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Honor Play - Das Spieler-Smartphone mit 'ehrlichem' Android 9 im Nachtest

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Schnell sollte es sein, war dann aber vor allem schnell in Verruf geraten: Das Honor Play richtet sich, wie der Name bereits vermuten lässt, vor allem an Spieler und das große Highlight, der GPU-Turbo, entpuppte sich bereits wenige Tage nach Vorstellung vor allem als Betrug. Benchmarks wurden manipuliert, Honor versprach Besserung mit Android 9. Und hält das Versprechen.

Das Honor Play besitzt ein 6,3 Zoll großes Full-HD-Display (1.080 x 2.340 Pixel) mit Notch und 19,5:9 Seitenverhältnis

Zum Glück, denn das Smartphone selbst kann auch äußerlich überzeugen. Das schicke Metallgehäuse liegt sicher in der Hand, die Knöpfe haben einen guten Druckpunkt und das 6,3" große IPS-Display (mit Notch) löst mit immerhin 1.080 x 2.340 Pixeln auf – einem extra breiten Full HD im Seitenverhältnis 19,5:9. 176 Gramm auf der Waage und 7,5 mm Dicke gehen ebenfalls in Ordnung.

Leistung

Doch zurück zur Benchmark-Manipulation. Auch wir erhielten ein Testmuster im Rahmen der IFA 2018, konnten aber nicht einen Test abschließen, bevor das Honor Play "Überhitzung" meldete und die jeweilige App geschlossen hat. Zurecht, denn die Rückseite hatte sich bereits auf gut 60 °C erhitzt. Wie die Kollegen von anandtech mit einer angepassten GFXBench-App nachweisen konnten, nutzt(e) das Honor Play einen versteckten Performance-Modus und erlaubte es dem Prozessor fast doppelt so viel Energie zu verbrauchen.

In der Theorie kein Problem, würde der Mehrverbrauch auch in Spielen abrufbar und damit im Alltag nutzbar sein. Die Freischaltung erfolgt jedoch intransparent über das Betriebssystem und selektiv für ausgewählte Testprogramme. Im Alltag überhitzt das Honor Play so immerhin nicht, die in Benchmarks suggerierte Leistung kann sich im Extremfall jedoch fast halbieren.

Neben dem Honor Play waren auch das P20 Pro und Nova 3 der Konzernmutter Huawei betroffen. Das chinesische Unternehmen reagierte und versprach den Performance-Modus mit dem Android-9-Update über die Einstellung (de-)aktivieren zu können. Die Einstellung soll dann auch für alle Apps und nicht nur ausgesuchte Benchmarks gelten.

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Das Versprechen kann man nun einhalten und deaktiviert den Performance-Modus nun auch ab Werk. So bleibt das Honor Play erfreulich kühl, zeigt aber auch, dass Honor nicht zaubern kann und die Leistung des verbauten Prozessors Huawei Kirin 970 weiterhin auf dem Niveau des Huawei Mate 10 Pro, ebenfalls mit Kirin 970 bestückt, liegt.

Je nach Anwendung gibt es jedoch deutlich Unterschiede. Während das Honor Play vor allem in Browser-Tests oft die Nase vorn hat, kann das Mate 10 Pro in einigen Grafiktests mehr FPS auf das Display zaubern.

Kamera

An der Hardware hat das Update auf Android 9.0 natürlich nichts geändert - und die bleibt solide. Die Dual-Kamera-Lösung auf der Rückseite setzt auf eine 16-Megapixel-Hauptkamera, die von einer Zweitkamera (2 MP) für Fotos mit Bokeh-Effekt unterstützt wird. Neben Videoaufnahmen in Full HD mit bis zu 60 Bilder/s sind auch 4K-Videos möglich.

Honor Play: Die 'AI Camera' wird nicht in Kooperation mit Leica beworben, auch die Technik unterscheidet sich zum Huawei P20

Die AI-Camera genannte Erkennung von Szenerien funktioniert mal erstaunlich gut, kann aber auch ab und an danebengreifen und ein Lächeln ins Gesicht zaubern, wenn das Flugzeug in der Frontalansicht zur Katze erklärt wird. Ganz generell stellt sich die Frage nach dem Sinn hinter den "Optimierungen", auch wenn die Szenenerkennung sitzt.

Doch warum nicht beides vereinen? Das dachte sich wohl auch Honor und integriert für ambitionierte Fotografen, die die maximale Kontrolle über das Bild suchen, wieder den Pro-Modus und erlaubt sogar das Abspeichern von RAW-Bildern (DNG-Standard). Somit lässt sich auch das notorische Überschärfen des Honor Play umschiffen und natürlichere Resultate erzielen.

Mobilfunk (LTE) und Ton

Wie so oft gibt es am Empfang bei Huawei/Honor nichts zu meckern. Als einer der weltgrößten Netzwerkausrüster bringt man viel Know-How in diesem Bereich ein und erlaubt Übertragungsraten im LTE-Netz, die ganz oben mitspielen können. So waren selbst im eher durchschnittlichen O2-Netz 122 Mbit/s im Down- respektive knapp über 50 Mbit/s im Upload möglich.

Einzig der Sound mag beim Honor Play nicht so recht überzeugen, zumindest aus den integrierten Lautsprechern schallt es etwas dünn und blechern. Immerhin macht es Honor Besitzern des Play einfach und ermöglicht auch den Anschluss klassischer Kopfhörer über einen 3,5-mm-Klinkeanschluss. Ein USB-C-Adapter ist nicht notwendig.

Fazit und Empfehlung

"Warum denn nicht gleich so?" würde man Honor am liebsten zurufen. Denn auch ohne versteckte "Optimierungen" kann das [[ASIN:B07GPDWMP9|Honor Play]] überzeugen. Mit einem Preis von 285 Euro (Stand: 15.01.2019) schafft es das Honor Play, selbst mit deaktiviertem Performance-Modus, in die Top 5 unserer Preis/Leistungs-Empfehlungen.

Heute leider immer seltener anzutreffen: Neben USB-C (2.0) ist auch ein 3,5-mm-Klinkeanschluss für Kopfhörer vorhanden

Noch etwas mehr Leistung fürs Geld gibt es derzeit mit dem Motorola Moto Z2 Force Edition für knapp 270 Euro. Wer noch einmal 100 Euro mehr investiert bekommt das [[ASIN:B07D69KKBZ|LG Q7 ThinQ]] mit dem derzeit schnellsten SoC, dem Qualcomm Snapdragon 845.