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Panasonic Lumix S5 - Die Lumix S1 auf Diät im Test

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Die Lumix-S1-Serie startete unter dem Motto „Vollformat ohne Kompromisse“, die neue Lumix S5 ist ein Kompromiss – ein kleiner. Die meisten Merkmale teilt man sich mit dem Schwestermodell Lumix S1, vor allem gut 300 Gramm und knapp 1,5 cm in jeder Dimension hat Panasonic auf das Diätprogramm gesetzt. Im Inneren bleibt dagegen fast alles gleich.

Panasonic Lumix S5: Das Gehäuse ist kleiner, der Sensor bleibt gleich

Für das kleinere Gehäuse muss auf der Oberseite das Schulterdisplay der S1-Serie weichen, dafür gibt es immerhin den großen Video-Start/Stopp-Knopf der Lumix S1H sowie ein dreh- und schwenkbares Display auf der Rückseite. Kleiner fällt auch der Akku vom neuen Typ DMW-BLK22 aus. Der neue Akku ist abwärtskompatibel zur Lumix GH5, G9 sowie anderen Kameras mit DMW-BLF19E und bietet dabei etwa 20 Prozent mehr Leistung. Nur: Die alten Akkus arbeiten mangels neuem Kontaktsystem nicht in der Lumix S5.

Wohl auch um Strom zu sparen sattelt Panasonic beim elektronischen Sucher auf den derzeitigen Mittelklasse-Standard von 2,4 Megapixeln um (Lumix-S1-Familie: 5,8 MP). In der Tat fiel in unserem Test die Akkulaufzeit sogar etwas höher als bei der Lumix S1 mit deutlich größerem Akku aus. Sonstige Einsparungen? Das Gehäuse ist weiterhin staub- und spritzwassergeschützt sowie aus Magnesium gefertigt. Lediglich auf den Frostschutz/Betrieb bei tiefen Temperaturen und beleuchtete Tasten muss verzichtet werden.

4K-Videomodus

Videospezialist hat Panasonic bleibt die Lumix S1H, dennoch bekommt die Lumix S5 sogar einige Verbesserungen gegenüber der S1 spendiert: 4K-Videoaufnahmen lassen sich nun auch intern in 10 bit (4:2:0) mit bis zu 60 Bilder/s aufzeichnen, eine Timecode-Unterstützung ist dabei und praktisch alle Erweiterungen aus dem kostenpflichtigen Firmware-Upgrade DMW-SFU2 der Lumix S1 (V-Log, LUT-Assistent, Wave-Form-Monitor) gibt es ab Werk in der Panasonic Lumix S5.

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Die Lumix S1 arbeitet immer ohne Pixel Binning und bei 24-30 Bilder/s auch ohne Beschnitt, bei 50 respektive 60 Bilder/s erfolgt im 4K-Modus jedoch ein deutlicher 1,5x Crop (APS-C-Format). Der einzig echte Kritikpunkt: Beim Video-Autofokus muss sich Panasonic weiterhin Canons DPAF, Sony und Fujifilm geschlagen geben. Auch Nikon konnte hier zuletzt deutlich aufholen.

Für guten Ton stehen an der linken Seite, wie gehabt, je ein Anschluss für ein externes Mikrofon sowie Kopfhörer im 3,5-mm-Klinke-Format bereit. Das optional erhältliche XLR-Modul [[ASIN:B01MS78UCC|DMW-XLR1]] wird ebenfalls unterstützt.

24 und 96 Megapixel in einer Kamera

Panasonic verbaut auch in der Lumix S5 einen stabilisierten Bildsensoren (IBIS), der laut Hersteller bis zu 5 EV längere Belichtungszeiten erlaubt (6,5 EV mit stabilisierten Objektiven; Dual I.S.). Wir konnten im Test, in Kombination mit dem nicht stabilisierten 20-60 mm Kit-Objektiv, aus der Hand bei 20 mm Brennweite auch bei 1,5 Sekunden Belichtungszeit noch scharfe Aufnahmen erzielen.

