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Canon EF 70-200 mm F2.8L IS III USM - Keine großen Änderungen und trotzdem gut

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Am Vollformat dürfte es der Telezoom-Klassiker sein: 70-200 mm mit einer Lichtstärke von f/2.8. Canon kündigte im Juni die dritte Generation mit Bildstabilisator an, wenn auch ohne weltbewegende Neuerungen: Die neue ASC-Vergütung soll für weniger Reflexionen in Gegenlichtsituationen sorgen, der Bildstabilisator wurde überarbeitet und der Farbton der Lackierung minimal verändert.

Canon EF 70-200 mm f/2.8L IS III USM [Bildmaterial: Canon]

Mit knapp 1,5 kg auf der Waage tut sich auch am (klassenüblich) hohen Gewicht nichts. Im Vergleich zu lichtschwächeren Versionen mit einer konstanten Blende von f/4 immerhin ein Plus von 500-700 Gramm.

Immerhin gibt es dafür das volle Ausstattungspaket: Ein wetterfestes Metallgehäuse, große Ringe für Fokus und Zoom mit knackigem Widerstand, eine geschützte Fokusskala sowie Schalter für Autofokus, Autofokus-Limiter, Bildstabilisator und Stabilisator-Betriebsart. Im Lieferumfang ist neben dem Objektiv und den obligatorischen Kappen eine Streulichtblende und eine Stativschelle.

Autofokus (USD) und Bildstabilisator (VC)

Keine große Revolution an der Autofokus-Front: Weiterhin kommt ein Ring-Ultraschall-Autofokus zum Einsatz, der die großen Linsengruppen schnell und zuverlässig von A nach B bewegt. Für einen kompletten Suchlauf von 1,2 m bis ∞ vergehet, je nach Kamera, eine halbe bis drittel Sekunde. Ein guter Wert, wenn auch nicht so beeindruckend wie das Canon EF 70-300 IS II USM mit nano-USM-AF.

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Der Bildstabilisator ist im Vergleich zum Vorgänger, laut Datenblatt, sogar minimal schwächer geworden und soll "nur noch" bis zu 3,5 EV kompensieren, wir konnten in der Praxis aber weiterhin freihand über 90% scharfe Aufnahmen bei 1/15 s und 200 mm Brennweite anfertigen. Angesichts der dabei verwendeten Canon EOS 5Ds R (50 Megapixel) ein sehr guter Wert.

Bildqualität

Bei der Bildschärfe hinterlässt das Canon EF 70-200 mm f/2.8L IS III USM einen guten bis sehr guten Gesamteindruck. Insbesondere am Vollformat-Bildrand ist mindestens ein Abblenden auf f/4 empfehlenswert um die maximal mögliche Bildschärfe zu erreichen. Im Bildzentrum erreicht das Objektiv jedoch auch schon bei maximaler Lichtstärke eine hohe Auflösung und satte Kontraste.

Testbild Canon EF 70-200 mm f/2.8L IS III USM + Canon EOS 5Ds R | 70 mm, f/2.8, 1/2500 s, ISO-100

Beim Bokeh, der Schönheit oder Weichheit des Hintergrunds, überzeugt Canon mit einem sehr weichen Übergang, ruhigen Strukturen und fast perfekt runden Bokeh-Bällen. Kombiniert mit der kurzen Naheinstellgrenze von 120 cm (Abbildungsmaßstab 1:4,8) eignet sich das 70-200 mm damit sogar für Nahaufnahmen und natürlich auch Portraits.

Testbild Canon EF 70-200 mm f/2.8L IS III USM + Canon EOS 5Ds R | 200 mm, f/2.8, 1/800 s, ISO-100

Die Chromatische Aberration (Farbquer- und längsfehler) hat Canon bereits in der Optik solide auskorrigiert. Perfektionisten werden die letzten, kaum sichtbaren Farbsäume wohl trotzdem via Software korrigieren.

War da nicht noch etwas mit Linsenvergütungen? Ja! Reflexionen und Ghosting in Gegenlichtsituationen konnte Canon tatsächlich noch einmal reduzieren und hat damit eine kleine Schwachstelle des Vorgängers weitestgehend behoben.

Testbild Canon EF 70-200 mm f/2.8L IS III USM + Canon EOS 5Ds R | 200 mm, f/2.8, 1/2000 s, ISO-200

Die Vignettierung ist, anders als bei so manch anderem Vertreter mit gleicher Brennweite und Lichtstärke, kein großes Problem. Selbst am Vollformat beträgt der Helligkeitsabfall zum Bildrand weniger als 1 EV und dies zudem sehr fließend.

Fazit und Empfehlung

Hätte Canon noch mehr verbessern können? Sicherlich. Vor allem bei der Bildschärfe am Bildrand ist noch etwas Luft nach oben, selbst für ein Telezoom-Objektiv. Dennoch ist auch das [[ASIN:B07DLRXF43|Canon EF 70-200 mm f/2.8L IS III USM]] eine Kaufempfehlung, wie schon seine beiden Vorgänger. Wer ein robustes Telezoom-Objektiv mit Portrait-Fähigkeiten "Zweitjob" sucht, sollte definitiv eine Blick riskieren.

Testbild Canon EF 70-200 mm f/2.8L IS III USM + Canon EOS 5Ds R | 200 mm, f/2.8, 1/400 s, ISO-100

Dankbarerweise reduziert Canon bei der Neuauflage sogar die UVP von 2.539 auf 2.399 Euro. Trotzdem ist die 3. Generation, zum Zeitpunkt der Artikelveröffentlichung, im Schnitt 200 Euro teurer als der Vorgänger. Da es, wie eingangs bereits angesprochen, keine weltbewegenden Neuerungen zu vermelden gibt, haben preisbewusste Käufer mit dem Vorgänger Sparpotential – vor allem auf dem Gebrauchtmarkt.


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