am Vollformat-Bildrand sowie die Vignettierung und gleichen Umständen.

Erst ab etwa f/4 erreicht Irix im Bildzentrum eine Auflösung, die auch hochauflösende Sensoren zufriedenstellen kann. In der Architektur- und Landschaftsfotografie kein Problem, wird hier in der Praxis meist mit f/8 oder noch geringeren Lichtstärken gearbeitet.

Canon EOS 5Ds R + Irix 15 mm f/2.4 Firefly | f/8, 8 s, ISO-100

Am Bildrand empfehlen sich eben jene f/8 für das Maximum an Bildschärfe, auch wenn selbst unter diesen Umständen an modernen Bildsensoren weiterhin eine Abnahme der Auflösung sichtbar ist. Wie bei den meisten Ultraweitwinkel-Objektiven ist ferner der Nahbereich optisch etwas schwächer als ferne Objekte. Für die Landschaft-, Architektur- und Astrofotografie kein Problem.

Canon EOS 80D + Irix 15 mm f/2.4 Firefly | f/3.2, 1/80 s, ISO-100

Dennoch lassen sich mit dem Irix 15 mm f/2.4 Firefly eindrucksvolle Nahaufnahmen anfertigen, die dank des weichen Bokeh auch unruhige Hintergründe in Szene setzen. Mit der "weichen Masse" eines Portrait-Objektivs ist das Bokeh natürlich nicht vergleichbar.

Die gekrümmte Frontlinse spielt ihre Vorzüge aus und sorgt für eine geringe Verzeichnung. Dies ist vor allem in der Architekturfotografie wichtig, bei der jede Korrektur einen Beschnitt und damit weniger Weitwinkel bedeutet. Doch auch die chromatische Aberration (Farbquerfehler) könnte Irix so gut korrigieren.

Sony Alpha 7R III + Irix 15 mm f/2.4 Firefly | 15 mm, f/5.6, 1/500 s, ISO-100

Die Vignettierung (Randabschattung) ist an Kameras mit DX- oder APS-C-Bildsensor vollkommen unproblematisch. An einer Vollformat-Kamera verwendet ist bei voll geöffneter Blende hingegen eine deutliche Abschattung sichtbar. Erst beherztes Abblenden auf f/4-5.6 reduziert die Abschattung auf das Niveau anderer moderner Objektivkonstruktionen.

Fazit und Empfehlung

Kein Autofokus, kein Bildstabilisator und eine sicherlich nicht ausgezeichnete Bildqualität bei maximaler Lichtstärke. Dennoch ist das [[ASIN:B01GEBLKKC|Irix 15 mm f/2.4 Firefly]] in unsere Augen ein klarer Kauftipp. Natürlich kann die Konkurrenz vieles besser, insbesondere Sigmas 14 mm f/1.8 DG HSM ART wird bei weitem nicht erreicht. Aber dafür wiegt und kostet Irix' Objektiv nur einen Bruchteil.

Irix 15 mm f/2.4 Firefly: Autofokus und Bildstabilisator gibt es hier nicht.

Der manuelle Fokus ist bei Ultraweitwinkel-Objektiven, in der Praxis, kein sonderlich großer Nachteil. Genauso wie die erst bei kleineren Blenden hohe Bildschärfe. Kurzum: Das Irix 15 mm f/2.4 Firefly spricht vor allem preisbewusste Käufer mit Vollformat-DSLR-Kamera an.


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