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Sigma [C] 30 mm F1.4 DC DN - Portrait-Objektiv für Sony-E- und MFT-Kameras

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Der japanische Objektivhersteller Sigma macht in letzter zeit größere Schritte in Richtung kompakter Systemkameras. Nach dem MC-11-Adapter für Sony-Kameras mit E-Bajonett folgt nun auch das erste Portrait- und Streetphotography-Objektiv mit hoher Lichtstärke (f/1.4) für kompakte Systemkameras. Mit einem Ladenpreis von gerade einmal 360 Euro zudem noch vergleichsweise günstig.

Sigma [C] 30 mm f/1.4 DC DN [Bildmaterial: Sigma Deutschland]

Zwar hat Sigma schon drei Objektive der DN-Serie für DSLM-Kameras im Angebot, namentlich 19, 30 und 60 mm f/2.8 DN, diese bieten mit f/2.8 jedoch nur eine vergleichsweise geringe Lichtstärke und basieren auf den Designs für die hauseigenen Kompaktkameras mit Foveon-Sensor, z.B. der Sigma dp2 Quattro. Dementsprechend kann durchaus vom ersten nativen Design gesprochen werden.

Im hauseigenen Sortiment teilt Sigma die Festbrennweite der für Einsteiger gedachten Contemporary-Serie zu, spart dabei aber trotzdem nicht an einer guten Verarbeitung, einem breiten Fokusring und einer Streulichtblende im Lieferumfang. Einen Umschalter von Autofokus auf manuellen Fokus sowie eine geschützte Fokusskala gibt es leider nicht.

Autofokus

Die Autofokus-Geschwindigkeit ist immer ein Zusammenspiel aus Kamera und Objektiv. In Zusammenarbeit mit der Sony Alpha 7R II (APS-C-Modus) lassen sowohl die Autofokus-Geschwindigkeit als auch -Präzision keinen Anlass zur Klage. Dank Ultraschall-Motor erfolgt die Scharfstellung zudem praktisch lautlos.

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Der manuelle Fokusring besitzt keinen Anschlag und kann jederzeit (Sony: Direkte Manuelle Fokussierung, DMF) zum Verändern der Fokusebene eingesetzt werden. Einen integrierten Bildstabilisator bietet Sigma nicht an, Filmer müssen hier auf eine Kamera mit integriertem Stabilisator (IBIS) oder ein Stativ achten um wackelfreie Aufnahme zu erhalten.

Bildqualität

Die Bildschärfe kann ebenfalls überzeugen, vor allem im Bildzentrum erreicht man schon bei Offenblende f/1.4 durchaus gute Werte. Das Abblenden um zwei Stufen auf f/2.8 bietet dann bereits praktisch das Maximum an möglicher Bildschärfe an. In den extremen Bildecken (APS-C) sollte dagegen bis auf f/5.6 abgeblendet werden um eine gute Bildschärfe zu erzielen, bei Micro-Four-Thirds-Kameras (Panasonic und Olympus) mit etwas kleinerem Bildsensor reicht dagegen Blende f/4 problemlos aus.

Sigma [C] 30 mm f/1.4 DC DN - Vergleich der Bildschärfe im Bildzentrum | links f/1.4, rechts f/2.8

Sowohl offenblendig als auch stark abgeblendet (f/4) ist das Bokeh, die Schönheit, Weichheit oder Rundheit der Hintergrundunschärfe, ein nicht zu unterschätzender Einflussfaktor auf die subjektiv empfundene Bildqualität. Dank seiner neun abgerundeten Blendenlamellen glänzt Sigma auch beim Bokeh mit Bestleistungen und einer cremig-ruhigen Unschärfe.

Sigma [C] 30 mm f/1.4 DC DN + Sony Alpha 7R II | 30 mm, f/1.4, 1/1600 s, ISO-100

Die Chromatische Aberration (Farbquerfehler) hat man gut in den Griff bekommen: Nur in den äußersten Bildecken sind Farbsäume zu erkennen (siehe Bild unterhalb), das Abblenden um eine Stufe auf f/2 wirkt aber bereits wahre Wunder und eliminiert fast alle Farbsäume an Kontrastkanten. Korrekturen in der Nachbearbeitung sind so prinzipiell kaum notwendig.

Die axiale chromatische Aberration (Farblängsfehler), violette und grüne Farbsäume vor und hinter der Fokusebene, fällt bei hohen Lichtstärken indes stärker auf, ist aber gerade noch im akzeptablen Bereich um nicht störend zu wirken.

Sigma [C] 30 mm f/1.4 DC DN - Vergleich der Bildschärfe in der Bildecke | links f/1.4, rechts f/5.6

Die Vignettierung (Randabschattung) vom Sigma [C] 30 mm f/1.4 DC DN wird, dank in der Firmware hinterlegtem Korrekturprofil, in den allermeisten Fällen automatisch korrigiert und fällt demzufolge nicht weiter ins Gewicht.

Fazit und Empfehlung

Der Tenor des Testberichts dürfte klar sein: Das [[ASIN:B01C3SCKI6|Sigma 30 mm f/1.4 DC DN]] ist mit einem Preis von nur etwa 360 Euro (Stand: 18.09.2016) vergleichsweise günstige für eine lichtstarke Festbrennweite, bietet trotzdem eine sehr ausgewogene Leistung im Bereich Bildqualität und eine gute Verarbeitung. Zwar könnten sowohl der Mikrokontrast als auch die Auflösung in den äußersten Bildecken noch besser sein, angesichts des Preispunkts ist dies jedoch schon eher Wunschdenken.

Sigma [C] 30 mm f/1.4 DC DN [Bildmaterial: Sigma Deutschland]

Für Besitzer von Sony-Kameras mit E-Mount, wie beispielsweise der Sony Alpha 6300, stellt das Sigma-Objektiv in dem Brennweiten- und Preisbereich die wohl beste Option dar. Besitzer einer Panasonic- oder Olympus-Kamera haben mit dem [[ASIN:B014X35XLU|Panasonic G 25 mm F1.7 ASPH.]] noch eine deutlich günstigere aber auch schlechtere Alternative zur Auswahl, selbst das gut 150 Euro teurere [[ASIN:B0056H5VLK|Leica DG SUMMILUX 25 mm F1.4 ASPH.]] reicht nicht an die Bildqualität und Verarbeitung des Sigma [C] 30 mm F1.4 DC DN heran.


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