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Sigma 18-50mm F2.8 DC DN - Objektiv-Nachschub für APS-C-DSLMs

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Nachdem im "Trendbereich Vollformat" langsam aber sicher die wichtigsten Objektive im Angebot sind, rückt der APS-C-Sensor wieder ins Zentrum. Nach zuletzt Sony und Tamron bringt nun auch Sigma ein lichtstarkes Standard-Zoom auf den Markt. Das Sigma 18-50mm F2.8 DC DN aus der Contemporary-Reihe wird für das L- sowie hier getestete E-Bajonett (Sony) verfügbar sein.

Sigma 18-50mm F2.8 DC DN Contemporary: Das Objektiv ist nicht größer als Kit-Objektive zur DSLR-Zeiten

Die L-Mount-Variante kann nativ (APS-C) nur an Kameras der Leica TL- und CL-Reihe verwendet werden, im E-Bajonett ist die Auswahl schon deutlich größer. Hingegen lässt Sigma Canons EF-M-Bajonett links liegen, für das man bereits mehrere Festbrennweiten aus der DC-DN-Reihe im Angebot hat - und de facto kein Konkurrenzobjektiv der Hausmarke.

Schade, denn mit einem Gewicht von gerade einmal 290 g sowie eine Länge von 7,5 cm im eingefahrenen Zustand ist Sigmas neuer Objektiv-Spross kaum größer und schwerer als ein, deutlich lichtschwächeres, Kit-Objektiv aus DSLR-Zeiten. Zwar setzt man dafür vorwiegend auf Kunststoff, das Gesamtpaket wirkt dennoch hochwertig und auch eine Streulichtblende ist im Lieferumfang.

Autofokus

Sigma setzt auf beim Autofokus auf den DSLM-Klassiker schlechthin: Ein Schrittmotor sorgt für eine beinahe lautlose Fokussierung. Spielt die Kamera hinter dem Objektiv mit, sind am Ende des Tages praktisch keinerlei Fehlfokussierungen auf der Speicherkarte. Auch für Videoaufnahmen eignet sich der Schrittmotor mit seiner feinen Nachjustierung sehr gut. 

Testbild Sigma [C] 18-50mm F2.8 DC DN + Sony Alpha 6600 | 50 mm, f/5, 1/80 s, ISO-400

Leider nicht dabei ist eine optische Bildstabilisierung. Videoaufnahmen aus der Hand werden entsprechend wackelig, es sei denn als Kamera kommt eine der wenigen für das E-Bajonett verfügbaren APS-C-Modelle mit Sony SteadyShot zum Einsatz, dazu gehören die Alpha 6500, Alpha 6600 sowie ZV-E10 mit elektronischer Video-Stabilisierung.

Bildqualität

Wie bei den meisten lichtstarken Standard-Zoom-Objektiven ist der Weitwinkel-Bereich um die Startbrennweite von 18 mm das optisch schwächere Ende, insbesondere in den Bildecken. Moderates Abblenden bringt etwas Auflösung zurück, knackscharf wie bei spezialisierten Festbrennweiten wird es aber nicht. Farbsäume hat Sigma selbst ohne Software-Korrekturen weitgehend im Griff.

Sigma [C] 18-50mm F2.8 DC DN | 18 mm, Bildrand, f/2.8 vs. f/5.6 (v.l.n.r.)

Bereits im mittleren Brennweitenbereich (35 mm) geht die Bildschärfe deutlich nach oben und spätestens beim 50 mm Brennweite sind auch die Bildecken bereits bei maximaler Lichtstärke scharf. Wer leicht in Richtung f/4-5.6 abblendet, kann noch einmal etwas mehr Bildschärfe herauskitzeln, zwingend notwendig ist dies aber nicht für gute Ergebnisse.

Sigma [C] 18-50mm F2.8 DC DN | 50 mm, Bildmitte, f/2.8 vs. f/5.6 (v.l.n.r.)

Zum Glück, denn das Bokeh, die Schönheit, Weichheit oder Rundheit der Hintergrundunschärfe, kann sich ebenfalls sehen lassen. Mit einer Naheinstellgrenze von 12 bis 30 cm (bei 18 respektive 50 mm Brennweite) lassen sich zudem Experimente im Makro-Bereich vornehmen, wobei vor allem bei 18 mm die Bildschärfe entlang der Naheinstellgrenze deutlich nachlässt. Blende f/5.6-8 sind hier für eine adäquate Bildschärfe im Nahbereich unerlässlich.

Testbild Sigma [C] 18-50mm F2.8 DC DN + Sony Alpha 6600 | 18 mm, f/5.6, 1/320 s, ISO-100

Die Vignettierung (Randabschattung) ist bei allen Brennweiten erfreulich oder eher überraschend gering, hat man die kompakten Abmessungen im Hinterkopf. Letzte Reste lassen sich dank des integrierten Profils einfach entfernen. Nicht ganz so gut steht es um die Verzeichnung: Wer Architekturaufnahmen bei 18 mm anfertigen will, kommt um die Software-Korrektur definitiv nicht herum. 

Fazit und Empfehlung

Das [[FKCH:Sigma-18-50mm-f-2-8-DC-DN-Contemporary-Sony-E-Mount_64648.html|Sigma 18-50mm F2.8 DC DN]] aus der Contemporary-Reihe macht vieles richtig, vor allem für gerade einmal 499 Euro (UVP). Sony will für sein beinahe doppelt so schweres 16-55mm F2.8 G über 1.000 Euro und das ebenfalls ohne optische Stabilisierung. Bei Architekturaufnahmen sind 16 statt 18 mm im Weitwinkel ein jedoch nicht zu unterschätzender Unterschied.

Testbild Sigma [C] 18-50mm F2.8 DC DN + Sony Alpha 6600 | 18 mm, f/6.3, 1/40 s, ISO-100

Spannender ist da schon der Vergleich mit dem Tamron 17-70mm F2.8 Di III-A VC RXD. Das Tamron ist im Bereich der Brennweite zweifelsohne etwas flexibler und noch dazu optisch stabilisiert, was vor allem in Kombination mit günstigeren Alpha-6x00-Kameras seinen Charm hat. Dafür mit 525 g aber auch 80 Prozent schwerer, merklich länger, dicker und bietet weniger Freiheiten im Nahbereich.