Testbild Panasonic Lumix S5 + S 20-60mm Kit-Objektiv | 20 mm, f/5.6, 1/50 s, ISO-50

Doch die beweglichen Bildsensoren können noch mehr: Wie bereits in der Lumix G9 oder S1, kann auch die Lumix S5 mehrere Bilder mit minimalem Versatz aufnehmen und diese intern zu einem Bild zusammenfügen – RAW und/oder JPEG. Die Technik dahinter wird gemeinhin als High-Resolution-Shot oder Pixel-Shift bezeichnet. Im Falle der S5 werden acht Aufnahmen mit 24 Megapixeln angefertigt (192 Megapixel Bildinformationen), die zu einem Bild mit 96 Megapixel Auflösung verrechnet werden.

Testbild Panasonic Lumix S5: 24 MP, High Resolution Shot Mode 2 und Mode 1 (v.l.n.r.)

Prinzipbedingt sind Mehrfachbelichtungen anfällig für Bewegungen im Bild (Fahrzeuge, Blätter im Wind etc.) und neigen an diesen Stellen zu unschönen Artefakten (rechtes Foto im Bildvergleich). Panasonic bietet dafür einen alternativen Modus (Mode 2; mittleres Foto), indem die Kamera Bildbereich mit Bewegung isoliert und dort auf ein Referenzbild zurückgreift. Das finale Foto ist effektiv also eine Mischung aus 24- und 96-Megapixel-Aufnahme, die fließend ineinander übergehen.

Neben der steigenden Auflösung profitieren Fotografen auch von einem reduzierten Bildrauschen, da mehr Bildinformationen pro Pixel zur Verfügung stehen. Und ohne High-Resolution-Shot? Zwar gehen ab ISO-3200 bereits sichtbar Details im Rauschen unter, bis ISO-6400 können die Bilder aber problemlos auch für größere Ausdrucke herhalten. Klassenstandard im Jahr 2020.

KI-Autofokus und Serienbild

Der Autofokus wurde gegenüber der Lumix S1 optimiert: Eine doppelte Erkennungsgeschwindigkeit von Augen und Gesichtern sowie Faktor fünf bei Körpern und Tieren verspricht Panasonic. Auch nur noch halb so große Gesichter und Körper werden für die Erkennung benötigt. Im Test funktionierte das Tracking in der Tat auf deutlich weitere Entfernungen. Die Verbesserungen sollen bis Ende 2020 auch als Firmware-Update auf die Lumix-S1-Serie portiert werden.

Testbild Panasonic Lumix S5 + S 20-60mm Kit-Objektiv | 20 mm, f/5.6, 1/50 s, ISO-50

Führt die Lumix S1 den Fokus nach (AF-C), sind bis zu 5 Bilder/s im Serienbildmodus möglich, ohne Nachführung 7 Bilder/s. Damit ist die Lumix S5 ein respektive 2 Bilder/s langsamer als noch die S1 und auch der Puffer wurde auf weniger als die Hälfte zusammengestrichen. Mit den schnellsten SD-Speicherkarten sind bis zu 140 MB/s in der Lumix S5 möglich, das reicht für etwa 5-6 Sekunden "Dauerfeuer" in vollem Tempo und anschließend noch soliden 4-5 Bilder/s.

Fazit und Empfehlung

Nicht nur Gewicht und Größe haben abgenommen, auch die UVP ist ein ganzes Stück gefallen. Bereits zur Vorstellung ist die Lumix S5 günstiger vorbestellbar als die Lumix S1 nach fast anderthalb Jahren Verfügbarkeit im Handel kostet. Zur Einführung gibt es über eine "Zugabeaktion" zudem das Sigma 45 mm f/2.8 DG DN ART kostenfrei zur Kamera.

Panasonic Lumix S5: Das Display ist dreh- und schwenkbar und 2 SD-Karten-Fächer finden ihren Platz

Doch reicht das? Spätestens das Einführungsangebot macht die Lumix S5 äußerst interessant, aber auch abseits dessen kann sich die Kamera mit erweiterten Videofunktionen (4K 60 FPS, 10 bit V-Log, Timecode etc.), einem erstklassig integrierten High-Res-Modus und weiterhin solider Verarbeitung sehen lassen. Nur beim Video-Autofokus gibt es weiter Verbesserungspotential.