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Samsung 860 PRO, EVO und Crucial MX500 - Neue SSD-Mittelklasse im Test

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Die Samsung 850 EVO und Crucial MX300 gehören derzeit zu den beliebtesten SSDs überhaupt. Kein Wunder also, dass Micron (Crucial) und Samsung den beiden Serien ein größeres Update spendieren und somit fit für die nächsten Jahre machen. Um Leistung geht es dabei weniger als vielmehr das Thema Preis/Leistung – angetrieben von neuem 3D-NAND-Flash.

Samsung 860 EVO und 860 PRO SSD [Bildmaterial: Samsung]

Neu bei Samsung sind V-NAND der 4. Generation für höhere Kapazitäten (bis 4 TB), LPDDR4- statt LPDDR3-RAM für weniger Stromverbrauch und der bisher unbekannte MJX-Controller für mehr Leistung. Große Sprünge sind jedoch nicht zu erwarten, limitiert die SATA-Schnittstelle doch bereits seit Jahren die meisten SSDs. Auch Samsung gibt maximal 10 MB/s mehr Datendurchsatz und maximal 10-20 Prozent höhere IOPS-Werte beim wahlfreien Zugriff an.

Worin unterscheiden sich die EVO- und PRO-Serie? In der 860 PRO wird der V-NAND als MLC-Speicher (2 bit/Zelle) betrieben, in der 860 EVO als TLC (3 bit/Zelle). Daraus resultieren eine höhere Haltbarkeit, weniger Leistungsaufnahme und marginal bessere Leistung bei der PRO-Serie. Demgegenüber steht ein höherer Preis, da mehr NAND-Flash verbaut werden muss.

Crucial MX500 [Bildmaterial: Micron]

Crucial verbaut in der MX500 3D-NAND der 2. Generation (Micron, 64 Layer) und als Controller den Silicon Motion SM2258. Die MX500 tritt die Nachfolge der MX300 an, Crucials erste Endkunden-SSD mit 3D-NAND und damals leider eher bescheidenen Testergebnissen.

Testergebnisse und Fazit

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Wie bereits vermutet bestätigen auch unsere Messungen: Alle drei neuen SSDs hängen am Limit der SATA-Schnittstelle. Im Mittel ist die 860er-Generation von Samsung wenige Prozentpunkte bessere als der Vorgänger, jedoch längst nicht genug um ein Upgrade zu rechtfertigen. Crucial hingegen hat das "Performance-Loch" der MX300 hinter sich gelassen und spielt wieder oben mit.

Unser Kauftipp geht, ohne Wenn und Aber, auch an die [[ASIN:B078211KBB|Crucial MX500]]. Die 1-TB-Version gibt es bereits ab 262 Euro. Damit ist Crucial um knapp 100 Euro günstiger als die neue Samsung 860 EVO (basierend auf der UVP; derzeit sind keine Einzelhandelspreise bekannt) und das ohne nennenswerte Unterschiede in der Geschwindigkeit.

Die UVP der Samsung 860 PRO liegt bei 500 Euro, die der 860 EVO bei 370 Euro – jeweils in der 1-TB-Variante. Die um 1/3 höhere UVP der PRO-Version hält sich erfahrungsgemäß auch grob als Differenz im Handel. Wer mehr Geld ausgeben will, sollte statt der 860 PRO lieber direkt einen Blick auf die Samsung 960 EVO oder ADATA Gammix S10 werfen. Beide SSDs setzten auf eine PCIe-Schnittstelle im M.2-Formfaktor (NVMe) und bieten eine deutlich höhere Leistung zum gleichen Preis.

Anhang: Testsystem und Testprogramme

Um auf repräsentative als auch reproduzierbare Ergebnisse zu kommen, nutzen wir verschiedenen Programmen für synthetische Tests als auch für Tests die dem realen Alltag entsprechen. Um Limitierungen durch das Testsystem vorzubeugen, setzten wir auf eine moderne Testplattform auf Intel Haswell-Basis. Synthetische Tests ermitteln die reinen Leistungswerte unter zumeist Idealbedingungen (Schreib-, Lese, und Kopiergeschwindigkeit, IOPS, Zugriffszeiten), geben jedoch oft keine sichere Auskunft über das Verhalten im Alltag.

Dafür sind unsere Alltagstests gedacht. PCMark 7 Professional und PCMark 8 Professional ermöglichen reproduzierbare Tests von Alltagsanwendungen wie dem Windows Defender (Virenscanner), Adobe Creative Produkten (Photoshop, Indesign Illustrator), Microsoft Office Produkten (Word, Excel PowerPoint) und erzeugt typischen Belastungen wie sie beim Importieren von Bildern und Musik, beim Schneiden von Videos oder dem Start von Programmen und Spielen vorkommen. Unser hauseigener ValueTech DriveBench schreibt und liest insgesamt 10 GB auf und wieder von den SSDs, dabei ist der Test in zwei Bereiche unterteilt:

  1. Musik und Fotos: 4,46 GB (1.239 Dateien in 61 Ordnern). Die Dateigröße reicht von ca. 1 MB großen JPEG-Bildern, über 5-10 MB große MP3-Dateien bis hin zu etwa 100 MB großen Bildern im TIFF-Format
  2. Video: 6,07 GB (13 Dateien in 3 Ordnern). Die Dateigröße reicht von etwa 100 MB bis zu 2 GB.

Das dafür benutzte Kommandozeilen-Programm Robocopy liefert dabei nahezu identische Werte wie das Kopieren/Ausschneiden und Einfügen unter Windows.


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