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Pentax K-70 - Viel Bildqualität für kleines Geld im wetterfesten Gehäuse

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Lange haben sich Pentax-Nutzer fragen müssen, wie es nach der K-50 aus dem Jahr 2013 mit der Mittelklasse weitergeht. Nun ist die Antwort klar: Die K-70 tritt die Nachfolge an und bringt dabei einige Fähigkeiten der K-3 II in die Mittelklasse. Beim Design geht Pentax indes neue Wege und Kombiniert Elemente der K-50 und der K-S-Serie miteinander.

Pentax K-70: Das Design liegt zwischen der alten K- und neuen K-S-Serie.

Zu letzterer gehört unter anderem der LED-Ring um den Auslöser, der wie gehabt im Betrieb in grün (Fotografie) oder rot (Videoaufnahmen) leuchtet. Das restliche Design ist hingegen gewohnt kantig und näher an der K-50 als an der K-S2. Dazu gehören zwei Einstellräder genauso wie ein grundlegend gegen Staub und Spritzwasser geschütztes Gehäuse. Dazu passend liefert Pentax auch ein abgedichtetes Kit-Objektiv mit.

Bildqualität

Pentax spendiert der Brot-und-Butter-Modell sowohl einen neuen Bildprozessor (Prime MII) als auch Bildsensor mit nun 24 statt 16 Megapixeln Auflösung. Vor allem letztere Änderung bringt Pentax auch in der Mittelklasse wieder auf ein Niveau mit der DSLR-Konkurrenz von Canon und Nikon. Erfreulich ist, dass trotz deutlich gesteigerter Auflösung das Bildrauschen grob auf einem Niveau mit dem Vorgänger geblieben ist.

Testbild Pentax K-70 + smc PENTAX-DA 18-135 mm f/3.5-5.6 ED AL [IF] DC WR | 28 mm, f/4.5, 1/100 s, ISO-3200

Auch bei Lichtempfindlichkeiten um ISO-3200 (siehe Aufnahme oberhalb) hält sich das Bildrauschen noch in Grenzen und der Bildprozessor lässt zudem viele Details im Bild. Spätestens ab ISO-6400 ist dann aber auch bei der Pentax K-70 das Ende des praxistauglichen Bereichs erreicht, bei ISO-12800 gehen bereits sehr viele Strukturinformationen verloren.Pentax K-3 II: Pixel Shift Resolution erklärt [Bildmaterial: Ricoh Imaging]

Verbessert hat Pentax den integrierten Bildstabilisator und ermöglicht eine Technik namens Pixel Shift Resolution, die ähnlich Hasselblads Multishot-Technik oder dem High-Resolution-Modus der Olympus OM-D E-M5 Mark II arbeitet und bereits aus der Pentax K-3 II bekannt ist. Die Kamera fertigt mehrere Aufnahmen der gleichen Szene an, verschiebt den Sensor zwischen den Aufnahmen um jeweils ein ganzes Pixel und nimmt schlussendlich vier Bilder auf. Die Auflösung des fertigen Bildes bleibt damit bei 24 Megapixeln (bei Olympus und Hasselblad werden bis zu acht Aufnahmen zur Erhöhung der Auflösung angefertigt), im Gegensatz zum klassischen Bayer-Muster entfällt jedoch die Interpolation des Farbrasters (Demosaicing).

Testbild Pentax K-70: Pixel Shift Resolution aus (li.) und an

Vor allem an feinen Strukturen (hier z.B. die Stofftextur hinter der Lego-Figur) lässt sich eine erhöhte Bildschärfe und Plastizität feststellen. Aufgrund der hohen Anforderungen an die Stabilität der Kamera sowie des Objektes vor der Kamera eignet sich auch Pixel Shift Resolution nur für die Aufnahme stillstehender Motive zusammen mit einem Stativ. Aus der Hand lässt sich genauso wenig fotografieren wie bewegte Objekte vor der Kamera.

Serienbild und Autofokus

Der Serienbildmodus arbeitet mit 6 Bildern je Sekunde (RAW/DNG wie JPEG) ähnlich schnell wie die DSLR-Konkurrenz von Canon und Nikon, neuere DSLM-Kameras rennen der Pentax K-70 indes etwas davon. Auch maximal 9 RAW respektive 16 JPEG-Bilder in voller Geschwindigkeit sind etwas ernüchternd.

Testbild Pentax K-70 + smc PENTAX-DA 18-135 mm f/3.5-5.6 ED AL [IF] DC WR | 135 mm, f/5.6, 1/320 s, ISO-200

Der Autofokus kommt weiterhin auf 11 Felder, neun davon als Kreuzsensor ausgeführt und eignet sich damit nur bedingt für das Verfolgen von Objekten durch den Sucher. Wird nur ein AF-Feld zum Scharfstellen benutzt, ist Bildausschuss dank eine hohen AF-geschwindigkeit jedoch Mangelware. Für die ein oder andere Sport- oder Tieraufnahme ist die K-70 also durchaus zu gebrauchen.

HD-Videomodus und WiFi

Kleine Änderungen gab es beim Videomodus: Full HD-Videos lassen sich nun wahlweise mit 30/25 Vollbildern oder 60/50 Halbbildern je Sekunde aufzeichnen. Für semiprofessionelle oder ambitionierte Anwender steht zudem ein manuell pegelbarer Mikrofoneingang zur Verfügung. Hohe Bildwiederholraten für Slow-Motion-Aufnahmen oder gar ein 4K-Videomodus sucht man jedoch vergebens.

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Die Bildqualität des Videomaterials ist gut: Moiré ist trotz fehlenden AA-Filters kein Problem, die Bildschärfe liegt in etwa auf dem Niveau der DSLR-Konkurrenz von Nikon und auch flache Bildprofile lassen sich auswählen. Erstmals integriert ist ein kontinuierlicher Video-Autofokus, aufgrund der Neigung zum spontanen Pumpen ist dieser jedoch nicht als praxistauglich zu bezeichnen.

WLAN ist nun ebenfalls erstmals in einer Pentax DSLR-Kamera zu finden. Abseits vom App-Design, das vor allem beim Verbindungsaufbau noch eher an eine Beta-Version erinnert, kann sich der Funktionsumfang durchaus sehen lassen. Neben dem sehr schnellen Zugriff auf Bilder lassen sich in der Liveview-Fernsteuerung alle wichtigen Bildparameter anpassen. Damit überholt Pentax aus dem Stand Nikon und schließt fast zu Canon auf.

Fazit und Empfehlung

Pentax ist erneut eine spannende DSLR-Alternative zu Canon und Nikon gelungen. Pixel Shift Resolution und vor allem Wetterfestigkeit gibt es sonst eher selten in diesem Preisbereich zu bestaunen. Auch die WiFi-App ist für ein Erstlingswerk bereits sehr umfangreich ausgefallen. Zum Preis von 999 Euro inklusive 18-135 mm Kit-Objektiv ist die [[ASIN:B01HMHHOJI|Pentax K-70]] somit ein echter Kauftipp geworden.

Pentax K-70

Die Konkurrenz schläft jedoch nicht: Canon kann mit der EOS 760D mit einer noch bessere WiFi-App, inklusive bequemen NFC-Verbindungsaufbau, einem Schulterdisplay und grundlegend praxistauglichem Video-Autofokus punkten. Kompakte Systemkameras wie die Olympus OM-D E-M10 II können dagegen mit einer höheren Geschwindigkeit und edleren Gehäusematerialien überzeugen.


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