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Sigma 24 mm f/2 DG DN - Lichtstärke und scharfe Bilder für die Hosentasche

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Das neue Sigma 24mm F2 DG DN aus der Contemporary-Familie überzeugt in unserem Test mit einer guten Mischung aus einer hochwertigen Verarbeitung, hoher Lichtstärke und guten bis sehr guten Bildqualität – vom Bildzentrum bis in die Ecken am Vollformat.

Sigma 24 mm f/2 DG DN Contemporary [Bildmaterial: Sigma Deutschland]

Sigma setzt beim I-Series-Objektiv auf Metall statt Kunststoff, selbst bei der Streulichtblende und dem magnetischen Frondeckel. Auch ein Fokusring, der rundherum und deutlich tiefer geriffelt ist als bei anderen Contemporary-Objektiven, ist mit von der Partie. Eine weitere Besonderheit ist ein Blendenring am Objektiv, der ein präzises haptisches Feedback für jede ⅓-EV-Stufe gibt. Auf der Stellung "A" geht die Kontrolle zurück an die Kamera.

Trotz der edlen Materialien kommt das Objektiv auf gerade einmal 360 Gramm Gesamtgewicht und auch das Filtergewinde von 62 mm ist am untersten Limit für Weitwinkelobjektive mit einer hohen Lichtstärke. Was derweil fehlt: Ein umfangreicher Staub- und Spritzwasserschutz.

Zur Markteinführung ist das Objektiv für das Sony-E- sowie L-Bajonett verfügbar (Leica, Panasonic, Sigma).

Autofokus

Wie bei den meisten DSLM-Objektiven setzt auch Sigma auf einen Schrittmotor zur Fokussierung. Der Vorteil besteht in einer praktisch lautlosen Arbeitsweise. Doch selbst mit der hohen Lichtstärke im Hinterkopf fällt das Thema Fokusgeschwindigkeit bei Weitwinkelobjektiven indes nicht stark ins Gewicht. Ab einer Distanz von wenigen Metern ist schnell alles scharf (hyperfokale Distanz).

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Der Fokusring ist bei Schrittmotoren stets elektrisch übersetzt – und damit gewissermaßen Fluch und Segen in einem: Während dies einerseits eine äußerst präzise Fokussierung mit sehr langem Drehweg ermöglicht (langsame Drehungen für präzise Einstellung, schnelle Drehungen für große Unterschiede), unterstützt Sigma beim 24mm F2 DG DN leider keine lineare Übersetzung.

Eine optische Stabilisierung besitzt das Objektiv nicht, was angesichts der kompakten Abmessungen auch nicht weiter verwundert und im Weitwinkel nur selten stört. Als 35-mm-Äquivalent an günstigen APS-C-Kameras von Sony könnte der Punkt jedoch ausschlaggebend sein.

Bildqualität

Zwar existieren lichtstärkere 24-mm-Weitwinkelobjektive, beispielsweise das Sigma 24 mm f/1.4 Art. Diese sind jedoch deutlich größer, schwerer und oft lässt die Bildschärfe bei weit geöffneter Blende zu wünschen übrig. Sigma findet hier mit seiner um Faktor zwei lichtschwächeren Variante einen spannenden Kompromiss.

Testbild Sigma 24 mm f/2 DG DN Contemporary + Sony Alpha 7R IV | Bildschärfe Bildmitte bei f/2 und f/4 (re.)

Im Bildzentrum mangelt es bei f/2 noch etwas an Details – zumindest bei der zum Test genutzten Sony Alpha 7R IV mit 60 Megapixeln Auflösung. Leichtes Abblenden auf f/2.8-4 reicht jedoch schon für deutliche Verbesserungen. Und: Zum Bildrand ist fast kein Abfall der Auflösung zu erkennen.

Testbild Sigma 24 mm f/2 DG DN Contemporary + Sony Alpha 7R IV | Bildschärfe Bildrand bei f/2 und f/4 (re.)

Die chromatische Aberration am Bildrand (Farbquerfehler) hat Sigma ab f/2.8 ebenfalls gut im Griff, bei Offenblende f/2 und ohne Software-Korrekturen ist hingegen noch ein Farbsaum an Kontrastkanten erkennbar. Einzig und allein in der Nähe der Naheinstellgrenze ist stärkeres Abblenden in Richtung f/4-5.6 für eine hohe Bildschärfe ratsam.

Testbild Sigma 24 mm f/2 DG DN Contemporary + Sony Alpha 7R IV | Bokeh bei f/2, f/4 und f/8 im Vergleich (v.l.n.r.)

Kein Problem aus ästhetischer Suche, denn auf gewohnt hohem Niveau ist das Bokeh, die Schönheit, Weichheit oder Rundheit der Hintergrundunschärfe. Das Sigma 24mm F2 DG DN zeichnet dank neun abgerundeten Blendenlamellen auch bei f/5.6 noch einen ruhigen Hintergrund.

Testbild Sigma 24 mm f/2 DG DN Contemporary + Sony Alpha 7R IV | f/5.6, 1/400 s, ISO-100

Die Vignettierung (Randabschattung) ist, wohl aufgrund der Kombination aus kompakter Bauweise und hoher Lichtstärke mit 2 EV stark ausgeprägt. Für Vignettierung, Verzeichnung und chromatische Aberration stehen jedoch integrierte Korrekturprofile bereit, die in der Kamera oder RAW-Konverter angewendet werden können.

Fazit und Empfehlung

Handwerklich ist das [[FKCH:Sigma-24mm-f-2-0-DG-DN-Contemporary-Sony-FE-Mount_64626.html|Sigma 24mm F2 DG DN]] aus der Contemporary- oder genauer I-Series über fast jeden Zweifel erhaben: Vom edlen Metallgehäuse über den fein abgestimmten Blendenring bis zur Bildqualität passt alles. Nur einen kompletten Staub- und Spritzwasserschutz wäre für die Landschaftsfotografie wünschenswert gewesen.

Testbild Sigma 24 mm f/2 DG DN Contemporary + Sony Alpha 7R IV | f/5.6, 1/250 s, ISO-100

Die Kombination aus hoher Lichtstärke, geringem Gewicht und kompakten Abmessungen überrascht zudem mit einer guten (f/2) bis sehr guten Bildschärfe (ab f/2.8) von der Bildmitte bis zum Bildrand und das selbst an hochaufgelösten DSLM-Kameras wie der Sony Alpha 7R IV.