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Sony Alpha 7S III - Das neue Video-Flaggschiff von Sony

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Am Anfang ging alles ganz schnell: Knapp anderthalb Jahre nach der ersten Alpha 7s kam bereits die zweite Generation auf den Markt. Das war 2015. Bis vor einigen Monaten die Gerüchteküche heiß lief, musst man sich schon sorgen, Sony hätte seiner "Filmer-DSLM" vergessen. Ganz und gar nicht.

Sony Alpha 7S III [Bildmaterial: Sony Deutschland]

Fünf Jahre und de facto eine ausgelassene Generation bedeuten auch, dass sich an der Alpha 7s III mehr ändert als gewöhnlich. So gibt es beispielsweise die seit 2017 bekannten, größeren NP-FZ100-Akkus, einen mit der Alpha 7R IV vergleichbaren AF-Joystick und einen rekordverdächtigen OLED-Sucher mit 9,4 Millionen Pixeln und 0,9-facher Vergrößerung. Auch die moderne USB-C-Schnittstelle und Dual-Speicherkarten-Fächer gehören nun zur Ausstattung.

Letztere sind dabei Dual-Dual: Jedes der beiden Speicherkartenfächer kann entweder eine klassische SD-Speicherkarte samt UHS-II-Unterstützung oder eine kleine CFexpress-Speicherkarte (Type A) beherbergen. Letzteres Format erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 1 GB/s, ist jedoch nicht kompatibel mit XQD- oder CFexpress-Type-B-Lösungen anderer Hersteller. Die Exklusivität lässt sich Sony fürstlich mit 440 Euro (UVP) für die 160-GB-Variante entlohnen. Zum Vergleich: ProGrade verlangt für eine CFexpress-Speicherkarte mit 256 GB und 1,7 GB/s (Sony: 800 MB/s) 409 Euro. 60 Prozent mehr Speicher, doppelte Geschwindigkeit, geringerer Preis.

Neuer Sensor, neuer Prozessor

Zwingend notwendig scheinen die teuren Speicherkarten zum Glück nicht: Der neue Bildsensor löst abermals mit knapp 12 Megapixeln auf, ist nun aber rückwärtig belichtet und soll das ohnehin schon sehr gute Rauschverhalten des Vorgängers weiter verbessern. Zusammen mit "nur" 10 Bilder/s im Serienbild hält sich die Datenflut in Grenzen. Sony selbst schreibt von "mehr als 1.000 Bildern" im RAW-Serienbild – oder anders formuliert: Solange die Speicherkarte nicht voll ist.

Sony Alpha 7S III [Bildmaterial: Sony Deutschland]

Erhalten bleibt ein stabilisierter Sensor mit bis zu 5,5 EV Kompensation. Die Effizienz ist damit geringer als bei den Topmodellen von Canon oder Panasonic, dafür hat es Sony nach eigenen Angaben geschafft einen beweglichen Sensor mit einer effektiven Kühllösung zu kombinieren, um der großen Hitze im Dauerbetrieb bestmöglich Herr zu werden. Konkreten Zeitangaben bleibt man noch schuldig, erste Vorabtests ließen aber auch in 4K 60 FPS längere Aufnahmen zu.

Eine erfreuliche und zugleich traurige Randnotiz: Das überarbeitete Menü unterstützt nun auch endlich Touch-Eingaben – über zehn Jahre nach der Konkurrenz (Panasonic Lumix G2; März 2010).

RAW-Video, 4K-Slowmotion und mehr

Der neue Bildprozessor hört auf den Namen BIONZ XR und soll, zusammen mit dem neuen Sensor, den Rolling-Shutter-Effekt sichtbar reduzieren. Zudem sorgt die höhere Rechengeschwindigkeit für 4K-Videoaufnahmen mit bis zu 120 Bilder/s. 8K-Video, wie in der kürzlich vorgestellten Canon EOS R5, gibt es aufgrund des 12-Megapixel-Sensors nicht.

