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Panasonic Lumix GH5 - Nicht nur der Videomodus kann überzeugen

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Die Kamera gehört womöglich zu den wichtigsten der kommenden 2-3 Jahre, zumindest wenn man den Erfolg des Vorgängers betrachtet. Die Panasonic Lumix GH5 wurde bereits zur photokina 2016 angekündigt, im Januar wurden im Rahmen der CES 2017 alle Spezifikationen bekanntgegeben und nun, Anfang April 2017, geht nun auch endlich die Auslieferung los.

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Nicht weniger als 1.999 Euro möchte Panasonic derzeit für die GH5 sehen, da erwartet der Kunde zurecht ein rundum gelungenes Produkt. Panasonic hat nicht gespart und verpasst der GH5 ein robustes, staub- und spritzwassergeschütztes Magnesium-Gehäuse mit gleich drei Einstellrädern, einem Joystick, jeder Menge Funktionstasten und einem sehr griffigen Gehäuse, das auch bei Nässe und in Kombination mit großen Telezoom-Objektiven wie dem Panasonic 100-400 mm OIS noch sicher in der Hand liegt.

Panasonic Lumix GH5: Die Rückseite wird von einem großen Sucher und Display dominiert

Das rückseitige, 3,2 Zoll große Display löst mit 1,6 Million Bildpunkten höher auf als die meisten anderen aktuellen Kameras. Dazu gesellt sich der sehr große OLED-Sucher mit knackscharfen 3,6 Millionen Pixeln Auflösung. Dank des Näherungssensors schaltet natürlich auch die GH5, sofern gewollt, automatisch zwischen Display- und Sucherbetrieb um.

Panasonic Lumix GH5: Das Menü wurde kräftig überarbeitet [Bildmaterial: Panasonic]

Neben den üblichen PASM-Modi lassen sich über das Moduswahlrad auch drei benutzerdefinierte Profile (C1-C3) aufrufen und die Kamera so in Sekundenschnelle anpassen. In Kombination mit dem optisch stark überarbeiteten Kameramenü lässt sich die GH5 schnell und zumeist intuitiv bedienen. Lediglich einige Spezialeinstellungen, wie z.B. die Kopfhörerlautstärke, sind auf den ersten Blick nicht immer logisch untergebracht. Gerade hier ist "Mein Menü" als neuer Schnellzugriff praktisch.

Bildqualität

Bisher galten die kleinen Live-MOS-Sensor im MFT-Format (Crop-Faktor: 2,0) als Achillesferse der DSLM-Kameras von Olympus und Panasonic, vor allem wenn sie mit 20 Megapixeln auch noch vergleichsweise hoch auflösen. Umso positiver hat uns die Bildqualität der Lumix GH5 überrascht: Bis zu einem ISO-Wert von 3.200 hält sich das Rauschen sehr zurück und auch Details verschluckt der Bildprozessor in der Nachbearbeitung noch nicht allzu stark. Selbst beim maximalen ISO-Wert von 25.600 braucht sich die GH5 nicht vor den Ergebnissen von Profi-DSLR-Kameras wie der Nikon D500 mit 21-Megapixel-APS-C-Sensor zu verstecken.

Bildrauschen der Panasonic Lumix GH5: ISO-100 (li.) im Vergleich zu ISO-3.200

Der kleinste ISO-Wert von 200 lässt sich auf ISO-100 erweitern, im Gegensatz zur Lumix G81 und anderen Panasonic-DSLM-Kameras entfällt endlich auch das ausbrennen heller Bildbereiche. An der Qualität der Aufnahmen lässt sich folglich nichts bemängeln.

Serienbild, 6K-Foto und Autofokus

Knapp zehn Bilder je Sekunde sind mit dem mechanischen Verschluss im Serienbildmodus möglich. Selbst im RAW-Format passen davon 62 in den internen Puffer-Speicher, mit schnellen UHS-II-Speicherkarten sogar um die 70-80. Leider reizt die GH5 das Potential von UHS-II-Speicherkarten nicht einmal im Ansatz aus und kommt auf maximal 75 MB/s Schreibgeschwindigkeit. Die gleiche Geschwindigkeit schafft bereits die gut fünfmal günstigere Nikon D3300 mit günstigen UHS-I-Speicherkarten.

