ValueTech
Technik. Einfach. Verstehen.

Nokia 7 Plus - Mittelklasse-Smartphone mit 6-Zoll-Display im Test

|

Unter dem Markennamen Nokia hat der Hersteller HMD Global zwei neue Mittelklasse-Smartphones vorgestellt. Das Nokia 7 Plus ist größer und besser ausgestattet als das Nokia 6.1. ValueTech.de hat das Gerät mit sechs Zoll großem 18:9-Bildschirm , reinem Android-Betriebssystem, Dual-Kamera und Fingerabdruck-Scanner getestet.

Das Nokia 7 Plus hat eine Rückseite mit sechsschichtiger Keramikbeschichtung

Für eine UVP von 399 Euro bekommt man ein edel und robust gestaltetes Smartphone. Das Unibody-Gehäuse besteht aus Aluminium, das mit kupferfarbenen Elementen verziert ist. Die Rückseite ist mit einer sechsschichtigen Keramikbeschichtung überzogen, um das gute Stück aus Finnland vor Kratzern zu schützen.

Die Tasten für Lautstärke und An/Aus sowie die Hauptkamera stechen aus dem Gehäuse leicht hervor. Der Fingerabdruck-Scanner liegt leider außerhalb des Sichtfelds auf der Rückseite unweit der Dual-Hauptkamera, doch er funktioniert nach wie vor einwandfrei. Mit Maßen von 158,4 x 75,6 x 9,6 mm und einem Gewicht von 184 g eignet sich das Nokia-Smartphone nicht für die Ein-Hand-Steuerung.

Leistung

Schon das mit 279 Euro (UVP) günstigere Nokia 6.1 bietet einen 2,2 GHz schnellen Prozessor mit ordentlicher Leistung. Der Qualcomm Snapdragon 660 im Nokia 7 Plus wird allerdings gleich von vier GB RAM unterstützt. Das reicht zwar nicht aus, um mit Oberklassen-Smartphones zu konkurieren, doch in seiner Preisklasse zählt das Nokia 7 mit zu den schnellsten Vertretern.

[[CHAR:18_phone|31,43,55-56,61,67,69-70,71§FFF]]

Positiv zu bewerten ist das Betriebssystem. So kommt das Google-Betriebssystem Android in der brandaktuellen Version 8.1.0 (Oreo) und bis auf ein paar Nokia-eigene Apps in Reinform zum Einsatz. Die Erfahrung hat zudem gezeigt, dass HMD Global neben Google wohl der Hersteller ist, der seine Android-Smartphones am schnellsten mit Updates versorgt.

Während das Nokia 6.1 mit einem 3.000 mAh kleinen Akku auskommen muss, hat dem HMD Global dem Nokia 7 Plus einen Energiespeicher mit einer Kapazität von immerhin 3.800 mAh spendiert. Somit muss das Android-Smartphone erst alle 36 Stunden an die Steckdose. Das Laden des Nokia 7 Plus über den USB-Typ-C-Anschluss dauert allerdings recht lange zwei Stunden.

Kamera und Ton

Der Mono-Lautsprecher des Nokia 7 Plus klingt gut in den Höhen. Ansonsten fällt er jedoch flach aus. Das In-Ear-Headset des Smartphones konnte hingegen mit einer guten Bandbreite an Klängen überzeugen. Ein UKW-Radio ist nicht mit an Bord.

Tagaufnahme des Nokia 7 Plus gelingen bis auf leichte Verzerrungen am Bildrand

Das Nokia 7 Plus hat im Gegensatz zum Nokia 6.1 eine Dual-Hauptkamera an Bord. Während der Weitwinkel-Sensor Aufnahmen mit maximal zwölf Megapixeln fertigt, kommt bei der Doppel-Zoom-Linse ein 13-Megapixel-Sensor zum Einsatz. Die Fotos gehen bei Tage in Ordnung. Bei schlechteren Lichtverhältnissen tendiert das Mittelklasse-Smartphone öfter einmal zum Bildrauschen.

Bei der Bothie-Funktion sind Front- und Hauptkamera gleichzeitig aktiv

Eine nette Spielerei ist die sogenannten Bothie-Funktion, die man vom Nokia 8 kennt. Dabei macht das Android-Smartphone gleichzeitig je ein Bild mit der Rück- und Frontkamera.

Die 16-MP-Selfie-Kamera des Nokia 7 Plus leistet in der Regel gute Arbeit

Die zweite Kamera des Nokia 7 Plus löst mit maximal 16 Megapixeln auf und hinterlässt ebenfalls einen guten Eindruck. Da auch hier HDR an Bord ist, werden detailreiche Selfies mit relativ kräftigen Farben und wenig Rauschen geschossen.

Der sechs Zoll große Bildschirm ist im neumodischen 18:9-Format gehalten, was sich vor allem beim Schauen von Videos bezahlt macht. Der Bildschirm bietet eine Auflösung von 2.160 x 1.080 Pixeln und somit eine für den Normalbetrieb ausreichende Pixeldichte von 403 ppi. Die maximale Helligkeit des LC-Displays beträgt 400 cd/m². Die Ablesbarkeit auch bei Sonnenlicht geht in Ordnung.

Mobilfunk (LTE)

In der Theorie bietet das Nokia 7 Plus via LTE bis zu 300 MBit/s im Download. Die Upload-Geschwindigkeit liegt bei 50 MBit/s. Unsere Messungen in der Praxis ergaben bis zu 68,8 MBit/s im Download und 38,8 MBit/s im Upload im Düsseldorfer 4G-Netz von Vodafone.

Der Fingerabdruck-Scanner befindet sich zu nah an der Hauptkamera des Nokia 7 Plus

Mit 64 GB sehr großzügig bemessen ist der interne Speicher, zumal wenn man berücksichtigt, dass dem Nutzer rund 50 GB davon tatsächlich zur Verfügung stehen. Außerdem bietet das Mittelklasse-Smartphone Platz für eine bis zu 256 GB große Speicherkarte, die alternativ zur zweiten Nano-SIM-Karte eingelegt werden kann. In puncto Sprach- und Empfangsqualität muss sich unser Proband gegenüber der Konkurrenz nicht verstecken. Sowohl im Vodafone- als auch im Telefónica-Netz zeigt es eine sehr gute Performance.

Fazit und Empfehlung

Nokia hat sich unter der Ägide des neuen Herstellers HMD Global eindrucksvoll zurückgemeldet. Das [[ASIN:B07B6DMZN6|Nokia 7 Plus]] ist wie das ebenfalls seit kurzem verfügbare Nokia 6.1 ein weiteres Beispiel für das gelungene Comeback der Finnen ohne alten Microsoft-Ballast.

[[YT:rTmsX7hj_S4]]

Auf der einen Seite findet man altbekannte Tugenden wie eine gute Sprach- und Empfangsqualität und solide Verarbeitung. Ein Pluspunkt ist auch das reine und brandaktuelle Android-Betriebssystem, für das HMD Global mindestens zwei Jahre lang Updates verspricht. Die UVP von 399 Euro ist angemessen.

Die Kameras machen einen guten Eindruck, doch zeigen Fotos teilweise sichtbares Rauschen. Das Display ist mit sechs Zoll in der Diagonalen zwar riesig, aber andererseits ist das Gehäuse auch recht groß und schwer. Zudem ist das Android-Smartphone der Finnen leider weder wasser- noch staubdicht.


Kommentare