ValueTech.de Logo ValueTech
Technik. Einfach. Verstehen.

Nokia 8.1 mit dreijähriger Update-Garantie im Test

|

Der neue Nokia-Hersteller HMD Global spezialisiert sich zunehmend auf Smartphones mit reinem Android-Betriebssystem. Das neueste Beispiel ist das Nokia 8.1, das dank seiner Teilnahme am Android-One-Projekt eine dreijährige Update-Garantie bekommt. Was das finnische Smartphone sonst noch so auszeichnet, zeigt unser Test.

Anders als das Nokia 8 und 8 Sirocco ist das Nokia 8.1 nicht in der Oberklasse, sondern in der oberen Mittelklasse angesiedelt

Anders als das Nokia 8 spielt das Nokia 8.1 nicht in der Oberklasse, sondern in der oberen Mittelklasse mit, weil HMD Global mit dem Nokia 9 PureView eine neue Serie auf den Markt gebracht hat. Das sieht man schon an der unverbindlichen Preisempfehlung (UVP). Während das Nokia 8 einst offiziell 569 Euro kostete, wird das Nokia 8.1 mit nur 449 Euro geführt.

Die niedrigere Einstufung setzt sich bei der Materialauswahl fort. Während das Nokia 8 noch aus einem Aluminium-Block gefräst war, steckt das Nokia 8.1 in einem weniger wertigen Gehäuse aus Aluminium und Gorilla Glass. Die Dual-Kamera sticht allerdings wie gehabt ein wenig aus dem Gehäuse des Smartphones hervor. Der Fingerabdruck-Scanner ist im Unterschied zum Nokia auf die Rückseite gewandert, funktioniert jedoch ebenso zuverlässig.

Das Nokia 8.1 steckt in einem Kleid aus Aluminium und Glas, ist aber weder wasser- noch staubgeschützt

Bei Außenmaßen von 154,8 x 75,8 x 8 mm bringt das Smartphone immerhin 180 g auf die Waage. Darunter leidet natürlich die Handlichkeit.

Leistung

Das Highlight des Nokia 8.1 ist mit Sicherheit das Betriebssystem. HMD Globals neuestes Modell nimmt am Android-One-Projekt von Google teil und wird so garantiert drei Jahre lang mit Updates versorgt. Natürlich läuft es vom Start weg auf der neuesten Version Android 9 und wird wohl auch Android 10 und 11 erleben.

Ebenfalls gefallen kann der LCD-Bildschirm des Nokia 8.1, auch wenn hier HMD Global gegenüber dem Nokia 8 schon den Rotstift angesetzt hat. Der Bildschirm hat keine Pixeldichte von 554 ppi, sondern nur 403 ppi, da das 6,2 Zoll große Display lediglich eine Full-HD-Plus-Auflösung aufweist. Dafür ist es weitgehend immun gegen direkte Sonneneinstrahlung.

[[CHAR:18_phone|21,42-43,55,58,61,70,85-86,92§FFF]]

Das Nokia 8 war noch mit einem Qualcomm Snapdragon 835 mit 2,5 GHz und vier GB RAM ausgestattet. Der Nachfolger verwendet einen brandneuen aber auch merklich langsameren Snapdragon 710. In diversen Benchmarks erzielt das Nokia 8.1 folglich Werte, die für die obere Mittelklasse normal sind, aber nicht an das Nokia 8 heranreichen können.

Daten können auf dem 64 GB großen internen Speicher ablegen. Außerdem bietet das Nokia 8 die Möglichkeit selbigen via microSD-Speicherkarte zu erweitern. Der Akku des Nokia 8.1 ist mit 3.500 mAh angenehm groß konzipiert. Dank eines intelligenten Energie-Managements muss das finnische Smartphone erst nach circa 36 Stunden an die Steckdose.

Kamera und Ton

Anders als das Nokia 8 ist das Nokia 8.1 nicht mit der Klangtechnologie Dolby Atmos ausgestattet, doch immerhin sind zwei Lautsprecher an Bord, die einen klaren Sound produzieren. Nur Bässe wirken etwas schwach. Ein Stereo-Headset gehört zum Lieferumfang und macht einen soliden Eindruck.

Fotos schießt das Nokia 8.1 mit einer Dual-Kamera, die aus einem Zwölf-MP-Hauptsensor mit Zeiss-Objektiv und einer zweiten 13-MP-Linse für Tiefeninformationen besteht. Für Bokeh-Bilder hat das Android-Smartphone einen eigenen Modus an Bord:

Bokeh-Aufnahmen gelingen dank der Live-Bokeh-Funktion des Nokia 8.1 in der Regel gut

Bei hellem Licht hat die Kamera des Nokia 8.1 keine Probleme, bei schlechten Lichtverhältnissen dagegen schon

Wie die Testbilder zeigen, hat das Nokia 8.1 dank HDR bei Tage keinerlei Probleme. Bei schlechten Lichtverhältnissen sieht das etwas anders aus.

Auch die Selfie-Kamera des Nokia 8.1 macht bei Tage gute Fotos, tendiert aber eher zu Überblendungen als die Hauptkamera

Selfies in absoluter Dunkelheit weisen mitunter Farbunechtheiten auf wie dieses Bild

Die zweite Kamera des Nokia 8.1 hinterlässt ebenfalls bei Tage einen guten Eindruck. Allerdings gelingen auch hier Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen nicht so gut, obwohl HDR an Bord ist. Das Display-Fotolicht ist dagegen ausreichend hell.

Mobilfunk (LTE)

Das Nokia 8.1. bietet Bluetooth 5.0, NFC und schnelles WLAN ac. Via LTE liegen in der Theorie bis zu 300 MBit/s im Download und 50 Mbits/s im Upload an. Bei unseren Speedtests im Düsseldorfer 4G-Netz von Vodafone schafft das Mittelklasse-Smartphone 101 MBit/s im Download und 48 MBit/s im Upload.

LTE liegt übrigens auf beiden Nano-SIM-Karten an. Sowohl im Vodafone- als auch im Telefónica-Netz glänzt unser Proband durch eine gute Sprach- und Empfansqualität.

Fazit und Empfehlung

Das [[ASIN:B07LCFKY6R|Nokia 8.1]] ist gegenüber dem Nokia 8 zweifelsohne eine Klasse schlechter, aber die Rolle des Flaggschiffs übernimmt nun das Nokia 9 PureView. Das nunmehr in der Mittelklasse angesiedelte Nokia 8.1 kann aber durchaus überzeugen.

Neben der gute Sprach- und Empfangsqualität in bis zu zwei Netzen sticht vor allem das reine Android-Betriebssystem mit dreijähriger Update-Garantie hervor. Das Display ist zwar nicht sonderlich hochauflösend, aber lässt sich auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesen. Auch der Prozessor und die Akkulaufzeit zählen zu den Stärken des Nokia 8.1.

Das LC-Display des Nokia 8.1 ist nicht sonderlich hell, aber bei Sonneneinstrahlung gut abzulesen

Sowohl die Haupt- als auch die Frontkamera des Nokia 8.1 bieten eine hohe Auflösung, können aber bei schwachem Licht nicht völlig überzeugen. Mit einer UVP von 449 Euro liegt das Nokia 8.1 zudem preislich am oberen Ende der oberen Mittelklasse.


Kommentare