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Samsung 960 Pro - Schneller, wo es unnötig war. Langsamer, wo es nötig wäre.

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Heute war es nun endlich soweit: Nach der Vorstellung Ende September dürfen nun auch Testergebnisse zur Samsung SSD 960 Pro veröffentlicht werden. Vor allem Enthusiasten will Samsung mit allem ansprechen, was sich Bastler gerade so wünschen könnten: Transferraten bis zu 3,5 GB/s im äußerst kompakten M.2-Formfaktor und NVMe-Unterstützung.

Samsung SSD 960 Pro (512 GB)

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Wenig getan hat sich leider an der Preisgestaltung: Mit einer UVP von 329 Euro ist die getestete 512-GB-Version etwa doppelt so teuer wie High-End-SSDs im klassischen 2,5"-Formfaktor und beinahe dreimal teurer als auf Preis/Leistung getrimmt Modelle. Interessenten sollten demzufolge genau schauen, ob sie die gebotene Geschwindigkeit wirklich benötigen geschweige denn ausnutzen können.

Testsystem und Testprogramme

Um auf repräsentative als auch reproduzierbare Ergebnisse zu kommen, nutzen wir verschiedenen Programmen für synthetische Tests als auch für Tests die dem realen Alltag entsprechen. Um Limitierungen durch das Testsystem vorzubeugen, setzten wir auf eine moderne Testplattform auf Intel Haswell-Basis. Synthetische Tests ermitteln die reinen Leistungswerte unter zumeist Idealbedingungen (Schreib-, Lese, und Kopiergeschwindigkeit, IOPS, Zugriffszeiten), geben jedoch oft keine sichere Auskunft über das Verhalten im Alltag.

Dafür sind unsere Alltagstests gedacht. PCMark 7 Professional und PCMark 8 Professional ermöglichen reproduzierbare Tests von Alltagsanwendungen wie dem Windows Defender (Virenscanner), Adobe Creative Produkten (Photoshop, Indesign Illustrator), Microsoft Office Produkten (Word, Excel PowerPoint) und erzeugt typischen Belastungen wie sie beim Importieren von Bildern und Musik, beim Schneiden von Videos oder dem Start von Programmen und Spielen vorkommen. Unser hauseigener ValueTech DriveBench schreibt und liest insgesamt 10 GB auf und wieder von den SSDs, dabei ist der Test in zwei Bereiche unterteilt:

  1. Musik und Fotos: 4,46 GB (1.239 Dateien in 61 Ordnern). Die Dateigröße reicht von ca. 1 MB großen JPEG-Bildern, über 5-10 MB große MP3-Dateien bis hin zu etwa 100 MB großen Bildern im TIFF-Format
  2. Video: 6,07 GB (13 Dateien in 3 Ordnern). Die Dateigröße reicht von etwa 100 MB bis zu 2 GB.

Das dafür benutzte Kommandozeilen-Programm Robocopy liefert dabei nahezu identische Werte wie das Kopieren/Ausschneiden und Einfügen unter Windows.

Testergebnisse

[[CHAR:14_ssd|6,13,17,18,26,27,29,31,32,33§F54]]

Anmerkung:  Um eine bessere Übersichtlichkeit zu gewährleisten, werden nur neue Produkte sowie ältere Produkte (auf welche Bezug genommen wird) angezeigt. Eine komplette Übersicht aller getesteten SSDs und HDDs inklusive stündlich aktualisierter Preis/Leistungs-Ratings entnehmen Sie bitte unserer Rangliste.

Samsung treibt die PCIe-Schnittstelle an die Grenzen des technischen Machbaren: Die vollen 3.500 MB/s ließen sich auf unserem Testsystem nicht erreichen. Bei "nur" etwa 2.997 MB/s war bereits Schluss. Da Samsung damit trotzdem die Spitze des Testfeldes markiert lässt sich derzeit nicht sagen, ob die Limitierung am Testsystem oder der SSD selbst liegt.

Erfreulich und intelligent gelöst hat Samsung die Hitzeprobleme der ersten M.2-Generation (950 Pro): Der Aufkleber dient, neben der Informationswiedergabe, nun auch der passiven Kühlung von Controller und Speicher-Bausteinen. Zur besseren Hitzeverteilung wurde dazu in den Aufkleber eine Lage aus Kupfer eingebracht. Der Effekt lässt sich vor allem bei längeren Perioden unter Volllast beobachten, die die 960 Pro nun deutlich länger in voller Geschwindigkeit erledigt. 

Samsung SSD 960 Pro (oben) im Größenvergleich mit der SanDisk Extreme Pro 450 (unten)

Klar wird aber auch: Die Samsung SSD 960 Pro ist vor allem da schneller geworden, wo ohnehin kaum Bedarf an noch mehr Geschwindigkeit bestand. Primär betrifft dies sehr große Dateien wie Videos oder Archive, die nun deutlich schneller gelesen und geschrieben werden können. Zumindest sofern ein entsprechend schneller Gegenspieler zum Schreiben oder Lesen zur Verfügung steht. Und letzteres ist in der Praxis praktisch nie der Fall.

Sogar etwas langsamer ist man indes in den Bereichen geworden, in denen sich mehr Geschwindigkeit zumindest halbwegs realistisch in der Praxis ausnutzen ließe: Bei (sehr) kleinen Dateien, wie sie z.B. das Betriebssystem, Programme oder Spiele zum Betrieb benötigen. Die Testergebnisse in Trace-Benchmarks wie PCMark 7 und PCMark 8 zeigen dies mehr als deutlich. Und selbst mittelgroße Dateien wie Bilder oder MP3-Dateien werden schon langsamer geschrieben und gelesen als beim Vorgänger.

Fazit

Die Samsung SSD 960 Pro ist ohne Zweifel die derzeit schnellste SSD am Markt – zumindest wenn man nur die Transferraten großer Dateien berücksichtigt. So schnell, dass selbst moderne PCs mühelos an ihre Grenzen stoßen. In der Praxis gibt es indes nur in absoluten Ausnahmefällen mehr Geschwindigkeit zu spüren als mit klassischen SSDs, die weit weniger als die Hälfte kosten.


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