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Canon EOS 80D - Das Rundum-Sorglos-Upgrade eines Bestsellers im Test

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Zweieinhalb Jahre hat sich Canon für sein neues Mittelklasse-Modell EOS 80D Zeit gelassen - und liegt damit im Schnitt der "zweistelligen EOS-Kameras". Besonders erfreulich aus unserer Sicht: Canon hat erneut weniger kosmetische Korrekturen vorgenommen, sondern vor allem unter der Haube kräftig gearbeitet!

Canon EOS 80D: Das rückseitige Touch-Display ist weiterhin dreh- und schwenkbar

Man hat sich in Japan nicht beirren lassen und setzt auch bei der neuen 80D weiterhin auf das bewährte "EOS-Design" mit vielen dedizierten Knöpfen und Einstellrädern. Im Vergleich zur EOS 70D fallen die Änderungen minimal aus: Lediglich Form und Anordnung der rückseitigen Tasten sowie das Moduswahlrad haben eine Aktualisierung erfahren. Besitzer der Canon EOS 70D, die mit dem Gedanken Spielen auf den Nachfolger zu aktualisieren, müssen sich so kaum umgewöhnen.

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Der Sucher deckt nun wieder 100 Prozent des Bildes ab (die EOS 70D kam nur auf 98 Prozent), das Display auf der Rückseite lässt sich wie gehabt zur Seite schwenken und um 270° drehen. Eine von gleich mehreren spannenden Neuerungen für Filmer: Die Canon EOS 80D bietet einen Kopfhöreranschluss! Canon hat diesen, zusammen mit dem Mikrofonanschluss, nun auch endlich eine eigene Abdeckung spendiert. Andere Anschlüsse sind so nicht mehr unnötig Staub und Witterung ausgesetzt.

Bildqualität: Foto

Aber auch in der Kerndisziplin hat Canon nichts anbrennen lassen und aktualisiert sowohl den Bildsensor als auch den Bildprozessor. Der neue Bildsensor löst mit 24 Megapixeln (6.000 x 4.000 Pixel) auf. Bei der Bildschärfe bietet Canon keine Ausnahme von der Regel: Wer auf den Pixel scharfe Aufnahmen sucht, wird sich Alternativen zum Kit-Objektiv suchen müssen. Für eine individuelle Kaufberatung steht Ihnen das ValueTech-Community-Forum zu Verfügung.

Testbild Canon EOS 80D | Canon EF-S 18-135 mm IS STM, 18 mm, f/4, 1/500 s, ISO-100

Erfreulich für ambitionierte Hobbyfotografen ist der Spielraum der RAW-Aufnahmen: Helle Bildbereiche haben gewohnt viel Zeichnung und auch die Schatten lassen sich nun deutlich stärker aufhellen ohne ein sichtbares Rauschen zu erzeugen.

Canon EOS 80D: Rauschverhalten bei ISO-100 (links) und ISO-6.400 (rechts)

Trotz der gesteigerten Auflösung hat Canon das Rauschverhalten deutlich verbessert. Aufnahmen bis ISO-6.400 (siehe Bild unter diesem Absatz) lassen sich noch problemlos für Ausdrucke in DIN-A3-Größe einsetzen. Zwar wird das Rauschen bereits ab ISO-1.600 sichtbar, es bleiben jedoch erfreulich viele Details erhalten. Erst ab ISO-12.800 muss mit deutlichen Einschnitten gerechnet werden. Höhere ISO-Werte sind höchstens für den Notfall und Schwarz-Weiß-Aufnahmen zu gebrauchen.

Autofokus und Serienbildmodus

Noch mit am wenigsten Änderungen gab es bei der Serienbildgeschwindigkeit. Sieben Bilder je Sekunde und bis zu 20 RAW-Bilder am Stück sind kein Problem. Alternativ kann die 80D auch die Speicherkarte in vollem Tempo vollschreiben - sofern die Bilder nur als JPEG gespeichert werden. Neben der minimalen Vergrößerung des Puffers (die 70D kam auf 15 RAW-Bilder) setzt Canon nun auf einen gut zweimal schnelleren Speicherkarten-Controller. Schnelle UHS-I-Speicherkarten vorausgesetzt, lassen sich so drei RAW-Bilder je Sekunde aufnehmen.

Testbild Canon EOS 80D | Canon EF-S 18-135 mm IS STM, 135 mm, f/5.6, 1/3200 s, ISO-400

Der DIGIC 6-Bildprozessor bekommt ein brandneues Autofokus-Modul zur Seite gestellt. 45 statt vormals 19 Kreuz-AF-Sensoren bietet die Canon EOS 80D und kann somit vor allem sich bewegende Objekte deutlich präziser über das Sucherbild verfolgen. Positiv aufgefallen ist auch die deutlich gesteigerte Präzision und Geschwindigkeit in dunklen Umgebungen.

Videomodus und WiFi

Doch nicht nur beim Blick durch den Sucher hat Canon am Autofokus geschraubt, im Live-View-Betrieb wurde der Dual-Pixel CMOS AF optimiert. Die bereits sehr gute Gesichtsverfolgung der Canon EOS 70D funktioniert bei der 80D auch auf weitere Entfernungen zuverlässig (das Gesicht kann kleiner sein) und verliert den Kopf selbst dann nicht, wenn die Person mit dem Rücken zur Kamera steht.

Filmer dürfen sich, neben der besseren Gesichtsverfolgung und dem bereits angesprochenen Kopfhörerausgang, auch (endlich) über Full-HD-Videos mit bis zu 60 Bilder/s freuen. Der Wunsch nach 4K-Video bleibt indes leider unerfüllt.

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Die Verbindung mit dem Smartphone ist, sofern vom Smartphone unterstützt, dank NFC nun einfach über eine Berührung mit der Kamera möglich. Über die App (Canon Camera Connect, verfügbar für Google Android und Apple iOS) lassen sich weiterhin alle grundlegenden Einstellungen (Belichtungszeit und -korrektur, Blende, ISO-Wert) sowie der Fokus manuell einstellen und die Uhrzeit der Kamera mit dem Smartphone synchronisieren.

Fazit und Empfehlung

Zum Zeitpunkt der Artikelveröffentlichung trennen die [[ASIN:B01C2XJWZ6|Canon EOS 80D]] etwa 250 Euro vom hauseigenen Vorgänger. Nicht wenig, angesichts der Möglichkeit die Differenz z.B. in ein besseres Objektiv zu investieren. Auf der anderen Seite: Die Canon EOS 80D ist ein rundum gelungener Nachfolger ohne echte Schwächen. Canon hat in praktisch allen Bereichen Verbesserungen vorgenommen – vom komplett neuen Bildsensor und Autofokus, über den flotteren Bildprozessor bis hin zu kleinen Details an der Ausstattung und dem Design.

Canon EOS 80D: Das Schulterdisplay ist geblieben, der Spiegelkasten etwas höher

Dank der zahlreichen Verbesserungen sehen wir die Canon EOS 80D nun auch insgesamt knapp vor der Nikon D7200 positioniert. Die Schwachstellen (Bildsensor, Autofokusfelder, fehlender Kopfhörerausgang) hat Canon sauber beseitigt und die Stärken (Video-Autofokus, WLAN) weiter verbessert. Einen detaillierten Vergleich finden Sie auf Amazon Video: [[ASIN:B01FTET9U8|Canon EOS 80D vs Nikon D7200]].


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