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Sony FE 20mm F1.8 G - Premium-Weitwinkel-Objektiv zum Premium-Preis

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Objektive der Hausmarke kommen selten günstig daher, so auch das mit 1.100 Euro eingepreiste Sony FE 20mm F1.8 G für Kleinbild- und APS-C-Kameras mit Sony E-Bajonett. Nach dem Test steht jedoch fest: Der Preis ist zwar hoch, aber nicht zu hoch. Denn Sony schafft es ein sehr hochauflösendes Weitwinkel-Objektiv mit hoher Lichtstärke in ein kompaktes Gehäuse zu bekommen.

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Beim FE 20mm F1.8 G setzt Sony auf ein robustes Kunststoffgehäuse, das dank diverser Dichtungsringe grundlegend wetterfest ist. Neben einem Schalter für den Autofokus (an/aus) gibt es die von Sony bekannte Fokus-halten-Taste, der im Menü andere Funktionen zugewiesen werden können. Zudem spendiert Sony dem Objektiv einen Blendenring, der auf Wunsch stufen- wie geräuschlos arbeitet oder mit einem hörbaren Klick in ⅓-EV-Stufen einrastet.

Autofokus

Im Objektiv kommt ein Linearmotor zur Fokussierung zum Einsatz, der praktisch lautlos zu Werke geht. Wie ebenfalls von Linearmotor-Autofokus-Systemen gewohnt, erfolgt die Fokussierung sehr schnell und im Falle von Videoaufnahmen kann der Fokus sauber, ohne sichtbare Stufen, nachgeführt werden.

Testbild Sony FE 20mm F1.8 G + Sony Alpha 7R IV | f/5.6, 1/2000 s, ISO-100

Auf eine optische Stabilisierung im Objektiv muss verzichtet werden, was angesichts der Brennweite und Zielgruppe mit vorwiegend stabilisierten Kameramodellen jedoch kein echtes Problem in der Praxis darstellen sollte.

Bildqualität

Die Tests zur Bildqualität würden mit einer Sony Alpha 7R IV (60 Megapixel) durchgeführt. Wie nicht anders zu erwarten, stellt die hohe Auflösung der Kamera auch eine moderne Festbrennweite vor gewisse Herausforderungen und so fehlt es bei maximaler Lichtstärke, f/1.8 im Falle des Sony FE 20mm F1.8 G, auch im Bildzentrum sichtbar an Details im Bildzentrum. 

Testbild Sony FE 20mm F1.8 G + Sony Alpha 7R IV | Bildmitte bei f/1.8 (li.) und f/5.6

Wie immer hilft vor allem eines: Moderates abblenden. Bereits ab f/4 sind deutlich mehr Details in Bildzentrum sichtbar und auch der Bildrand profitiert massiv von einer leicht geschlossenen Blende. Spätestens bei f/5.6 wird das Maximum erreicht und selbst an der Sony Alpha 7R IV werden die Bildecken knackscharf – beeindruckend.

Testbild Sony FE 20mm F1.8 G + Sony Alpha 7R IV | Bildrand bei f/1.8 (li.) und f/5.6

Die transversale chromatische Aberration (Farbquerfehler) hat Sony sehr gut korrigiert, letzte Reste lassen sich in gängigen RAW-Konvertern weitgehend entfernen. Ein passendes Korrekturprofil ist in den EXIF-Daten bereits enthalten. Die Vignettierung (Randabschattung) fällt klassenüblich für Weitwinkel-Festbrennweiten hoch aus, ist jedoch nicht störend.

Testbild Sony FE 20mm F1.8 G + Sony Alpha 7R IV | f/4, 1/1600 s, ISO-100

Das Bokeh, die Schönheit, Weichheit oder Rundheit der Hintergrundunschärfe, ist bei Weitwinkel-Objektiven gewöhnlich kein wichtiges Kriterium, da bei kurzen Brennweiten sehr hohe Lichtstärken und kurze Fokusdistanzen für eine nennenswerte Hintergrundunschärfe benötigt werden. Sony bietet zwar eine hohe Lichtstärke von f/1.8, mit einem maximalen Abbildungsmaßstab von 1:5 jedoch leider wenig Spielraum für kreative Experimente im Makro-Bereich mit zugleich mächtigem Bokeh.

Testbild Sony FE 20mm F1.8 G + Sony Alpha 7R IV | f/2.2, 1/8000 s, ISO-100

Erfreulich gut fällt, auch ganz ohne Software-Korrekturen, die Verzeichnung aus. Zwar muss man auch im Falle des Sony FE 20mm F1.8 G auf eine Software-Korrektur für absolut gerade Linien zurückgreifen, ein passendes Profil ist ebenfalls in der Objektiv-Firmware hinterlegt, jedoch ist die Verzeichnung ab Werk so minimal, das sie nicht unangenehm auffällt oder gar stört.

Fazit und Empfehlung

Klar: 1.100 Euro als UVP sind alles andere als günstig, für die gebotenen Basisspezifikationen (Kleinbild-tauglich, Weitwinkel, Lichtstärke f/1.8) jedoch auch nicht ungewöhnlich teuer. Auch Drittanbieter wie Sigma sind mit dem 20 mm f/1.4 ART oder vergleichbaren Premium-Modellen in vergleichbaren Preisregionen unterwegs.

Testbild Sony FE 20mm F1.8 G + Sony Alpha 7R IV | f/5.6, 1/800 s, ISO-100

Zudem überzeugt das [[ASIN:B0854Y5YWH|Sony FE 20mm F1.8 G]] mit einer sehr hohen Bildschärfe, wenn auch noch nicht von Anfang an bei f/1.8, robusten Verarbeitung, Wetterfestigkeit und kleinen Extras wie einem Blendenring.