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Sony Alpha 9 II - Feinschliff für Profis, aber keine Revolution

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In der Gerüchteküche wurden der Sony Alpha 9 II zum Teil große Neuerungen angedichtet, die Realität fällt dagegen weitaus nüchterner, für Profis aber womöglich dennoch spannend aus. Gearbeitet hat Sony vor allem am Gehäuse und der Software, weniger an der Hardware. Was ist neu an der Profi-DSLM-Kamera und was bleibt beim Alten?

Sony Alpha 9 II mit 24-70 mm f/2.8 GM [Bildmaterial: Sony]

Was bleibt, sind 4K-Video mit maximal 30 Bilder/s und 24 Megapixel Auflösung. Dennoch will Sony das Bildrauschen etwas verringert haben und die Sensor-Stabilisierung ist nun mit 5,5 EV statt vormals 5,0 EV maximaler Kompensation spezifiziert.

Die Sony Alpha 9 II übernimmt jedoch viele Detailoptimierungen der kürzlich vorgestellten Alpha 7R IV: Den verbesserten AF-Joystick, Druckpunkt-optimierte Knöpfe, einen Lock-Schalter für die Belichtungskorrektur und ein Dual-UHS-II-Speicherkartenfach. XQD respektive CFexpress sucht man trotz der hohen Datenmengen bei Serienbildaufnahmen vergeblich.

Schneller geht es nun immerhin mit und ohne Kabel: Wie die Sony Alpha 7R IV bekommt auch die A9 II Dual-Band-WiFi (2,4+5 GHz) verpasst. Die der Alpha-9-Serie vorbehaltene LAN-Buchse unterstützt nun auch Gbit-LAN für Tethering und FTP(S)-Verbindungen.

Stillstand bei Sucher und Display

Leider schwächelt Sony auch beim Sucher und verzichtet auf das deutlich schärfere Modell der Alpha 7R IV (5,8 statt 3,7 Megapixel). Womöglich liegt der Grund in den nur 60 Hz Bildwiederholfrequenz des neuen Suchers in der A7R IV (A9/A9 II: 120 Hz). Dass die Kombination aus hoher Auflösung und 120 Hz durchaus möglich ist, zeigt Panasonic mit der Lumix-S1-Serie.

Sony Alpha 9 II: AF-Joystick und knöpfe wurden verbessert, Display und Sucher nicht [Bildmaterial: Sony]

Auch das 3“ Touch-LCD löst weiter mit mageren 1,4 Megapixeln auf und bleibt somit hinter der Konkurrenz von Canon (EOS R) und Nikon (Z7) mit jeweils 2,1 MP. Nach ersten Erfahrungsberichten scheint die Touch-Bedienung zudem weiterhin nicht im Menü zu funktionieren.

Optimierter Serienbildmodus und Autofokus

20 Bilder/s im Serienbildmodus mit kontinuierlicher Fokus-Nachverfolgung, Belichtungsmessung und ohne Blackout im Sucher: Klingt gut – und vertraut? Sony spendiert der Alpha 9 II einen überarbeiteten Bildprozessor, an der bereits beeindruckenden Serienbildleistung der ersten Alpha 9 ändert sich jedoch nur im Detail etwas. Mit mechanischem Verschluss waren vormals nur knapp 5 Bilder/s möglich, nun verdoppelt Sony auf 10 Bilder/s.

Sony Alpha 9 II: Der Griff wurde vergrößert und die Belichtungskorrektur erhält einen Lock-Schalter [Bildmaterial: Sony]

Beim Autofokus gibt es im Vergleich zur ersten Alpha 9 (mit aktueller Firmware 6.00) einen verbesserten Tier-Augen-AF und den Echtzeit-Augen-Autofokus nun auch für Videoaufnahmen. Zudem bekommt die Sony A9 II endlich einen Anti-Flimmer-Modus spendiert, der bei den Profi-Modellen der Konkurrenz schon länger zu finden ist.

Preis und Verfügbarkeit

Die Sony Alpha 9 II soll noch im Oktober zur UVP von 5.399 Euro verfügbar sein, der Vorgänger ist mittlerweile ab 3.899 Euro im Handel zu bekommen.


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