Sony Alpha 7S III [Bildmaterial: Sony Deutschland]

Dafür will Sony aber mit bis zu 15 EV Dynamikumfang punkten und bietet zusammen mit ausgewählten, externen HDMI-Rekordern eine RAW-Video-Aufzeichnung mit 16 bit je Farbkanal. Eine interne RAW-Video-Aufzeichnung gibt es in der Alpha 7s III leider nicht. Oder noch nicht? Anders lässt sich das CFexpress-Kombi-Kartenfach kaum erklären, denn selbst die bis zu 600 Mbit/s in All-Intra-Kodierung sind mit V90-spezifizerten SD-Speicherkarten prinzipiell kein Problem (V90 = 90 MB/s = 720 Mbit/s).

Dazu kommen viele Optimierungen im Detail: Der Video-Start/Stopp-Knopf ist deutlich gewachsen, die ISO-Werte für Slog-Aufnahmen beginnen nun bei ISO-160 und ein HDMI-Port in voll Größe ist bei Filmern immer gern gesehen. Nicht zuletzt beim Autofokus ist beinahe ein Quantensprung gegenüber der Vorgängergeneration zu erwarten, der unter anderem Augen-Tracking und eine Empfindlichkeit von bis zu -6 LW bieten soll.

Preis und Verfügbarkeit

Wie bei der Canon EOS RS heißt es erneut tapfer sein: 4.199 Euro (UVP) verlangt Sony für die Alpha 7s III. Ab September soll die Kamera im Handel erhältlich sein. Wie in der Preisklasse üblich, werden keine Kit-Versionen angeboten.

Spezifikationen

 Canon EOS R5Sony Alpha 7s IIISony Alpha 7R IV
Bildsensor Vollformat CMOS (36 x 24 mm)
Auflösung 44,7 MP (8.192 x 5.464) 12,0 MP (4.240 x 2.832) 60,2 MP (9.504 x 6.336)
Bildstabilisator Dual-IS (8,0 EV) 5-Achsen (5,5 EV)
Bildprozessor DIGIC X BIONZ XR BIONZ X + Front-End LSI
Autofokus Dual Pixel CMOS AF II
(1.053 Punkte)
Hybrid-AF
(759 Phasen-AF, 425 Kontrast-AF)
Hybrid-AF
(567 Phasen-AF, 425 Kontrast-AF)
Video-AF Dual Pixel CMOS AF II Hybrid-AF
AF-Arbeitsbereich LW -6 bis 20 LW -3 bis 20
ISO-Bereich 50 - 102.400 40 - 409.600 50 - 102.400
Sucher OLED-Sucher
5,8 Mio. Pixel
Vergrößerung: 0,76-fach
OLED-Sucher
9,4 Mio. Pixel
Vergrößerung: 0,9-fach
OLED-Sucher
5,8 Mio. Pixel
Vergrößerung: 0,78-fach
Display 3,2" Touch-LCD (2,1 Mio Pixel)
dreh- und schwenkbar
3" Touch-LCD (1,4 Mio Pixel)
dreh- und schwenkbar
3" Touch-LCD (1,4 Mio Pixel)
kippbar (107°)
Serienbild MS: 12 Bilder/s
ES: 20 Bilder/s
10 Bilder/s (>1.000 RAW) 10 Bilder/s (68 RAW)
Video DCI 8K + 8K UHD (4320p30/25/24)
DCI 4K + 4K UHD (2160p120-24)
Full HD (1080p60/50/30/25/24)
RAW-Video
4K UHD (2160p120-24)
Full HD (1080p120-24)
RAW-Video
4K UHD (2160p30/25/24)
Full HD (1080p120/100/60/50/30/25/24)
Anschlüsse USB-C 3.1, HDMI (Typ D), Mikrofon, Kopfhörer USB-C 3.0, HDMI (Typ A), Mikrofon, Kopfhörer USB-C 3.0, micro-HDMI (Typ D), Mikrofon, Kopfhörer
Speicherkarte CFexpress Type B
SD/SDHC/SDXC (UHS-II)
2x Kombi-Slot:
CFexpress (Type A) + SD/SDHC/SDXC (UHS-II)
2x SD/SDHC/SDXC (UHS-II)
WiFi / GPS Dual-Band-WiFi / -
Bluetooth 5.0
Dual-Band-WiFi / -
Bluetooth 4.1
Akku LP-E6NH (15,34 Wh) NP-FZ100 (16,4 Wh)
Abmaße 138 x 98 x 88 mm 129 x 96 x 78 mm
Gewicht 738 g 699 g 665 g
UVP (19% MwSt.) 4.499 EUR 4.199 EUR 3.999 Euro