ValueTech.de Logo ValueTech
Technik. Einfach. Verstehen.

Sigma 150-600mm DG DN OS Sports - DSLM-Neuauflage eines Bestsellers

|

Heute testen wir die Nachfolge eines unerwarteten Kassenschlagers: Das Sigma 150-600mm DG DN OS Sports ist für DSLM-Kameras mit L- und Sony-E-Bajonett verfügbar, tritt die Nachfolge der DSLR-Version (DG OS HSM) an und tritt damit in immens große Fußstapfen. Der Vorgänger war über Monate kaum zu bekommen, was vor allem an der hohen Nachfrage lag.

Sigma [S] 150-600mm f/5-6.3 DG DN OS

Einen der wenigen Kritikpunkte hat Sigma direkt angepackt: Die Neuauflage ist mit einem Gewicht von 2,1 kg knapp 800 Gramm leichter. Der Filterdurchmesser schrumpft von 105 auf weiterhin eher unhandliche 95 mm und auch sonst wird es in fast allen Dimensionen etwas kleiner. An der Verarbeitung spart Sigma nicht und setzt weiter auf umfangreiche Dichtungen und viel Metall.

Ebenfalls begeistern können kleine Details wie eine Arca-Swiss-kompatible Stativschelle, die eine zusätzliche Schnellwechselplatte auf vielen Stativen obsolet macht. Ferner lässt sich der Widerstand beim Zoomen in zwei Stufen einstellen: In der T- oder Tight-Position fährt das Objektiv kopfüber nicht aus, in der S- oder Smooth-Stellung gibt es kaum Widerstand und der Zoom lässt sich auch schiebend statt drehend verstellen.

Autofokus und Bildstabilisator (OS)

Aus der Sports-Serie bereits bekannt sind umfangreiche Einstellmöglichkeiten für Autofokus und Bildstabilisator, im Falle der L-Mount-Version sogar noch umfangreicher über das optional erhältliche [[FKCH:64280.html|UD-11 USB-Dock]]. Som lässt sich der Autofokus-Arbeitsbereich individuell eingrenzen (Fokus Limiter) und die Arbeitsweise des Bildstabilisators einstellen – und viele dieser Einstellungen in zwei Custom-Modi (C1, C2) abspeichern, um über den entsprechenden Schalter am Objektiv zwischen den Einstellungen zu wechseln.

Testbild Sony Alpha 7 III + Sigma 150-600mm f/5-6.3 DG DN OS Sports | 600 mm, f/7.1, 1/80 s, ISO-200 (100% Ausschnitt)

Der optische Bildstabilisator leistet sehr gute Dienste für eine Telezoom-Objektiv. So lässt sich die Belichtungszeit bei 600 mm Brennweite um mehr als 3 EV verlängern. In unserem Fall waren so noch knapp 1/60 bis 1/80 s stabil aus der Hand zu halten (siehe Bild oberhalb). Nach aktuellem Kenntnisstand ist keine Dual-Stabilisierung mit IBIS-Systemen möglich. 

[[YT:1AGbkYIuHe4]]

Der Autofokus agiert in unserem Test präzise und vor allem deutlich flotter als noch in der DSLR-Version. Zwar fehlt das letzte bisschen Geschwindigkeit zum Niveau der schnellsten Linearmotor-AF-Systeme und auch im Video-Autofokus-Test gab es ab und an kleine Fehltritte. Aber alles in allem gehört Sigmas Neuauflage hier zum Besten, was im Tele-Zoom-Markt für spiegellose Systemkameras gerade zu bekommen ist.

Bildqualität

In Sachen Bildqualität gibt es derweil ein überraschend homogenes Bild. Von der Bildmitte zum Bildrand, von 150 bis 600 mm Brennweite: Echte Schwächen gibt es bei der Bildschärfe nicht zu berichten. Alle Testaufnahmen erfolgten mit der Sony Alpha 7 III im RAW-Modus bei deaktivierten Software-Korrekturen.

Testbild Sigma 150-600mm f/5-6.3 DG DN OS Sports | Bildrand bei 150 mm, f/5 und f/8 (re.)

Bei 150 mm ist die Bildschärfe am äußersten Bildrand (siehe Bild oberhalb) schon bei Offenblende auf hohem Niveau und gewinnt nicht mehr sichtbar beim Abblenden. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei 300 und 600 mm Brennweite (siehe Bild unterhalb). Einzig und allein die chromatische Aberration ist, ohne Software-Korrekturen, noch zu erkennen. 

Testbild Sigma 150-600mm f/5-6.3 DG DN OS Sports | Bildrand bei 600 mm, f/6.3 und f/8 (re.)

Andere Problemstellen hat Sigma sauber umschifft, beispielsweise die Vignettierung (auch Randabschattung genannt). Auch diese lässt sich einfach im Nachgang oder in der Kamera über das integrierte Korrekturprofil korrigieren, fällt aber selbst unkorrigiert klassenüblich moderat aus. Gleiches gilt für die zu vernachlässigende Verzeichnung.

Testbild Sony Alpha 7 III + Sigma 150-600mm f/5-6.3 DG DN OS Sports | 272 mm, f/5.6, 1/160 s, ISO-100

Die hohe Flexibilität geht abseits der 4-fach Zooms weiter. So ist nun ein Abbildungsmaßstab von bis zu 1:2,9 bei 180 mm Brennweite möglich, der zusammen mit dem mächtigen Bokeh auch Blüten oder größere Insekten zum realistischen Zielobjekt vor der Linse macht. Auch die Bildschärfe leidet im Nahbereich nur minimal.

Fazit

Das [[FKCH:Sigma-150-600mm-f-5-6-3-DG-DN-OS-S-Sony-E-Mount_64602.html|Sigma 150-600mm DG DN]] aus der Sports-Serie ist mehr als nur eine Adaption ins spiegellose Zeitalter. Nicht nur hat Sigma das Objektiv kleiner und leichter bekommen, auch der Autofokus ist deutlich flinker geworden und alles zur fairen UVP von 1.399 Euro. Das Zubehör fällt mit einer Stativschelle, Objektivköcher samt Tragegurt, Streulichtblende und zwei verschiedenen Frontdeckeln üppig aus.

Testbild Sony Alpha 7 III + Sigma 150-600mm f/5-6.3 DG DN OS Sports | 499 mm, f/7.1, 1/250 s, ISO-400

Kritik? Gibt es immer. So hat Sigma selbst mit dem 60-600mm DG OS HSM Sports bereits ein Telezoom-Objektiv mit, unserer Meinung nach, noch deutlich spannenderem Brennweitenbereich für DSLR-Kameras im Angebot. Auch dürften Besitzer einer Kamera mit Canons RF- oder Nikons Z-Bajonett sehnsüchtig auf eine Adaption warten.