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Samsung NX11 + 18-55 mm II OSI - 14,6 MP Systemkamera

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Mit der NX11 hat Samsung den leicht modifizierten Nachfolger der NX10 vorgestellt, die Grundzüge bleiben gleich, Details haben sich verbessert. So basiert die NX11 weiterhin auf dem bekannten 14,6 MP CMOS-Sensor in APS-C Größe und ist damit größer als viele seiner Kollegen aus dem Systemkamera-Bereich – Das bietet vor allem Vorteile bei der Bildgestaltung (Stichwort Tiefenunschärfe) und auch bessere Ausgangsbedingungen für den Sensor, zumindest theoretisch.

Verarbeitung und Bedienung

Von der Größe her stellt die Samsung NX11, Systemkamera-typisch, einen Mix aus größerer Kompakt- und Einsteiger Speigelreflexkamera dar. Bedeutend kompakter ist die NX11 aufgrund des nicht benötigten Spiegelsystems in der Bautiefe, verglichen mit einer DSLR-Kamera. So bietet die NX11 zwar kaum Volumen für größere Hände, „normale“ Anwender werden mit der neuen Samsung-Kamera aber gut zurechtkommen.

Denn die NX11 kommt mit einem wohl durchdachten Äußeren daher und überzeugt mit vielen gummierten Oberflächen, die auch bei Nässe ordentlich Halt bieten und die Anbringung des beiliegenden Trageriemens nicht zwingend erfordern.

Das wirkliche Manko bleibt aber weiterhin der Sucher der NX11 – und aller anderen Systemkameras. Vom „Erlebnis“ eines optischen Suchers einer Spiegelreflex-Kamera sind die digitalen Sucher noch weit entfernt. Nicht einmal im Ansatz lassen sich Bildschärfe, Kontrast und Farben einschätzen wie selbst auf der günstigsten Einsteiger-DSLR. Zudem benötigt hier auch der Sucher Strom, was schlussendlich lediglich etwa 300 Fotos je Akkuladung bedeutet – weit entfernt von über 1.200 bei gängigen DSLR-Kameras.

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Das Bedienkonzept wirkt durchdacht, die Menüs sind zu großen Teilen gut strukturiert. Neu hinzu gekommen ist im Vergleich zur Samsung NX10 das so genannte „i-Fn“- oder auch „i-Function“-Menü. Dieses ermöglicht in halbmanuellen und manuellen Modi einen sehr eleganten und intuitiven Zugriff auf die grundlegenden Kameraeinstellungen wie Blende, Belichtungszeit, Lichtempfindlichkeit (ISO), Weißabgleich oder Belichtungskorrektur (eV).

Das „i-Fn“-Menü wird über den entsprechenden „i-Fn“-Knopf am Objektiv aufgerufen. Anschließend kann mit dem oben rechts befindlichen Einstellrad die entsprechende Kameraeinstellung gewählt und mit dem Fokus-Ring verändert werden. Daumen hoch für ein innovatives Bedienkonzept.

Bildqualität

Wieder einmal hat es ein Hersteller leider nicht geschafft den größten Kritikpunkt beim Nachfolgemodell auszumerzen. So liefert auch der CMOS-Sensor der Samsung NX11 eine gerade noch als bescheiden zu titulierenden Dynamikumfang ab – das macht sich vornehmlich bei Gegenlichtsituation oder allgemein Gegebenheiten mit harten Schatten negativ bemerkbar und erfordert etwas mehr Erfahrung und Obacht beim Fotografieren als bei den meisten anderen aktuellen System- und DSLR-Kameras. Es sollte immer auf eine möglichst ausgeglichene Ausleuchtung geachtet werden.

Samsung NX11 Sample/Test-Foto 55 mm, f/7.1, 1/250 s, ISO100

Positiv hingegen fällt die Auflösung des 14,6 MP-Sensors der Samsung NX11 auf, hier haben die Ingenieure zweifelsfrei einiges herausgeholt und so kann auch der NX10-Nachfolger mit gestochen scharfen Bildern überzeugen, selbst mit dem 18-55 mm Kitobjektiv.

Dazu bietet die NX11 die Möglichkeit aufgenommene Fotos im Samsung RAW-Format zu speichern und mit der mitgelieferten Software oder natürlich auch anderen RAW-Konvertern, zu verarbeiten.

Videomodus

Beinahe schon als obligatorisch zu bezeichnen ist die Filmfunktion der Samsung NX11. 1280x720 Pixel Auflösung (HD-Ready) mit 30 Bildern/Sekunde und Mono-Ton sind mittlerweile so etwas wie Standard in der Preisklasse. Die Bildqualität ist generell gut, wenn auch natürlich nicht mit den FullHD-Bildern von DSLR-Kameras wie der Canon EOS 550D oder Nikon D5100 aufwärts zu vergleichen. Die HD-Ready Videofunktion sollte man als nette Beigabe betrachten, nicht als „das Kaufargument“ für die Samsung NX11.

Fazit

Für eine Systemkamera und aktuell etwa 400 Euro Ladenpreis schlägt sich die Samsung NX11 gut, muss sich angesichts systembedingter Nachteile (keinen optischen Sucher) aber auch starker Konkurrenz entgegensetzen. So gibt es die etwas älteren Einsteiger-DSLRs von Canon (EOS 1000D) und Nikon (D3000) auch bereits für etwa 400 Euro mit Kit-Objektiv und die Nachfolger bieten für geringfügig mehr auch einen zeitgemäßen Funktionsumfang (HD-Video etc.).

Von daher bleibt es jedem am Ende selbst überlassen ob er sich den Vorzügen eines optischen Suchers und einer größeren Objektivauswahl von Einsteiger-DSLRs hingibt oder die kompakte Bauweise und innovative Bedienung der Samsung NX11 bevorzugt.


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