Panasonic Lumix GH5 + Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM (via Metabones Speed Booster XL) | f/2, 1/2000 s, ISO-800

Bereits vor gut zwei Jahren wurde bei Panasonic der 4K-Fotomodus eingeführt, der 30 Bilder/s in 4K-Auflösung (etwa 8 Megapixel) aufzeichnet, als Film abspeichert und anschließend aus dieser Serie einzelne Bilder exportiert werden können. Die GH5 hievt die Funktion auf ein neues Level: Wahlweise stehen 60 Bilder/s in 4K- oder 30 Bilder/s in 6K-Auflösung (etwa 18 Megapixel) zur Verfügung.

Der Kontrast-Autofokus setzt auf 225 Felder (15x15-Raster) und Panasonics DFD-Technologie, die auf Basis der Unschärfe probiert vorherzusagen, wie weit und in welche Richtung der Fokus verschoben werden muss. Dank des neuen Bildprozessors mit viel Rechenleistung ist die Vorhersage noch genauer geworden und macht das AF-System der GH5 zu einen der schnellsten am Markt. Über den neuen Joystick, direkt neben dem Sucher zu finden, lässt sich das AF-Feld respektive die AF-Feld-Gruppe einfach verschieben.

4K-Videomodus

Alle Videofunktionen der Lumix GH5 umfangreich zu besprechen würde wahrscheinlich den Umfang einer durchschnittlichen Bachelorarbeit zur Folge haben. Dementsprechend wollen wir uns an dieser Stelle auf die wesentlichen Punkte beschränken. Die GH5 ermöglicht Videoaufnahmen in 4K-Auflösung mit bis zu 60 Bilder/s intern abzuspeichern, wem 24 bis 30 Bilder/s genügen kommt optional noch in den Genuss von hochwertigem Videomaterial mit 10 bit Farbtiefe und 4:2:2 Sub-Sampling. Dazu gesellt sich eine sehr gute Akkulaufzeit von über zwei Stunden, pegelbare Anschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer sowie unzählige Einstellmöglichkeiten.

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Denn neben der Bild- und Bitrate sowie Auflösung lassen sich Details wie der Schwarzwert, Gammakurven, Fokus-Peaking, Zebras, Überblendung für den späteren Beschnitt auf andere Bildformate, Testbilder für den HDMI-Ausgang, Timecode-Unterstützung und noch vieles mehr konfigurieren. Ambitionierte Filmer haben mit der GH5 definitiv ihre Freude - aber auch Film-Einsteiger können in wenigen Minuten und ohne viele Vorkenntnisse direkt mit der Panasonic Lumix GH5 loslegen.

Fazit und Empfehlung

Alles richtiggemacht? So ziemlich. Die neue [[ASIN:B01N7RRGLS|Panasonic Lumix GH5]] gehört zweifelsohne zu den größten und schwereren DSLM-Kameras, dies kommt aber der Handhabung zu gute. Vom Display und Sucher, über die Einstellräder, Knöpfe und den neuen Joystick bis zum wetterfesten Magnesium-Gehäuse macht die Kamera einen guten Eindruck und lässt den Preis nicht überzogen erscheinen.

Panasonic Lumix GH5 + Sigma [A] 35 mm f/1.4 DG HSM (via Metabones Speed Booster XL) | f/2.2, 1/2500 s, ISO-200

Fotografen können sich an einer, nicht nur für MFT-Kameras, sehr guten Bildqualität erfreuen und das auch bei wenig Licht. Hinzu kommt der 6K-Fotomodus, der zum Experimentieren einlädt und sehr nutzerfreundlich gestaltet wurde. Zwar bietet Olympus mit ProCapture eine starke Konkurrenz (60 FPS RAW-Serienbild), jedoch nur für deutlich kürzere Aufnahmezeiten. In einigen Punkten praktisch alternativlos (zumindest im Preisbereich unter 10.000 Euro) ist die Panasonic Lumix GH5 beim 4K-Videomodus.


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