ValueTech.de Logo ValueTech
Technik. Einfach. Verstehen.

Tamron 17-35 mm f/2.8-4 Di OSD - Das Leichtgewicht für kurze Brennweiten

|

"Vollformat" dürfte der Trend in der Fotografie im Jahr 2018 sein. Neben drei neuen Kamerasystemen geht es auch auf der Objektivfront in großen Schritten voran. Tamron bietet mit seinem neuen 17-35 mm f/2.8-4 Di OSD (Modellnummer: A037) eine kleine und leichte Alternative zum hauseigenen Schwergewicht SP 15-30 mm f/2.8 G2 an – und sorgt damit für willkommene Abwechslung.

Tamron 17-35 mm f/2.8-4 Di OSD [Bildmaterial: Tamron]

Mit gerade einmal 460 g und einem klassischen Filtergewinde von 77 mm Durchmesser bewegt man sich auf dem Niveau vergleichbarer (Ultra-)Weitwinkel-Zoom-Objektive für Kameras mit APS-C-Bildsensor. Das Tamron 17-35 mm f/2.8-4 ist trotzdem Vollformat-tauglich und wird für DSLR-Kameras mit Canon- (EF) und Nikon-Bajonett (F) angeboten.

Umso erstaunlicher, dass Tamron im kompakten Gehäuse auch noch Platz für einen umfangreichen Wetterschutz gefunden hat.

Autofokus (OSD)

Ebenfalls aus Gründen der Gewichts- und nicht zuletzt auch Kostenreduktion verzichtet man bei Tamron ferner auf eine optische Bildstabilisierung (VC). Angesichts der kurzen Brennweite, vergleichsweise hohen Lichtstärke und des Einsatzgebiets, in dem die Arbeit mit Stativen üblich ist, keine Einschränkung, die in der Praxis häufig auffallen dürfte.

[[YT:LrZ547lO8pg]]

Der Autofokus hört auf den Namen OSD (Optimized Silent Drive), arbeitet nahezu lautlos, flott und im Test auch stets präzise. Der zum Einsatz kommende Mikro-USM bringt jedoch einen Nachteil mit sich: Ein manueller Eingriff in den Fokus setzt das Umschalten in den MF-Modus voraus. Im AF-Betrieb ist der manuelle Fokus durch den Motor blockiert (kein Full-time manual focus).

Bildqualität

Bei der Bildschärfe hinterlässt das Tamron 17-35 mm f/2.8-4 Di OSD einen guten Gesamteindruck. Wie nicht anders zu erwarten, liegt die größte und auch einzig nennenswerte Schwäche im Weitwinkel am äußersten Bildrand. Solange es Bildstil und Aufnahmesituation zulassen, sollte mindestens auf f/5.6 abgeblendet werden, um das Maximum an Bildschärfe zu erreichen.

Testbild Tamron 17-35 mm f/2.8-4 Di OSD | Bildqualität bei 17 mm am Bildrand bei f/2.8 (li.) und f/5.6 im Vergleich

Je länger die Brennweite wird, desto geringer die Probleme. Spätestens am "langen Ende" bei 35 mm sind die Bildecken auch bei Offenblende (f/4) angenehm scharf. Im Bildzentrum können dagegen durchweg bereits mit maximaler Lichtstärke gute bis sehr gute Resultate erzielt werden. Für APS-C-Nutzer ist auch der Bildrand bei maximaler Lichtstärke unkritisch.

Testbild Tamron 17-35 mm f/2.8-4 Di OSD + Canon EOS 5Ds R | 17 mm, f/8, 1/80 s, ISO-100

Die Chromatische Aberration (Farbquer- und längsfehler) hat Tamron abermals sehr gut in den Griff bekommen: Selbst in der 100-Prozent-Ansicht sind fast keinerlei Farbsäume an harten Kontrastkanten im Bild erkennbar – Korrekturen im RAW-Konverter sind dementsprechend nicht zwingend notwendig.

Testbild Tamron 17-35 mm f/2.8-4 Di OSD + Canon EOS 5Ds R | 17 mm, f/5.6, 1/25 s, ISO-100

Vignettierung (Randabschattung) lässt sich nie vollständig vermeiden, fällt aber selbst bei maximaler Lichtstärke über den kompletten Brennweitenbereich nicht störend auf. Dank des homogenen Verlaufs lassen sich, auch ohne Objektiv-Profil im RAW-Konverter, Korrekturen problemlos durchführen.

Fazit und Empfehlung

Kompakte und leichte Objektive sind in der Konstruktion immer ein Kompromiss, Tamron ist letzterer beim neuen [[ASIN:B07G8SPTDX|17-35 mm f/2.8-4 Di OSD]] bestens gelungen. Natürlich könnte es gerne immer noch etwas mehr Bildschärfe sein und der Autofokus auf einen "echten" Ring-USM setzen – Gewicht, Größe und der faire Ladenpreis von derzeit 650 Euro stimmen aber einfach.

Testbild Tamron 17-35 mm f/2.8-4 Di OSD + Canon EOS 5Ds R | 17 mm, f/8, 1/80 s, ISO-100

Eine echte Alternative mit vergleichbarer optischer Leistung, Lichtstärke, wetterfestem Gehäuse und geringem Gewicht lässt sich derzeit am Markt nicht finden. Wer mit mehr Gewicht leben kann und das Maximum an Qualität sucht, sollte indes einen Blick auf das bereits erwähnte Tamron SP 15-30 mm f/2.8 G2 oder das Sigma 14-24 mm f/2.8 DG HSM ART werfen.


Kommentare