ValueTech.de Logo ValueTech
Technik. Einfach. Verstehen.

Sigma 16-28 mm f/2.8 DG DN - Klein, leicht, lichtstark und scharf

|

Gute Objektive müssen nicht immer groß und schwer sein. Spätestens seit dem Wechsel auf spiegellose Systemkameras geraten auch die Objektivhersteller unter Druck, ihre Produkte kleiner und leichter zu machen, als es zu DSLR-Zeiten gefordert war. Sigma erweitert mit dem 16-28 mm f/2.8 DG DN Contemporary sein entsprechendes Angebot um ein lichtstarkes Weitwinkel-Zoom.

Sigma 16-28 mm f/2.8 DG DN Contemporary

Mit einem Gewicht von nur 450 g und einem 72 mm messenden Filtergewinde geht das 16-28 mm f/2.8 zweifelsfrei als kompakt durch. Den Rotstift setzt Sigma unter anderem am Gehäuse an, das nur am Bajonett einen Dichtungsring besitzt. Je ein Ring zur Fokussierung, Zoom und ein Schalter für AF/MF runden die Basisausstattung ab. Billig wirkt das Objektiv trotz des Kunststoffgehäuses nicht.

Zur Markteinführung ist das Objektiv für das Sony-E- sowie L-Bajonett verfügbar (Leica, Panasonic, Sigma).

Autofokus

Sigma setzt, wie bei all seinen nativen DSLM-Objektiven (Kürzel DN), zur Fokussierung auf einen Schrittmotor. Der Vorteil besteht in einer praktisch lautlosen Arbeitsweise. Aufgrund der kurzen Brennweite fällt die mögliche Unschärfe im Vorder- und Hintergrund jedoch gering aus. Viel zu tun gibt es für den Fokusmotor nicht, saß im Test aber beinahe immer auf den Punkt.

[[YT:UjEGF5cfCS4]]

Der Fokusring ist bei Schrittmotoren stets elektrisch übersetzt – und damit gewissermaßen Fluch und Segen in einem: Während dies einerseits eine äußerst präzise manuelle Fokussierung mit sehr langem Drehweg ermöglicht (langsame Drehungen für präzise Einstellung, schnelle Drehungen für große Unterschiede), unterstützen nur L-Mount-Kameras eine lineare Übersetzung (120-720°).

Bildqualität

Sigma ist nicht der erste Anbieter eines kompakten Weitwinkel-Zooms für Kleinbildkameras. Bereits vor drei Jahren präsentierte Tamron das 17-28 mm f/2.8 Di III RXD mit fast identischen Spezifikationen für Brennweite, Lichtstärke, Autofokus-Technologie und Gewicht – und leichten Schwächen bei maximaler Lichtstärke. Schneidet Sigma mit etwas neuerem Design besser ab?

Testbild Sigma 16-28 mm f/2.8 DG DN Contemporary + Panasonic Lumix S1R | 20 mm, f/5.6, 1/200 s, ISO-100

Im Bildzentrum gibt es im unteren Brennweitenbereich bereits bei maximaler Lichtstärke von f/2.8 beinahe die maximal mögliche Bildschärfe, bei 28 mm lässt die Auflösung dagegen minimal nach – getestet mit der Panasonic Lumix S1R (47 Megapixel). Zu den Bildecken wird es vor allem bei 16 und 28 mm unschärfer und ein Abblenden auf f/5.6 für mehr Details ist ratsam. Im mittleren Brennweitenbereich sind hingegen auch die Ecken bereits bei Offenblende angenehm scharf.

Sigma 16-28 mm f/2.8 DG DN Contemporary | Bildschärfe am Bildrand bei 16 mm und f/2.8 respektive f/5.6 (re.)

Die chromatische Aberration am Bildrand (Farbquerfehler) ist ohne Software-Korrekturen mit dem integrierten Profil primär bei 16 bis etwa 20 mm sichtbar, bei längeren Brennweiten ist keine Korrektur notwendig. Das integrierte Korrekturprofil kann wahlweise direkt in der Kamera für JPEG-Bilder sowie ausgewählten RAW-Konvertern wie beispielsweise Capture One aktiviert werden. Einige Programme wie Adobe Lightroom benötigen hingegen erst ein Update mit dem entsprechenden Objektivprofil.

Testbild Sigma 16-28 mm f/2.8 DG DN Contemporary + Panasonic Lumix S1R | 16 mm, f/4.5, 1/320 s, ISO-100 (ohne Software-Korrekturen)

Die Verzeichnung ist über den kompletten Brennweitenbereich und nicht nur bei Architekturaufnahmen sichtbar. Speziell im Falle von Videoaufnahmen sollte die Korrektur in der Kamera immer aktiviert bleiben. Aber auch bei der Fotografie kann eine Vorschau auf den, durch die spätere Korrektur, leicht verengten Blickwinkel hilfreich sein.

Testbild Sigma 16-28 mm f/2.8 DG DN Contemporary + Panasonic Lumix S1R | 16 mm, f/6.3, 1/125 s, ISO-100

Die Vignettierung (Randabschattung) ist mit ein bis anderthalb EV vergleichsweise gering ausgeprägt. Wer ein nennenswertes Bokeh erleben möchte, muss mit dem 16-28 mm nah heran, was dank einer Naheinstellgrenze von 25 cm (Abbildungsmaßstab 1:5,6) auch möglich ist.

Fazit und Empfehlung

Das Sigma 216-28 mm f/2.8 DG DN aus der Contemporary-Reihe lässt wenig Raum für Kritik: Die Bildschärfe ist bereit bei maximaler Lichtstärke und an hochauflösenden Kameras getestet im Klassendurchschnitt oder sogar darüber (vor allem bei mittleren Brennweiten um 22 mm) – und das trotz der kompakten Bauweise sowie einer UVP von nur 899 Euro.

Testbild Sigma 16-28 mm f/2.8 DG DN Contemporary + Panasonic Lumix S1R | 16 mm, f/5.6, 1/250 s, ISO-100

Mehr Bildschärfe gibt es bei größeren Objektivkonstruktionen oder bei weniger flexiblen Festbrennweiten wie dem 20 mm f/2.8 DG DN aus selbem Hause. Zu bemängeln ist in dieser Objektivklasse der Verzicht auf einen umfangreichen Schutz gegen Staub und Spritzwasser.