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Tamron 100-400 mm Di VC USD - Telezoom für Vollformat-DSLRs im Test

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Telezoom-Objektive mit einer Brennweite von 70-300 mm gehören an APS-C- und Vollformat-Kameras zum Standard. Vor wenigen Jahren wurde das Angebot populärer Linsen um die 150-600-mm-Klasse erweitert. Nun legt auch Tamron, kurz nach Konkurrent Sigma, ein 100-400 mm auf und schafft damit ein Angebot zwischen den zwei beliebten Objektiv-Gattungen.

Tamron 100-400 mm Di VC USD [Bildmaterial: Tamron]

Auch wenn Tamron das Objektiv nicht der Premium-Serie "SP" zurechnet, übernimmt man doch das neue Design selbiger und spendiert dem 100-400 mm Di VC USD einen umfangreichen Staub- und Spritzwasserschutz. Eine geschützte Fokusskala ist genauso vorhanden wie Einstellmöglichkeiten für Autofokus(-Limiter), Bildstabilisator und ein Zoom-Lock.

Im Standardlieferumfang befindet sich, neben den obligatorischen Deckeln für Vorder- und Rückseite, eine Streulichtblende. Eine passende [[ASIN:B077D3MQCT|Stativschelle aus Metall]] kann immerhin optional für knapp 140 Euro erworben werden.

Autofokus und Bildstabilisator

Leise und präzise geht der Autofokus zu Werke. Selbst unter bewusst suboptimal gewählten Bedingungen wie der Kombination mit einer systemfremden Kamera (Sony Alpha 9) und einem Adapter von Konkurrenten Sigma (MC-11) schnellt das Tamron 100-400 mm Di VC USD noch flott scharf und pumpt nur in Ausnahmefällen. An Canon-DSLRs verwendet entfällt auch letzteres.

Canon EOS 5Ds R + Tamron 100-400 mm Di VC USD | 400 mm, f/6.3, 1/640 s, ISO-400

Nicht ganz so gut konnte der Bildstabilisator überzeugen. Während Sigma bei seinem 100-400 mm DG OS HSM bereits in den Standard-Einstellungen einen guten Kompromiss aus stabilem Sucherbild und guter Stabilisierung im finalen Foto gefunden hat, fällt die Komposition im Sucher bei Tamron etwas "wackliger" aus. Die effektive Stabilisierung mit knapp 3 EV hingegen gewohnt gut.

Wie viele andere Telezoom-Objektive verfügt auch das Tamron 100-400 mm über zwei Modi zur Bildstabilisierung. Modus 1 ist der "Klassiker" und stabilisiert beide Achsen. Modus 2 eignet sich für Mitzieher und stabilisiert nur die Achse, auf der keine bewusste Bewegung erfolgt.

[[YT:VOXByhqUc-g]]

Wie viele neuen Tamron-Objektive bietet auch das 100-400 mm die Möglichkeit via [[ASIN:B01C2HH84E|Tap-In Console]] eingestellt zu werden. Neben Firmware-Updates lässt sich, sofern vorhanden, ein Fehlfokus korrigieren und der AF-Limiter auf eine andere Entfernung einstellen.

Bildqualität

Insgesamt positiv ist die Bildqualität zu beurteilen. Insbesondere bei kurzen Brennweiten (100-200 mm) ist die Bildschärfe über den gesamten Bildbereich gut bis sehr gut. Selbst hochauflösende Vollformat-Boliden wie eine Canon EOS 5Ds R mit einer Auflösung von 50 Megapixeln vermag das Tamron 100-400 mm noch mit scharfen Aufnahmen zu versorgen. Auch bei voll geöffneter Blende.

Tamron 100-400 mm Di VC USD | Bildqualität bei 100 mm (Bildrand)

Ein wenig anders sieht das Bild mit zunehmender Brennweite aus. Bei über 250 mm ist ein Abblenden um etwa eine Stufe auf f/8 zu empfehlen, insbesondere um am Bildrand eine höhere Auflösung zu erzielen. An die gute Leistung bei kurzen Brennweiten kommt das Tamron im Tele folglich nicht mehr heran.

Tamron 100-400 mm Di VC USD | Bildqualität bei 400 mm (Bildrand)

Die meisten anderen Fallstricke hat Tamron indes gut umschifft. Die chromatische Aberration (violette und grüne Farbsäume an harten Kontrastkanten) ist vor allem bei längeren Brennweiten praktisch perfekt korrigiert und die Vignettierung (Randabschattung) nur am Vollformat leicht sichtbar.

Canon EOS 5Ds R + Tamron 100-400 mm Di VC USD | 400 mm, f/6.3, 1/1600 s, ISO-800

Erfreulich und für Telezoom-Objektive im mittleren Preisbereich längst nicht selbstverständlich: Auch beim Bokeh, der Schönheit oder Rundheit der Hintergrundunschärfe, leistet sich Tamron keinen Schnitzer und schafft es auch unruhige Hintergründe weich zu zeichnen.

Fazit

Wem ein 70-300-mm-Objektiv im Telebereich „zu kurz“, die 150-600-mm-Klasse jedoch zu schwer oder zu groß ist, könnte mit dem [[ASIN:B076VHRB3N|Tamron 100-400 mm Di VC USD]] glücklich werden. Vor allem die gute Ausstattung (Streulichtblende, Staub- und Spritzwasserschutz), ordentliche Verarbeitung und sehr gute Bildschärfe bei 100 mm können sich sehen lassen.

Canon EOS 5Ds R + Tamron 100-400 mm Di VC USD | 100 mm, f/4.5, 1/640 s, ISO-100

Eine Alternative zum Tamron? Das Sigma [C] 100-400 mm DG OS HSM. Praktisch gleich teuer (zum Zeitpunkt der Artikelveröffentlichung) liegen die Stärken eher bei 400 als 100 mm und die Bildstabilisierung arbeitet im Sucher etwas effektiver. Dafür bietet das Sigma-Objektiv nur einen eingeschränkten Staub- und Spritzwasserschutz sowie keine optional erhältliche Stativschelle.


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